Eltern-Kind-Bindung unterstützen

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Patricia77

Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Patricia77 » 10:12:2013 10:21

Hallo zusammen,

ich hatte 2005 eine posttraumatische Belastungsstörung durch die Geburt, daraus folgend eine Drepression mit nachfolgender Psychose, einer Anpassungsstörung und leider einer gestörten Bindung zu meinem Kind. Meine Tochter kam 2 Tage nach der (auch für sie sehr anstrengenden Geburt) für 2 Wochen auf die Intensivstation. Daher hatten wir kein richtiges Bonding (Bindungsaufbau nach der Geburt). Ich habe mich nie getraut, zu "verraten", dass da etwas fehlt. Ich habe mich schrecklich schuldig und schlecht gefühlt. Heute weiß ich, dass ich das Bonding hätte nachholen können, es gibt so viele (einfache) Methoden. Das heilt zwar keien Depression, aber es erleichtert enorm, wenn die Bindung vorhanden ist.

Vor der Geburt meines 2. Kindes habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema "Bindung und Bindungsstörung " beschäftigt und beschäftige mich weiterhin auch beruflich damit. ich habe viele Fortbildungen besucht, denn das Thema liegt mir sehr am Herzen..

Ich möchte Euch gern anbieten, alle Fragen zu diesem Thema zu beantworten und Euch Möglichkeiten aufzeigen, was man präventiv tun kann und welche Möglichkeiten es gibt, wenn eine Bindungsstörung bereits vorliegt. Das ersetzt natürlich keinn Gespräch in der Therapie, aber gerade die Prävention ist äußerst wichtig und sinnvoll und erspart Einiges.

Wir können gern diesen Thred dazu nutzen, was meint ihr?

Dalli

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Dalli » 13:02:2014 21:28

Hey Patricia,
ich würde gern dein Angebot annehmen, da ich mir nicht sicher bin ob ich noch ne Bindung zu meinem Sohn habe. Ich war schon in Mutter-Kind-Behandlung (für 14 Wochen oder so), da war mein Baby grad 12Wochen alt, ich dachte die hätten mir geholfen, aber heute bin ich mir nicht mehr so sicher...
Jetzt is mein Kleiner bald 2 Jahre alt und eig ist alles gut, es freut mich, wenn er sich freut, wenn ich ihn von der KiTa abhole fällt er mir in die arme, ich mag es wenn er unterwegs alle Leute unterhält und sie ihn anlachen, ich geh mit ihm gern zu Krabbelgruppe usw. Aber das ist nur so, so lange ich nicht mit ihm alleine zu Hause bin. Ich kann mich dann nicht mehr wirklich mit ihm beschäftigen, ich mach ihm essen, er sitzt oft allein am Tisch und ich verzieh mich aufs Sofa oder er spielt in seiner Spieleecke und ich sitz teilnahmslos dabei, wenn überhaupt... Manchmal merk ich das, aber meist schaff ich es nicht das zu verändern... Wenn ich mit ihm kuscheln möchte oder Küsschen geben, lehnt er das zu 99% ab, das kränkt mich, obwohl ich trotzdem weis, dass er mich lieb hat und ich hab ihn ja auch lieb...
ich weis nich ob es an mir liegt oder an meiner Geschichte oder ob er es einfach nicht mag... Ich versuch oft mit ihm unter Leute zu kommen, dann ist alles anders, dann geniest er meine volle Aufmerksamkeit, nur manchmal denke ich, dass is nur ne show von mir, dass alle sehen, was ich doch ne tolle Mama bin... Aber eigentlich bin ich das nicht, letzt hätte ich ihm sogar fast eine geknallt, weil er mich anfängt zu beißen und freut sich dann auch noch drüber, manchmal auch den Papa, aber in der Regel mich... Ich trau mich nicht das irgendwem zu sagen, ich möchte nicht schwach wirken...

Vielleicht hast du ja ein paar Tipps für mich, auch wenn er schon so "alt" ist...

Vielen Dank im Voraus

LG Dalli

kullerfrau
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Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von kullerfrau » 14:02:2014 17:49

Ich würde mich sehr für präventive Möglichkeiten interessieren...
1 Sohn, geboren 12/13
Schwangerschaftsdepression, ppd ab 12/13

Medikation:
87,5 mg Venlafaxin
300 mg Elontril
2,5 mg Olanzapin

Patricia77

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Patricia77 » 24:02:2014 0:02

Hallo ihr beiden,

entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt schreibe!

Zuerst das eigentlich Einfache - die Prävention @ kullerfrau

Wenn man weiß, wie sich Bindungsaufbau vollzieht, wird man diesen absolut wirksam unterstützen können! Ich rate Dir, Dich über "Bonding" genau zu informieren. Du kannst im Internet sehr viele Informationen darüber finden. Hier aber schon mal ein Paar Anregungen von mir:

- Die wichtigste Grundvorraussetzung für Bindung ist der Körperkontakt. Am besten sofort nach der Geburt für einige Stunden mit möglichst wenig Stoff zwischen Dir und Deinem Baby.

- Auch in den Tagen nach der Geburt solltest Du Dein Kind so wenig wie möglich aus den Augen und Armen verlieren. Die Hormonasuschüttung ist in dieser Zeit besonders hoch. Die Bindung aber noch labil, Trennung und Streß sind gefährlich in dieser Phase! NIcht nur Du , auch Dein Baby reagiert sehr empfindlich darauf. Schau Dein Baby an, leg es auf Deine nackte Brust, berühre es, rieche an ihm.

- Das Hormon Oxytocinsorgt für die Wehen, die Geburt erst ermöglichen. Aber auch nach der Geburt spielt es eine wichtige Rolle - es lässt die Milch raus. Ohne Oxytocin kann produzierte Muttermilch gar nicht erst austreten. Wer schon mal ein Kind gestillt hat, kennt sicher den Zusammenhang zwischen Stillen und Nachwehen. Saugt das Baby an der Brust zieht sich bald darauf die Gebährmutter zusammen (bildet sich durch Nachwehen zurück). Doch nicht nur das geschieht durch Oxytocin! Oxytocin ist auch als "Liebes- oder Bindungshormon" bekannt. Es vertieft Bindung, führt zu einem Wohlgefühl. Oxytocin wird nicht nur bei Stillen, sondern auch bei Haut-zu-haut Kontakt verwehrt ausgeschüttet.

Man muss wissen, dass man (gerade nach belastender Geburt) manchmal gar keine Lust auf diesen Kontakt hat, weil man einfach fertig ist. Wer ein absoluten Glücksgefühl erwartet, wird vielleicht enttäuscht, denn das stellt sich nicht immer ein! Eine Geburt ist eine Ausnahmesituation, Vorwürfe wie "Du solltest jetzt glücklich sein, Du musst dieses Kind lieben" usw. sind nicht gut.

- Bei einem Kaiserschnitt sollte man ebenso drauf bestehen, das Kind gleich nach der Gebeurt sehen zu können, anlegen zu dürfen und vor allen Dingen sollte das Kind nie mehr als eine Windel anhaben. Der Haut-zu-Haut Kontakt ist unsagbar wichtig! Beim Kiaserschnitt fehlt der wehenauslösende Oxytocincocktail vorerst. Das Anlegen nach der Geburt ist sehr wichtig und auch nach einem Kaiserschnitt können Mütter ganz normal stillen!

- Neben dem ständigen Kontakt (unbedingt 24 Stunden Rooming-in) sollte man für eine möglichst entspannte Athmosphäre sorgen. Besuch muss warten können! Jeglicher Streß im Wochenbett kann dazu führen, dass der Bindungsaufbau erschwert wird. Auch für das Kind bedeuten Besuche unter Umständen Streß. Rs reagiert mit Weinen und/oder mit Trinkunlust, was natürlich auch wiederum die Mutter belastet.

- Ist die Situation außerordentlich belastend (krankes Neugeborenes, Frühgeburt oder sonstige Probleme und Sorgen) sollte man unbedingt so schnell wie Möglich professionelle Hilfe (zunächst in Form von Gesprächen) anzunehmen. Bonding kann nachgeholt werden, leider muss man es auf vielen Neonatologien noch hartnäckig einfordern.

Also noch mal zusammenfassend: so viel und so schnell wie möglich Körperkontakt (Haut zu Haut) nach der Geburt. So wenig wie möglich Streß (Besuche auf ein Minimum reduzieren und das auch vorher so anküdigen, um Spontanbesuche zu unterbinden), wenn möglich eine natürlich Geburt, sowie Stillen und Tragen. Bequemlichkeit und Ruhe und die Wochenbettzeit so gut wie möglich ausnutzen, sich ggf. auch Unterstützung holen, falls schon Geschwisterkinder da sind.

Links:

http://www.hoppediz.de/de/bonding-sectio-top.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie

http://www.knetfeder.de/kkp/bindung1.html

Patricia77

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Patricia77 » 24:02:2014 0:30

Hallo Dalli,

es ist natürlich sehr schwer, eine Beziehung über die Ferne einzuschätzen, aber ich möchte dennoch meine Gedanken dazu formulieren.

Zunächst finde ich es sehr wichtig, zu erwähnen, dass ein "ich will keinen Kuss" ein relativ normales Verhalten ist - vor allem bei Jungs. Nicht jedes Kind möchte Kussis haben, manche finden es eine Zeit lang "total eklig". wenn Körperkontakt allerdings vollständig abgelehnt wird, ist das ein Verhalten, das man auch einmal mit dem Kinderarzt besprechen sollte. Doch nur kein Kussi haben zu wollen würde ich als "normal" einstufen.

Die restlichen Beschreibungen Deines Sohnes klingen für mich auch eher nach sicherer Bindung, zumindest erscheint mir seine Bindung an Dich sicher. Du schreibst, dass er die Aufmerksamkeit anderer auf sich zieht, mit anderen lacht. Ist er ein glückliches, aufgewecktes Kerlchen? Ein solches Verhalten zeigen Kinder meist, wenn sie gut gebunden sind, sich sicher fühlen, Urvertrauen haben. Man nennt das auch Explorationsverhalten. Urvertrauen ist Deine Leistung, Dein Sohn vertraut Dir und nimmt daher erst Kontakt zur Umwelt auf. Kinder, die keine oder nur eine schlechte Bindung zu ihren eltern haben, nehmen auch keine oder nur kaum Kontakt zu ihrer Umgebung auf.

Kinder werden anstrengender, wenn man mit ihnen allein ist. Das ist ganz normal und das kenne icha uch gut. Zuhause sind sie in sicherer Umgebung und fühlen sich heimisch, hier darf gezickt und getobt werden, der Laune kann man zuhause freien Lauf lassen. Das hat wieder nichts mit Dir zu tun, zumindest nichts negatives. Zuhause dar man sein, wie einem gerade ist. Einfach der Laune nach. Grenzen testen manche Kinder nur in sicherer Umgebung. Auch als Mutter fühlt man sich zuhause ähnlich. Wenn mich meine Kinder allzusehr "nerven" gehe ich mit ihnen vor die Tür. Spieplatz, Spazieren, in das Tierasyl in der Nähe... und schon geht es wieder. Das ist wirklich nicht ungewöhnlich. Kinder kööen (und dürfen!!) nerven. Du darfst kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du auch mal denkst "meine Güte, ist das heute anstrengend". Solange ihr auch schäne Momente habt ist denke ich alles im grünen Bereich.

kinder testen nicht ihre Grenzen, die kennen sie ganz genau ;-) Kinder testen UNSERE Grenzen! Sie reizen uns bis wir signalisieren, dass hier STOP ist. Das ist keine Schwäche, es ist wichtig! wie sollen unserre Kinder im Leben draußen bestehen, wenn sie nicht merken, dass man mit anderen Menschen nicht machen kann, was man will?! Sie brauchen diese (zugegeben für uns anstrengende) Verhalten, um zu erfahren, was möglich ist und was nicht. Gerade 2 jährige können überaus anstrengend sein und es ist keine schlechte Eigenschaft, wenn Du Grenzen hast! Du bist ein Mensch, Du brauchst weder ein schlechtes Gewissen zu haben, noch Angst zu haben, Dich mitzuteilen! Ich verspreche Dir, dass Du bemerken wirst, dass Du nicht allein bist! Alle Mütter haben anstrengende Kinder und jede Mutter verliert einmal die Lust und Geduld!

Wenn Du dennoch weiterhin Angst hast, dass Eure Bindung nicht intensiv genug ist, hast Du die Möglichkeit, einen Kinder- und Jugenpsychiater als Anlaufstelle zu wählen. Das geht auch über den Kinderarzt. Du brauchst davor keine Angst zu haben! Hier wird eure Bindung gestestet und ihr werdet ggf. untersützt. Wir haben so etwas auch gemacht. Den Kinderarzt habe ich über postpartale Erkrankung informiert (dazu wurde mir auch geraten). Er war sehr aufgeschlossen und kooperattiv. Die Bestätigung während der Therapie, dass mein Kind gut gebunden und psychisch gesund ist (trotz massiver Probleme im Wochenbett) hat mir unglaublich geholfen!

Alles Liebe

Patricia

Dalli

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Dalli » 03:03:2014 11:00

Danke liebe Patricia,

Deine Ausführungen haben mich sehr aufgebaut, hab auch mal nach diesem Test gegooglet und das hat eig das bestätigt, was du hier schon beschrieben hast... Die Situation, wenn ich ihn in die Kita bringe, bzw. abhole passt genau auf diesen Test... Wobei Muckel nicht weint, wenn ich gehe... Ich will aber auch nicht gehn, wenn er weint, das halte ich nicht aus... Eig freut er sich wenn wir in Kiga kommen, aber er klammert sich dann immer an mich, sobald wir in die Gruppe gehen... Dann warte ich immer und mache ihm Beschäftigungsvorschläge, bis er von alleine mich los lässt und spielen geht... Das lass ich mir auch nich nehmen auch nicht, wenn ich spät dran bin - ich ertrag es nicht, wenn er weint...
Wenn ich wieder komme, fällt er mir in die Arme und freut sich total, aber das hält nicht lange an, weil er dann weiter spielen muss xD
Jetzt wo's mir etwas besser geht, glaub ich, dass ich solche schönen Momente weniger wahrnehme, wenn es mir nicht gut geht und dann kommen solche doofen Gedanken und die machen alles nich schlimmer... Sch*** Teufelskreis

Vielen lieben Dank Patricia, dass du mich aufgebaut hast..
Ganz liebe Grüße
Dalli

Patricia77

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Patricia77 » 23:03:2014 13:45

Hallo Dalli,

es freut mich sehr, dass Dir meine Ausführungen geholfen haben und ich Dich aufbauen konnte!

Alles Gute für Dich!

Freundliche Grüße

Patricia

kullerfrau
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Beiträge: 170
Registriert: 07:02:2014 18:48

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von kullerfrau » 25:03:2014 16:25

Liebe patricia,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort!
Ich sehe nun langsam, was der Auslöser für meine ppd war bzw die Auslöser, es waren dich mehrere Faktoren, die da zusammen kamen.

Gerade das bonding kam bei uns auf Grund seines Atemstillstandes nach der Geburt sicher zu kurz :cry:

Liebe grüße und nochmal danke!
1 Sohn, geboren 12/13
Schwangerschaftsdepression, ppd ab 12/13

Medikation:
87,5 mg Venlafaxin
300 mg Elontril
2,5 mg Olanzapin

Meisilein

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Meisilein » 06:01:2015 0:07

Hallo Patricia,

ich bin NEU hier und weiß noch nicht genau, wie das hier so funktioniert:-) Da der Beitrag schon älter ist, hoffe ich, dass du das trotzdem liest.

Mein Sohn kam im März 2012 zur Welt. Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und war sehr glücklich. Die Geburt selber ging sehr schnell, als ich im Krankenhaus ankam wurde bereits die Wärmelampe angemacht und 1 Stunde später war der Kleine da. Schon direkt nach der Geburt habe ich gemerkt, dass ich nicht glücklich war und das Gefühl hat sich leider auch nicht eingestellt. Ich fühlte mich körperlich schlecht und wusste absolut nicht, warum ich nicht glücklich war.

Ich habe meinem Sohn nie etwas angetan (da ich aber sehr depressiv war und diese Krankheit nie erkannt / diagnostiziert wurde), aber ich habe ihm gegenüber oft laut und gereizt reagiert, was mir unendlich leid tut. Nachts aufzustehen war eine Qual für mich und tagsüber war ich vollkommen hilflos und verzweifelt, habe sehr viel geweint und wusste nicht mehr weiter.

Dieser Zustand hat wirklich lange angehalten und ich habe dann immer wieder mein Kind als Ursache gesehen. Er hat sehr viel geweint, heute weiß ich natürlich war, ihm fehlte es an Nähe und Zuneigung und ich könnte schon wieder weinen, wenn ich daran denke, dass er nicht die Liebe bekommen hat, die er so sehr gebraucht hätte.

Jetzt, nach drei Jahren, beschäftige ich mich noch immer sehr stark mit diesem Thema und habe es auch nie richtig aufgearbeitet, weil ich nicht genau weiß, an wen ich mich wenden soll.

Nun sehe ich bei meinem Sohn viele Verhaltensweisen, die ich auf die schreckliche Anfangszeit zurück führe und ich frage mich, ob wir eine Bindungsstörung haben und ob ich da noch irgendwas vom Anfang nachholen kann. Er schläft seit ca. 1 Jahr schlecht, wird wach und will zu uns ins Bett. Holt er alles nach, was er am Anfang nicht haben konnte? Er hat Verlust und Trennungsangst, ist schüchtern und zurück haltend, besonders Kindern gegenüber....

Bevor ich weiter schreibe und nicht weiß, ob Sie das lesen, beende ich es hiermit mal:-) und ich hoffe, dass Sie sich melden.

Bin gerade sehr traurig, weil ich beim Recherchieren sehe, was alles am Anfang schief gelaufen ist, weil mir keiner geholfen hat.

Danke schön
Elke

Sabrina M.
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Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Sabrina M. » 06:01:2015 12:33

Liebe Elke,

leider sieht es aus, dass Patricia nicht mehr im Forum aktiv ist:(

Aber ich kann dir diesbezüglöich weiterhelfen. Man kann euch helfen, um die Bindung zu stärken. Du darfst dir jetzt keine Schuldgefühle einreden - schließlich warst / bist du erkrankt. Das ist schonmal ganz wichtig!!!!

Hier gibt es Krisenbegleiter, die euch weiterhelfen können - schau mal nach, ob in eurer Region jemand dabei ist. Nicht wundern, es sind Schreibaby- Ambulanzen, die sich jedoch ebenfalls mit der Bindungsproblematik beschäftigen.

Aus welchem Raum kommst du denn?

http://www.rueckhalt.de/pages/krisenbegleiterinnen.php

Wenn Du noch Fragen hast, sage Bescheid.
Liebe Grüße
Sabrina

Meisilein

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von Meisilein » 06:01:2015 22:28

Hallo Tili,

danke für deine schnelle Antwort. Habe mich sehr darüber gefreut.

Ich komme aus Kleve (PLZ 47533), leider gibt es hier in unserer Region keinen, der mich da unterstützen könnte. Für mich hat gerade Priorität, dass ich das Erlebte aufarbeiten kann und mir jemand hilft, damit umzugehen, da es mich doch immer noch sehr belastet, auch wenn es mir wieder gut geht.

Meinem Sohn möchte ich so wenig Stress wie möglich zumuten im Hinblick auf fremde Personen / Umgebungen, weil er da doch recht ängstlich reagiert. Ich bin mit ihm damals hier vor Ort in einer Schreiambulanz gewesen und daran erinnere ich mich nicht gerne zurück. Ich war am Ende meiner Kräfte und habe uns selber dort stationär einweisen lassen. Dort wurde mir dann gesagt, dass mein Kind völlig normal ist, aber ich sehr gestresst bin und mir einfach mehr Zeit für ihn nehmen muss. Und das war es. Mir hat auch hier keiner geholfen und wir wurden wieder entlassen. Darüber war ich sehr enttäuscht. Warum hat nur keiner gesehen, was mit mir los war?

Darum frage ich mich, wer oder was mir und uns helfen kann. Habe auch schon an eine Mutter-Kind-Kur zur Aufarbeitung gedacht. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt überhaupt noch möglich ist und wie sowas abläuft.

Irgendwie kommt gerade alles wieder hoch und ich möchte mir (uns) Hilfe holen, damit ich nicht ständig mit dem schlechten Gewissen und den Gedanken an diese schlimme Zeit leben muss.

Ich schau noch mal in deinen Link, vielleicht gibt es in der Liste ja doch jemanden, der nicht ganz so weit weg ist.

Ganz lieben Dank
Elke

chuchunina

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von chuchunina » 09:08:2016 22:05

Meisilein hat geschrieben:Hallo Patricia,

ich bin NEU hier und weiß noch nicht genau, wie das hier so funktioniert:-) Da der Beitrag schon älter ist, hoffe ich, dass du das trotzdem liest.

Mein Sohn kam im März 2012 zur Welt. Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und war sehr glücklich. Die Geburt selber ging sehr schnell, als ich im Krankenhaus ankam wurde bereits die Wärmelampe angemacht und 1 Stunde später war der Kleine da. Schon direkt nach der Geburt habe ich gemerkt, dass ich nicht glücklich war und das Gefühl hat sich leider auch nicht eingestellt. Ich fühlte mich körperlich schlecht und wusste absolut nicht, warum ich nicht glücklich war.

Ich habe meinem Sohn nie etwas angetan (da ich aber sehr depressiv war und diese Krankheit nie erkannt / diagnostiziert wurde), aber ich habe ihm gegenüber oft laut und gereizt reagiert, was mir unendlich leid tut. Nachts aufzustehen war eine Qual für mich und tagsüber war ich vollkommen hilflos und verzweifelt, habe sehr viel geweint und wusste nicht mehr weiter.

Dieser Zustand hat wirklich lange angehalten und ich habe dann immer wieder mein Kind als Ursache gesehen. Er hat sehr viel geweint, heute weiß ich natürlich war, ihm fehlte es an Nähe und Zuneigung und ich könnte schon wieder weinen, wenn ich daran denke, dass er nicht die Liebe bekommen hat, die er so sehr gebraucht hätte.

Jetzt, nach drei Jahren, beschäftige ich mich noch immer sehr stark mit diesem Thema und habe es auch nie richtig aufgearbeitet, weil ich nicht genau weiß, an wen ich mich wenden soll.

Nun sehe ich bei meinem Sohn viele Verhaltensweisen, die ich auf die schreckliche Anfangszeit zurück führe und ich frage mich, ob wir eine Bindungsstörung haben und ob ich da noch irgendwas vom Anfang nachholen kann. Er schläft seit ca. 1 Jahr schlecht, wird wach und will zu uns ins Bett. Holt er alles nach, was er am Anfang nicht haben konnte? Er hat Verlust und Trennungsangst, ist schüchtern und zurück haltend, besonders Kindern gegenüber....

Bevor ich weiter schreibe und nicht weiß, ob Sie das lesen, beende ich es hiermit mal:-) und ich hoffe, dass Sie sich melden.

Bin gerade sehr traurig, weil ich beim Recherchieren sehe, was alles am Anfang schief gelaufen ist, weil mir keiner geholfen hat.

Danke schön
Elke

chuchunina

Re: Eltern-Kind-Bindung unterstützen

Beitrag von chuchunina » 09:08:2016 22:24

Hallo Elke,
ich weiß nicht, ob du das liest...

Mir geht es sehr ähnlich wie dir. Mein Sohn wird bald drei jahre alt. Ich habe leider erst vor ein paar Wochen erkannt, dass ich wahrscheinlich eine Postnatale Depression hatte. Hinzu kommt noch, dass mein Sohn allgemein Entwicklungsverzögert ist und ich so sehr angst habe, dass es meine schuld ist.

Wie geht es dir / euch inzwischen?

VG, Michaela

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