diese Hormone....

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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Anna81
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diese Hormone....

Beitrag von Anna81 » 22:06:2017 11:42

Hallo ihr Lieben,

ich schon wieder mit dem Hormonthema.

Mir ging es jetzt drei Wochen gut. Ich lerne weiter mit meiner Angst umzugehen. Ich lasse sie zu und dann wird sie tatsächlich nicht so groß und geht auch wieder. Das ist eine Entwicklung, die mich sehr freudig stimmt!
Und ich habe mich meiner größten Angst gestellt! Ich war mit meinem Sohn allein über Nacht! Und es hat alles gut funktioniert. Ich habe auch den Tag vor der Nacht gut ausgehalten. Der Tag danach war anstrengend, ich war fix und fertig obwohl ich in der Nacht gut geschlafen habe. Aber ja, es hat unheimlich geschlaucht! Dennoch! Ich habe es gewagt und bin super stolz.

Nun hatte ich Dienstag/Mittwoch meinen Eisprung an Zyklustag 26/27. Und seit Dienstag Nachmittag habe ich wieder starke Ängste. Ich versuche so mit ihnen umzugehen wie ich es die letzte Zeit gelernt habe, versuche mich nicht zu verspannen und locker zu bleiben. Ich spreche mit ihnen, sage ihnen, dass sie sich ruhig austoben sollen und dann bitte beim Gehen die Tür zumachen sollen...
Ja, unglaublich, das mir das hilft!

Aber was ich eigentlich sagen möchte. Bei weniger starken Ängsten funktioniert das alles schon super. Nur diese jetzt, die hormonell hervorgerufen werden sind irgendwie anders. Die kriege ich kaum in den Griff. Aber vom Wesen her sind die doch nicht anders. Wieso fällt es mir bei denen jetzt so schwer?
Habt ihr eine Idee? ich habe ja jetzt aufgrund dieser starken Ängste zu diesen Zykluszeiten schon Angst vor der Angst. Und die ist ja nun alles andere als hilfreich! Behandelt man die Angst vor der Angst genauso wie die spezifischen Ängste? Mit zulassen?

Ich würde mich freuen wenn ihr mit mir überlegen könntet und mir erzählt was euch dazu einfällt.

Danke und liebe Grüße
Anna

Nickolakala
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Re: diese Hormone....

Beitrag von Nickolakala » 23:06:2017 7:29

Hallo Anna,

ja die Angst vor der Angst würde ich so behandeln wie die Angst selbst.

Du weisst, dass die Ängste vor Deinem Zyklus immer schlimmer werden, also was soll? Dann ist es halt so, geht auch wieder vorbei!

Meine Therapeutin hat mir mal gesagt: "Sie haben ja vor der nächsten Grippe auch keine Angst, weil sie wissen, es geht wieder vorbei"

Hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.

Alles Liebe
Nicole

Aber keine Sorge: ich kann das im Moment so einfach sagen, weil es mir gut geht. Wenn ich aber mitten in der Angst bin ist das auch nicht mehr so einfach. LG

lotte
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Re: diese Hormone....

Beitrag von lotte » 23:06:2017 10:46

Hey Anna,

super, dass Du so gut klar kommst mit Deiner Angst. Und ja, mit ihr sprechen und sie nicht so ernst nehmen, ist genau der richtige Weg.

Das funktioniert im Prinzip auch mit den hormonellen Ängsten. Wenn Du nun aber jedesmal mit sorgenvollem Blick auf die Eisprungphase schaust, baust Du da einen Druck auf, entwickelst Angst vor der Angst. Versuche doch, zu akzeptieren, dass es dann eben ein paar Tage nicht so rund läuft. Nicht hoffen, dass es das nächste Mal vielleicht nicht so schlimm wird, sondern aktiv dagegen angehen: "ich weiss schon, dass es dann und dann nicht so toll sein wird, aber das geht auch vorbei".

Generell kannst Du Deinen Zyklus auch unterstützen: Mönchspfeffer, Progesteron (nehme ich als Gel ab der 2. Hälfte bis zur Periode). Frag mal Deinen FA oder auch in der Apotheke nach.

LGL
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

Anna81
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Re: diese Hormone....

Beitrag von Anna81 » 23:06:2017 11:10

Hallo ihr beiden,

danke für Eure Beiträge!

Ja, die Angst vor der Angst erzeuge ich mir natürlich selbst. Ich brauche hier halt noch den richtigen Umgang damit.
Und ja Lotte, du hast Recht, ich hoffe jedes Mal, dass es schon nicht so schlimm wird wie beim letzten Mal und dann kommt es aber nicht so...
Das haut mich dann echt um. Also werde ich auch hier versuchen die ganze Katastrophe zu akzeptieren und sie anzunehmen. Diese "neue" Denkweise einzuüben ist echt schwer. Jahrzehntelang habe ich anders gedacht und jetzt gebe ich mich dem ganzen hin. Zumindest meistens... Das ist Wahnsinn und wenn mir das jemand vor einem halben Jahr noch gesagt hätte, dem hätte ich einen Vogel gezeigt.

Mönchspfeffer und Progesteron nehme ich schon. Auch das hilft mir, wobei ich natürlich gehofft habe, dass es damit ganz verschwindet.

Dazu kommt gerade noch, dass mein Sohn seit der Klassenfahrt letzte Woche (er ist in der ersten Klasse und die haben schon eine Klassenfahrt gemacht) starke Ängste hat. Er macht sich sofort Sorgen, dass er sterben könnte wenn er etwas größeres verschluckt hat oder dass sein Hals über Nacht zuschwillt und er dann erstickt und so weiter... Das ist für mich so schrecklich ihn leiden zu sehen. Ich bin dann sofort getriggert und habe natürlich auch die Sorge, dass ich ihm meine Angst gegeben haben könnte...
Ich bete mit ihm jetzt abends. Zuerst bedankt er sich für mindestens drei schöne Dinge, die er erlebt hat und dann bitten wir, dass sein Kuscheltier nachts auf ihn aufpasst. Ich glaube, dass ihm das gut hilft im Moment.

Naja und das hat mich unter anderem diese Woche auch mit aus der Bahn geworfen!

Kennt ihr sowas von euren Kindern auch?

Liebe Grüße
Anna

lotte
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Re: diese Hormone....

Beitrag von lotte » 23:06:2017 21:08

Klar ist es schwer, anders zu denken, weil eben jahrelang so gefahren. Da haben sich die Spuren (wie auf ner Festplatte) ganz schön tief eingegraben. Und da wir keine PCs sind, gibts auch keinen reset Knopf ;)

Generell geht es ja auch nicht darum, NIE mehr ein komisches, ängstliches Gefühl zu haben. Das wäre die reine Utopie. Sich selbst vertrauen, auf sich achten und seine Bedürfnisse leben: das sind für mich die Grundsteine für ein erfülltes Leben, in dem Ängste dann als logische Konsequenz keinen Platz mehr haben.

Das mit dem triggern kenne ich auch. Da musste früher meine Tochter nur aus Spaß "Ich krieg ne Panikattacke" rufen und ich war völlig aufgewühlt. Es gibt aber auch Ängste, für die Du als Mutter nix kannst. Klassenfahrten (gerade wenn die Kids doch noch recht klein sind) können Angst machen, ungewohnte Umgebung, Eltern nicht da. Versuche seine Ängste nach Möglichkeit von Deinen eigenen zu trennen. Ich bin sicher, er wird sich zu Hause auch wieder gut davon erholen. Es ist nicht zwangsläufig so, dass die Kids unsere Ängste mitbekommen, sie lernen vielmehr am Modell, sprich sie sehen dann auch, was man selbst dagegen tut. Das war bei meinen Eltern anders, über die Angst meiner Mutter hat nie jemand geredet und ich dachte immer, sie kriegt Herzrasen wegen mir! Das vermitteln wir ja in der Form nicht, weil wir uns selbst reflektieren.

Auf also in die nächste Woche ;)

LGL
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