Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

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Marika
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 15:11:2017 9:36

Hallo ihr Beiden! :D

Sarah: Ich habe persönlich damals abgestillt, hatte aber auch 3 Medis - da war Stillen nicht mehr zu vertreten. Es ist sicher keine leichte Entscheidung, vor der ihr steht - Stillen mit Medis - ja oder nein. Ich hoffe ihr kommt zu einer guten Lösung für euch ganz persönlich.

Heilpraktiker - wieso sollten wir dich steinigen, Sandra? :wink: Auch ich habe vieles neben den Medikamenten und der Therapie ausprobiert und alles hat mir in irgendeiner Weise weitergeholfen. Ich war ein paar Sitzungen bei einer Kinesiologin, nahm Bachblüten, TCM. Ich finde es gut, wenn man in alle Richtungen schaut - so findet man besten den ganz persönlichen Weg.

Bei mir war es auch so: Es gab die guten Tage, an denen ich völlig überzeugt war, dass ich keine Medis brauche. Dann kamen wieder die schlechten... Wenn ihr beobachtet, dass die guten weniger und die schlechten mehr werden, solltet ihr die Option der Medikamente in Betracht ziehen.
Liebe Grüße von
Marika

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MiHe1417
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 15:11:2017 12:06

Guten Morgen,

ich sehe schon, es gibt wohl nicht DEN einen Weg. Für die Heilung sind viele verschiedene Komponenten ausschlaggebend.

Der Leidensdruck ist heute wieder stärker. Dieses vernebelte Gefühl, die Muskelverspannungen im Bein, die mich wieder das schlimmste zusammen spinnen lassen, ... Das ist für mich das schlimmste und so kenn ich mich gar nicht. Das wäre das stärkste Argument für die Medis.

Marika, es heißt ja immer, dass uns diese Krankheit etwas lehrt, uns aufzeigen will, was nicht ganz rund läuft. Darf ich fragen, welche Schlüsse du aus der PPD gezogen hast? Konntest du erkennen, was mit ein Auslöser bei dir war?

Viele liebe Grüße
Sandra
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Sarah
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Sarah » 15:11:2017 21:37

Hallo Ihr Zwei,

Marika du kennst dich echt gut aus und deine Tipps helfen mir sehr.
Habe jetzt mit meiner Ärztin telefoniert und ich werde erst abstillen in den nächsten 3-4 Wochen und dann die Medikamente nehmen.
Marika darf ich dich fragen was heißt es -beschwerdefrei mit 10 g C?
Bedeutet das du musst immer noch Medikamente nehmen um beschwerdefrei zu sein?

Sandra Ich weiß nicht ob du das schon gesagt hadt. Hast du deine Eisendepo prüfen lassen? Nicht den Eisenwert sondern das Depo.
Bei mir kamen die Symptome die du schreibst von den niedrigen depos.

Was ich auch noch gemacht habe um meine Ängste in den Griff zu bekommen:
Ich hab einen großen Gesundheitscheck gemacht, Krebsvorsorge, Leberfleck prüfen lassen...
So wusste ich es ist alles ok. Wenn dann meine Panik /Angst kommt hab ich mir gesagt " alles ist gut, du bist gesund".
Mir hilft das etwas.

Hoffe morgen ist wieder ein besserer Tag bei dir.

Lg
Anne

MiHe1417
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 15:11:2017 23:23

Hallo,

nein, das Eisendepot würde -meines Wissens- nicht überprüft. Nur der "gängige" Eisenwert. Will nächste Woche sowieso nochmal Blut abnehmen lassen wegen den Schilddrüsenwerten. Da gibt es ja wohl auch 2 unterschiedliche...

Ich bin soweit eigentlich durchgecheckt. War ja alles gut. Bin in letzter Zeit öfters beim HA gewesen, der mir auch jedes Mal bestätigt hat, dass alles gut ist und ich einfach mit den Nerven runter bin. Er hat mir dann erklärt, dass ich momentan in einer Lebenskrise stecke und mein zentrales Nervensystem am Rad dreht wegen dem ganzen Stress und es deshalb überall zuckt und tut.

Naja, ich wart jetzt einfach mal ab. Hab mich in den letzten Tagen viel selber beobachtet und konnte schon das ein oder andere Muster erkennen. Morgen bin ich wieder bei meiner Therapeutin und am Freitag beim Heilpraktiker. Da bin ich ja auch mal gespannt.

Hast du schon einen Therapieplatz? Ich danke dir für deinen positiven Zuspruch.

Viele liebe Grüße und eine gute Nacht!
Sandra
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Sarah
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Sarah » 16:11:2017 0:15

Lese mal den Beitrag "Eisenspeicherwert" ist 2 Beiträge über dem hier.

Mein Hausarzt hat es nicht getestet und hat gesagt Eisenwert ist ok.
Aber eben nicht der Depowert. Frag bitte deinen Hausarzt mal.

Ich bin in einer Verhaltenstherapie. Diese Anschrift habe ich von der Liste von Schatten und Licht bekommen.


Gute Nacht euch

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Marika
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 16:11:2017 9:49

Guten Morgen,

Sandra: Ja, ich konnte die Auslöser für mich erkennen, es waren mehrere. Erstens habe ich eine genetische Komponente (bei uns kommen psych. Erkrankungen gehäuft in der Familie vor), dann ein sensibles Nervenkostüm (was aber mittlerweile etwa sehr schönes und positives für mich ist :D ), bereits als Kind war ich zwanghaft und dann noch die Schwangerschaft und Geburt... Vor allem der Umstand, dass ich in der Kindheit sehr viele schadende Verhaltensmuster aufgebaut hatte, war ein großer Faktor. Das alles erkannte ich in der Therapie und konnte sehr gut daran arbeiten.

Allerdings ist mein "Schaden" (ist jetzt liebevoll gemeint :D ) so, dass ich ganz ohne AD nicht stabil bleibe. Ich nehme immer noch - und wohl mein Leben lang - 10 mg Cipralex (ist ein AD, dass das Serotonin im Gehirn stabil hält). Aber wenn man beachtet, dass ich in meiner schlimmsten Zeit 3 Medis in Höchstdosis brauchte und jetzt nur noch eines in niedrigster Dosis, so ist das für mich ein großer Erfolg. :D Meine Erkrankung war sehr schwer und dank Therapie konnte ich 3/4 der Medis wieder absetzen. :D Ich habe schon mal versucht, die letzten 10 mg auch abzusetzen, aber die Symptome kamen langsam und schleichend wieder... Es scheint, dass mein Gehirnstoffwechsel sich nicht mehr ganz alleine gesund regulieren kann. Aber gut, ich habe das für mich angenommen, hadere absolut nicht mehr damit. Für mich zählt, das ich heute eine Lebensqualität habe, die ich eigentlich mein ganzes Leben davor nicht kannte. Weil mich so viele negative Verhaltensmuster geprägt hatten... 2 Hauptpunkte für mich waren: Selbstvertrauen und Selbstliebe aufbauen - hier hat mich die Therapie sehr weiter gebracht.

Ich finde es sehr wichtig, dass ihr die Schilddrüse und das Eisen anschauen lasst. Auch sonst ein Rund - Um - Check ist nie verkehrt um alles andere aus zu schließen.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 17:11:2017 21:27

Guten Abend,

da kannst du wirklich stolz auf dich sein, Marika. Und was sind schon 10 mg Cipralex? Das nimmt man doch gerne in Kauf, wenn man dafür ein beschwerdefreies Leben hat. Ist ja jetzt auch nicht die mega Dosis.
Wie ist das eigentlich, wenn man die PPD überstanden hat oder gut auf die Medis anspringt? Sind die Ängste und Sorgen ganz weg oder einfach wieder wie vorher in einem "normalen" Rahmen?

Hatte heute den Termin bei meiner Heilpraktikerin. War ganz interessant. Hab ihr absichtlich wenige Infos über mich gegeben, aber sie konnte mich von allem her sehr gut einschätzen. War ich ehrlich gesagt überrascht. Unabhängig von meiner Therapeutin meinte sie, dass ich genug Ressourcen zur Verfügung hätte, aus denen ich schöpfen kann. Das sagt sich immer so leicht... Hat mir jetzt bissl was aufgeschrieben und jetzt schauen wir mal.

Ich weiß schon, wo mein "Problem" liegt, ich weiß nur nicht, wie ich das ändern kann. Was die Kinder bzw die Mutterschaft angeht bin ich absolut perfektionistisch und an diesem "falschen" Perfektionismus scheiter ich einfach und mach mich dann selber ziemlich fertig. Ich selber hatte eine üble Kindheit und meine Mutter war eine ganz furchtbare Mutter und sowas will ich nicht ansatzweise für meine Kinder. Und dazu kommt eben noch der ganz alltägliche Wahnsinn, den man eben so hat. :roll:
Ich muss einfach lockerer werden und meine Anforderungen an mich selber runterschrauben. Das müsste doch zu schaffen sein...

Wie macht ihr anderen Mamis das denn mit Baby, Kleinkind, Haushalt, Wäsche etc? Gibt es da einen Geheimtip?

Viele liebe Grüße und einen schönen Abend!
Sandra
Viele liebe Grüße
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Marika
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 18:11:2017 9:49

Hey Sandra,

schön, dass dich der Termin beim Heilpraktiker weiter gebracht hat. Ich bin der Meinung, dass die Kombi aus Schul-und Alternativmedizin am meisten bringt.

Weil du gerade vom Perfektionismus sprichst - das ist so etwas, mit dem fast alle Mamas hier kämpfen. Die viel zu hohen Ansprüche (auch die moralischen) sind meist viel, viel zu hoch. Das runter zu schrauben ist gar nicht so einfach. Hier hat mir die Therapie sehr geholfen.

Du hast gefragt, wie ich mich mit dem AD fühle: Ganz normal! :wink: Die Ängste sind in normale Bahnen über gegangen. Das heißt z.B.: Kommt mein Sohn nicht zur normalen Zeit aus der Schule - mache ich mir natürlich Sorgen und bekomme Angst. Ich habe aber keine Angst mehr vor dem Tag, oder Angst vor der Zukunft und Zwangsgedanken habe ich auch keine mehr. Also - normale Ängste und Sorgen werden nicht einfach wegdrückt, das AD bewirkt aber dass nicht übertrieben auf harmlose Situationen reagiert wird. Du musst dir das Serotonin wie einen Postboten vorstellen: Alles Informationen von Außen werden von den Botenstoffen in die zuständigen Gehirnareale transportiert, dort wird dann eine Reaktion ausgelöst. Bellt dich also z.B. ein Hund an und fletscht die Zähne, bringt das Serotonin diese Info in das Gehirnareal wo "Angst, Vorsicht, Flucht" zuständig sind - du reagiert also auch so - berechtigter Weise. Was passiert aber wenn zu wenig Botenstoffe da sind? Das gleiche wie wenn zu wenig Briefträger unterwegs sind: Die Post (also die Infos) kommt zu spät, oder gar an den falschen Adressaten. So kann also z.B. eine harmlose Situation (mit dem Baby alleine zu Hause sein) fälschlicherweise in das "Angst" Real gelangen - du reagierst dann auch mit Angst - Unnötiger Weise. So entstehen Ängste, Panik usw... obwohl es objektiv betrachtet keinen Auslöser gibt.
Das AD hat einen Wirkstoff, der das Serotonin länger im Gehirn hält, damit es seine Arbeit tun kann. So wird auch die "Post" wieder richtig zugestellt. :D

Die Therapie ist aber auch sehr wichtig: Mit div. Übungen kann man aktiv Gehirnareale stimulieren wieder mehr zu arbeiten (z.B. jenes in dem Glück entsteht) und andere die evlt. Überaktiv sind (Angstareal) kommen auf ein normales Level runter. Man kann sein Gehirn also aktiv trainieren, in dem man bewusst Dinge tut, die einem gut tun. Aber auch sich seinen Ängsten stellen ist wichtig. So lernt das Gehirn, dass ja gar nichts passiert und hört auf, ständig "Dauerfeuer" zu geben.

Mir haben diese Erkenntnisse sehr geholfen, zu verstehen was da in meinem Oberstübchen abgeht. Vielleicht hilft es euch auch ein bisschen. :D
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 18:11:2017 21:35

Hallo Marika,

hm, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, ob mich der Termin wirklich weiter gebracht hat. :? Alle sprechen immer von meinen eigenen Ressourcen - ich weiß einfach nicht, wie ich da rankommen soll. Bin einfach hin- und hergerissen. Auf der einen Seite denk ich, dass sich alles ohne AD wieder stabilisieren wird. Dauert halt lange. Auf der anderen Seite denk ich, dass ich mit dem AD wahrscheinlich schneller wieder auf die Beine komm. Mich nerven halt diese körperlichen Geschichten extrem und dieses Gefühl von nicht so richtig da sein. Ich hoffe bloß, dass dieses Gefühl wieder verschwindet. Das belastet mich am allermeisten. Könnte echt heulen. Hab in einem meiner Bücher gelesen, dass dieses Gefühl wohl ganz typisch bei ner Angststörung sei, aber wie geht das wieder weg??

Jetzt muss ich nochmal genauer fragen wegen Zwangsgedanken. Geht es dabei immer darum, dass man sich oder den Kindern was antut oder malt man sich da grundsätzlich den worst case von sämtlichen Situationen aus? Z. B. ich muss einkaufen fahren und mein Hirn stellt sich vor, dass ich nen tödlichen Unfall hab. Sind das Zwangsgedanken?

Dass man das mit den positiven Gedsnken trainieren kann, hab ich gelesen. Versuch ich auch schon, aber es fällt mir noch echt schwer. Aber steh ja auch noch am Anfang der Therapie.

Kannst du mir vielleicht bitte 1-2 gute Bücher zum Thema empfehlen? Gibt mittlerweile ja doch schon einige... wäre dir wirklich dankbar.

Wünsche noch einen schönen Abend!

Viele liebe Grüße
Sandra
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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 19:11:2017 11:42

Hallo Sandra,

also, WIE dieses Angstgefühl verschwindet oder auch die "eigenen Ressourcen anzapfen" wäre eine Aufgabe in der Therapie. Hier soll dich der Therapeut hinleiten und dir helfen das vorhandene Potenzial zu nutzen. Und er kann dir auch neue Wege aufzeigen. Das macht die Therapie so wertvoll, Bücher können das teilweise auch, aber einen richtigen Ansprechpartner zu haben, ist dann doch nochmal was anderes. Wegen der Bücher: meine haben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel :wink: , ich würde dir hierzu raten, einen neuen Thread auf zu machen und explizit nach Büchern zu fragen. Da bekommst du sicher sehr gute Antworten.

Wegen der ZG: Das sind Gedanken mit Inhalten die dich ängstigen, dich abstoßen, sich aber nicht verdrängen lassen - also immer und immer wieder kommen. Die Inhalte können sehr verschieden sein. Da aber Angst und Zwang ehr miteinander verflochten sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Angstgedanken und ZG oft. Dein beschriebener Gedanke würde ich eher als Angstgedanke sehen. ZG haben meist das eigene unpassende Handeln im Mittelpunkt und weniger eine allgemeine Bedrohung von außen, wie z.B. einen Unfall zu haben.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 22:11:2017 20:05

Hallo,

okay, dann werde ich das Thema "Ressourcen anzapfen " morgen mal mit meiner Therapeutin besprechen.
Die Reiterei hat mir immer sehr gut geholfen beim Abschalten, also eigentlich alles, was mit Pferden zu tun hat. Vielleicht liegt da mein persönlicher Schlüssel.

Die letzten Tage waren wirklich soweit gut, die Ängste waren kaum da bzw ich hab sie weggeschickt. Konnte auch wieder mit meinen Zwergen allein sein ohne Probleme und auch einkaufen ging. Ich konnte auch 2 Nächte einschlafen ohne mich in den Schlaf zu lesen. Da bin ich schon ein bisschen stolz. Heute ist allerdings ein nicht ganz so guter Tag. Die Gedanken kreisen schon seit heute Nachmittag wieder.

Wie ist das eigentlich mit dem weiblichen Zyklus und Angststörungen? Hab das Gefühl, dass es in der 2. ZH stärker ist. War auch schon immer mit PMS geplagt. Könnte es sein, dass es durch die Pille besser wird mit den Ängsten?
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 23:11:2017 9:27

Hallo Sandra,

ja der Zyklus hat viel mit guten und schlechten Tagen zu tun. Bei mir war es um den Eisprung herum am schlimmsten, bei vielen ist aber auch die Regel eine schwierige Zeit. Durch den Zyklus unterliegen wir ja auch enormen Hormonschwankungen und diese wirken sich dann auf die Botenstoffe aus.

Mit der Pille wäre ich vorsichtig, denn sie kann genau das Gegenteil bewirken: Ängste und Depressionen.
Übrigens staune ich immer wieder, dass viele ein AD ablehnen, aber die Pille sofort nehmen würden... Warum eigentlich? :wink: Die Pille unterdrückt den weiblichen Zyklus, das AD stellt einen gesunden Zustand her. Für mich ist da das AD die wesentlich harmlosere Variante. :wink:
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 26:11:2017 22:00

Hallo ihr,

so, hab heute meine 2. Periode nach dem Abstillen bekommen und was soll ich sagen? Der Tag gestern und heute sowie die letzte Nacht waren Horror. Zwei rabenschwarze Tage, ich war total gereizt, kurz vor'm Ausflippen und die Angst ständig da. Heute Nacht hatte ich Träume, ich bin völlig fertig aufgewacht und war so froh, dass es nicht real war. Das macht so langsam keinen Spaß mehr. Jetzt kommt dann Weihnachten - meine liebste Zeit im Jahr- und ich bin so panne.

Wird das wirklich besser mit Sertralin? Dämpfen die Medis die Angst, dass es wieder leichter und erträglicher wird? Meine Therapeutin meinte, ich würde wahrscheinlich gar nicht so viel davon merken. Das hat mir irgendwie ein bisschen meine Hoffnung genommen... Wird das jemals besser? Bin wirklich weit unten gerade.
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von Marika » 27:11:2017 8:41

Hallo,

das AD stellt den normalen Gehirnstoffwechsel wieder her und so entsteht automatisch schon mal weniger Angst. Weggedrückt wird sie NICHT, dass soll auch gar nicht so sein. Auch das Wort Abdämpfen kann man in dem Zusammenhang nicht verwenden. Denk an das Beispiel mit den Botenstoffen und den Briefträgern.

Ich kenne deine Therapeutin nicht, aber viele sind negativ bzgl. AD´s eingestellt. Und es gibt auch die Neurologen die sagen, nur Medis - Therapie bringt nix. Beides ist schlechtweg blöd - sorry. Denn BEIDES ZUSAMMEN ist nachweislich der Bringer bei Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen. Und dass du fast nichts merken würdest: Dem widersprechen die Erfahrungsberichte hier sehr eindeutig. Im Endeffekt kannst nur DU selber erstens entscheiden und zweitens merken ob und wie dir ein AD hilft. Von vornherein zu sagen du würdest fast nicht profitieren ist nicht o.k. Aber wie gesagt, viele Therapeuten sehen das so.

Die PMS die du gerade hast, kennen hier ganz viele. Dein Gehirnstoffwechsel ist angeschlagen und dann kommt noch 1 x im Monat die Periode hinzu - wieder ein Hormonsturz. Dass es dir dann nochmal schlechter geht, ist fast logisch. Wie gesagt kann ein AD im Idealfall diesen Gehirnstoffwechsel wieder herstellen. So haben dann andere Faktoren nicht mehr solche negativen Auswirkungen und auch die PMS wird besser.

Noch eines: ich möchte dich auf keinen Fall zum Sertralin überreden. Aber es ist mir wichtig, dass du die FAKTEN kennst und nicht nur einseitige Sichtweisen.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wie soll ich diese Zeit nur überstehen?

Beitrag von MiHe1417 » 27:11:2017 11:07

Hallo Marika,

vielen Dank für deinen Zuspruch. Eigentlich bin ich nicht so ein Jammerlappen und auch nicht so unentschlossen, aber momentan ist es echt schwierig. Ich seh einfach kein Ende vom Tunnel.

Ja, meine Ärztin hat mir SEHR deutlich gesagt, dass eine Therapie notwendig ist. AD allein hilft nicht. Das leuchtet schon ein. Ich kann ja die Therapeutin auch verstehen, aber ich kann mich doch nicht abends 10 - 15 min entspannen und Musik hören, wenn ich mitten in der Angst steck. Dazu ist es vielleicht einfach noch zu früh. Funktioniert bestimmt in einigen Monaten, da bin ich zuversichtlich.

Nein, ich seh das nicht als Überredung. Du kennst dich mit der Materie aus. Mich schreckt nur Tavor extrem ab. Ich möchte nicht abhängig davon werden. Aber dann denk ich, es sind ca 14 Tage, an denen ich ne halbe nehmen soll, dann greift vermutlich schon das Sertralin und ich könnt mit Tavor aufhören - ist doch gar nicht so lange. Weiß ja nicht, wie schnell man davon abhängig wird. So wie meine Örzti5gesagt hat, ist es anfänglich nur so verlockend weil es ja recht schnell wirkt und es einem gut geht.

Sollte ich für den Anfang gucken, dass ich nicht allein bin vormittags? Ungefähr 2 Wochen von ich dann "matschig", theoretisch. Ich versuch, zu planen. Der Krümel hat nächste Woche Taufe und 2 Wochen später ist Weihnachten.. Dann werd ich da irgendwann wohl anfangen. So mag ich nimmer. Ständig verspannt, angespannt, überreizt, nicht in der Lage, meinen Alltag so richtig zu packen.... Es reicht mir einfach.

Danke, Marika.
Viele liebe Grüße
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