Starken Rückfall einigermaßen überstanden

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Astrid77
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Starken Rückfall einigermaßen überstanden

Beitrag von Astrid77 » 12:09:2016 11:06

Hallo!
Eigentlich ist so ein Rückfall nicht wirklich positiv, aber da der nun wieder am Abklingen ist, schreibe ich es mal hier rein, da ich alles einigermaßen gut überstanden habe.
Ich glaube die wichtigste Rettung hierbei war eigentlich der Notvorrat Tavor, den ich zu Hause hatte.

Mein größerer Sohn ist zu alt für die Krippe geworden, wo er zusammen mit der Kleinen hingegangen ist. Er sollte in einen Kindergarten wechseln, und dieser Kindergarten hat wider Erwarten die Kleine auch gleich mitgenommen, so konnten beide gleichzeitig wechseln. Diesen Sommer kamen dann also zusammen 3 Wochen geschlossene Krippe, dann Eingewöhnung im neuen Kindergarten (am tag 1-2 Stunden, ich saß dabei), heute sollen die Kinder zum ersten mal bis 14:00 bleiben.
Ich bekomme immer schon Angst und emotionale Tiefs an den Wochenenden, und nun waren es 5 Wochen ohne Betreuung. Ich wusste schon gar nicht mehr, was ich mit den Kindern machen soll. Verlässlich bin ich gegen 11 Uhr das erste mal Komplett am Limit gewesen. Um 14:00 kam dann ab und zu unsere Babysitterin um mir beide mal abzunehmen, je nachdem wie es der Geldbeutel so zu ließ. Letzte Woche war ich dann total am Ende, habe gezittert und nachmittags auf dem Bett gelegen mit lautem Dröhnen im Kopf. Natürlich meine Kinder um mich rum, auf mir drauf - oder haben Klopapier in den Abfluss gestopft o.ä., denn auch die Kinder hatten nach so langer zeit nur noch Blödsinn im Kopf zu Hause. Es war der Horror. Ich habe dann beschlossen, Mittags eine halbe Tavor zu nehmen, das hat mich dann ein bisschen beruhigt und ich bin nicht mehr so ganz zitterig gewesen.

Ich glaube, was "wir" so immer erleben, das bezeichnen andere als Nervenzusammenbruch, und ich bin irgendwie froh, dass ich einigermaßen da durch steuern kann und weiß, was ich tun müsste wenn gar nichts mehr geht. Jetzt ist der Spuk hoffentlich zu Ende, denn wenn die Kinder zumindest einen halben Tag betreut sind, geht alles einfacher.

Viele Grüße von der mittlerweile nur noch 50% adrenalin-geladenen Astrid
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1. Kind 1/2013 keine PPD

2. Kind 12/2014 PPD 1 Monat später

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Momentan ohne Medikament - mal mehr und mal weniger stabil.

Sanna
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Re: Starken Rückfall einigermaßen überstanden

Beitrag von Sanna » 13:09:2016 9:06

Hallo Astrid!

Es ist fast schon normal, dass du bei einer Mehr-Belastung abbaust. Du merkst es ja selbst am Wochenende. Deine Stabilität steht auf so wackeligen Beinen, dass es ich eigentlich nicht wundert. Wichtig ist nur, dass du es so annimmst und dann da durch steuerst. Und das hast du ganz toll gemacht!! Wenn es sein muss, nimm eben mal ne Tavor. Na und? Hab ich auch gemacht. Dafür sind sie da, damit man im Notfall darauf zurück greifen kann.

Ich würde übrigens in deinem Fall gar nicht von einem Rückfall sprechen, da ja deine eigentliche Erkrankung noch gar nicht vollständig abgeklungen ist. Es ist eher mal wieder ein dickes Tief, das dich da erwischt hat.

Genieß es, dass es jetzt ein bisschen besser geht!

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Astrid77
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Re: Starken Rückfall einigermaßen überstanden

Beitrag von Astrid77 » 14:09:2016 21:13

Hi Sanna!
Ja, ich hatte eigentlich auch irgendwie gedacht, dass ich von den Symptomen wie Zittern etc. weg bin, aber naja... es gibt mal solche und mal solche Phasen. Heute war wieder ein ganz schlechter Tag. Das komische ist, dass man das vorher nie weiß - ich hatte eigentlich gedacht heute wird es ganz entspannt, aber es war schrecklich. Ist wohl irgendeine tief verankerte Tagesverfassung, von der man nichts mitbekommt. War mit den Kindern Abends einkaufen, und beide Kinder sind im Geschäft rumgerannt wie wild und es war einfach total chaotisch. Und dann immer der Gedanke "Was denken die Leute jetzt?" - na und nicht nur der Gedanke, auch die Blicke. Finde es schade, dass man von uns Müttern mit Kindern immer nur genervt ist. Das ist auch ein Grund, warum mein Selbstvertrauen so im Keller ist...
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