Wie kann ich meinem Mann helfen?

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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phil's.mom

Wie kann ich meinem Mann helfen?

Beitrag von phil's.mom » 14:02:2013 5:00

Hallo!

Ich wende mich heute mal an dieses Forum, da ich mir große Sorgen um meinen Mann mache.

Ich leide an einer Zwangserkrankung, damit einhergehend an depressiven Phasen (wenn die Zwänge mal wieder schlimmer werden, dann wird es mir zu anstrengend...)
Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, war ich bereits einmal in ambulanter und stationärer Behandlung, es ging mir sehr gut (keine Medikamente, keine Therapie war mehr nötig). Wir sind inzwischen sechs Jahre ein Paar, haben ein knapp 2-jähriges Kind. Während der Schwangerschaft und vor allem nach der Geburt war ich in einem freien Fall, was die Zwänge betrifft, Mein Mann musste sehr viel zurück stecken und mitmachen. Ich war vor einem Jahr erneut in stationärer Behandlung, bin noch immer in ambulanter Therapie und bin mit Medikamenten gut eingestellt (und dieses Mal will ich die Medikamente auf unbestimmte Zeit weiter nehmen).

Mein Mann war immer stark für mich. Hat uns als Paar nicht aufgegeben.
Und jetzt scheint es mir so, dass er am Ende seiner Kräfte ist. Die Waage scheint zu kippen -je besser es mir geht, desto schlechter geht es ihm.
Er hat ständig Migräne und ist immer müde. Vor zwei Monaten hatte er einen Hörsturz, seitdem hat er einen Tinnitus.

Als Paar hatten wir uns fast verloren, dann wieder gefunden als es mir besser ging. Jetzt fühle ich mich doch manchmal einsam, da es ihm fast immer schlecht geht. Er geht normal zur Arbeit, aber zu Hause muss er sich immerzu ausruhen. Bin die meiste Zeit alleine mit unserem Kind.

Ich würde ihm so gerne helfen. Von seinem HNO Arzt hat er eine Überweisung zum Psychologen bekommen. Damit er lernt, wie er den Stress abbauen kann.

Meine Frage daher an euch als Angehörige: Wie kompensiert ihr am besten den Stress aus dem Alltag? Wie kann ich meinen Mann am besten unterstützen? Er war jetzt so lange für mich stark, nun möchte ich für ihn da sein und ihm helfen. Habe ihn oft gefragt, ob es an mir liegt bzw. an der Beziehung, aber er sagt dass er glücklich mit mir und uns als Familie ist. Hilft es euch, wenn ihr jemanden habt, wo ich euch mal so richtig auskotzen könnt?!

Danke!

Butterblume

Beitrag von Butterblume » 14:02:2013 21:03

Hallo,

mir geht es genauso. Ich hatte 2009 eine PPP und 2011 einen Rückfall. Mein Mann war immer für mich da. Seit dem Rückfall geht es ihm meistens schlecht. Und genau wie du schreibst, muss er sich immer ausruhen, wenn er zu Hause ist. Ich hab oft von ihm verlangt, an den Wochenenden alleine was mit unserem Sohn zu machen, damit ich mich auch mal ausruhen kann.
Das mach ich jetzt nicht mehr oft, da ich eingesehen hab, dass er sehr viel Ruhe am Wochenende braucht.
Wir machen dann eher Ausflüge als Familie, das ist für ihn nicht so anstrengend, wie wenn er mit unserem Sohn alleine ist.
Ihm hilft es, sich mal auszukotzen. Doch er geht eigentlich nie von sich aus auf jmd. zu. Deshalb hab ich schon 2 mal einem Freund von ihm ne Sms geschrieben und ihn gebeten, meinen Mann anzurufen, da es ihm schlecht geht. Das hat er dann gemacht (mein Mann weiß nichts von der Sms), und es hat ihm sehr geholfen, mal mit jmd. ausehstehendem zu reden.
Mein Mann hat das mit meinen 2 Psychosen nicht verkraftet oder verarbeitet, außerdem hat er ständig Angst, ich könnte wieder einen Rückfall bekommen.
Kann dich gut verstehen, dass du deinem Mann helfen willst. Hat er Hobbies (z.B. Sport, wo er sich richtig auspowen kann und abschalten kann)? Habt ihr ein gemeinsames Hobby? Bestimmt hilft es ihm, wenn du öfter mal Zeit mit ihm alleine verbringst (ohne Kind). Habt ihr einen Babysitter? Geht doch öfter mal Essen oder macht sonst was schönes, das tut ihm bestimmt gut. Hat er einen Freund mit dem er über alles reden kann?
Würde es ihm helfen, in eine Angehörigengruppe zu gehen?
Alles Gute!
Lg, Butterblume

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