Langsame Peripartale Depression möglich?

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Stefan

Langsame Peripartale Depression möglich?

Beitrag von Stefan » 18:02:2013 21:31

Hallo,
wir haben es nicht geschafft. Meine Frau und ich haben uns jetzt getrennt. Unsere Tocher ist 5 und unser Sohn 8 Jahre. Beide Kinder leben bei mir.

Auf der Suche nach Fragen nach dem Warum, und dem unterschwelligem Bewusstsein meinerseits das irgendetwas nicht Stimming ist, bin ich nun auf diese Seite gestoßen. Alles was ich hier lese passt auch auf meine Frau. Nur das es bei uns nicht so stark hervortrat wie bei vielen hier. Ich habe mehr den Eindruck gewonnen das es eigentlich seit der Geburt immer unterschwellig da war.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Gruss S.

Bommelchen

Beitrag von Bommelchen » 19:02:2013 0:53

Hallo Stefan,

es tut mir sehr leid, dass eine gemeinsame Zukunft für Euch nicht mehr möglich war...

Magst Du ein bißchen mehr erzählen, damit wir Dir weiterhelfen können? Wann ist Deine Frau erkrankt? Wie hat sich die PPD geäußert? Hat sie sich behandeln lassen? Ist Deine Frau immer noch krank?

LG Bommelchen

sonnenblume

Beitrag von sonnenblume » 19:02:2013 7:58

Guten Morgen, Stefan! Auch mir tut es leid, dass eine gemeinsame Zukunft nicht mehr möglich war! Wie geht es dir denn? Und deinen Kindern? Wie Bommelchen schon schreibt, wäre es gut, wenn du uns die Symptome schildern könntest! Ich bin selbst eine betroffene Mutter, also keine Angehörige, aber ich denke, dass wir dir dennoch helfen können, etwas Licht in das Dunkle zu bringen!
Viele Grüße Sonnenblume

herzelmaus

Beitrag von herzelmaus » 19:02:2013 15:01

Hallo Stefan,

mir tut es auch unendlich leid für und deine Familie.
Natürlich ist es möglich, dass es seit der Geburt unterschwellig mitlaufen kann.
Man kann latent schon psychisch erkranken ohne das man psychatrisch auffällig wird.

Sehr viele Frauen leiden nach der Geburt ohne dass sie wissen was mit ihnen nicht stimmt. Außerdem "müssen sie doch auch die tolle, starke Mutter sein, die ihr Kind über alles liebt und alles meistern können und das ganze Bitte auch gerne mit einem Lächeln". Das ist was Frau Druck macht, denn das ist das Bild der Gesellschaft. Alles andere "darf" doch nicht sein.
So kann es sein, dass du es merkst, denn bei dir kann sie sein wie sie ist und "draußen" passt man sie wieder an. Bis es vielleicht irgendwann nicht mehr geht.

Manchmal muß man erst ganz tief fallen bevor man sich Hilfe holt und solange kannst leider auch du als Ehemann nicht viel ausrichten, denn die Einsicht deiner Frau muß da sein, sonst wird das leider alles nichts.
Du kannst nur deine Befürchtungen und Ängste äußern und vielleicht auch Begleitung anbieten aber alles andere muß deine Fraun tun, sonst kann sie nicht gesund werden. (leider)

Ich finde es übrigens ganz toll, dass du dich so darum kümmerst und nicht aufgibst. Ganz toll, ein dickes Lob und Hut ab, dass du deine Kinder hast.

Ich wünsch dir alles Gute

Stefan

Beitrag von Stefan » 20:02:2013 0:29

Vielen Dank für eure Antworten!

Naja wie soll ich das erklären ? Es war schon immer in unserer Beziehung so, das ich Kinder haben wollte, sie nicht so richtig. Schließlich hat es dann nach langem probieren geklappt. Beim zweiten Kind hatte es auch ein wenig gedauert.
Als die Kinder da waren habe ich dann bei beiden feststellen müssen, das sie für meine Frau so eine Art Last darstellen. - Diesen Eindruck hatte ich nicht immer aber des öfteren. Nun kann man natürlich sagen, das gibt sich wieder, aber es hat sich eben nicht gegeben.
Ich habe versucht über die Jahre immer kräftig und m.E. ihr immer mehr unter die Arme zu greifen - einfach in allen Dingen. Aber das half alles nichts. Sie wurde immer launischer, forderte immer mehr Zeit für sich ein etc.
Wenn ich die Schlagwörter auf der Startseite lese wie: << Müdigkeit, Erschöpfung, Energiemangel, Traurigkeit, Schuldgefühle, Inneres Leeregefühl, Allgemeines Desinteresse, sexuelle Unlust, extreme Reizbarkeit, Zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber >> - finde ich mich im allen wieder. All diese Zustände habe ich die ganze Zeit - erst schwächer und dann stärker bei ihr wahrgenommen.

Im letzten Jahr hat sich meine Frau ganz in
ein leerstehendes Zimmer in unserem Haus zuückgezogen. Am Wochenende viel geschlafen - kaum Interesse für die Kinder gezeigt etc.

Nun was soll ich denn jetzt tun?
Im Moment frage ich mich, ob ich es forcieren sollte das meine Kinder möglichst viel Zeit mit meiner Frau verbringen sollten - wenn sie da ist- , oder ob ich einfach mal abwarten soll wie sich die Bedürfnisse meiner Frau entwickeln. Nach dem Motto ich werde meiner Frau die Kinder nicht vorenthalten wenn sie sie sehen will, ich werde sie aber auch nicht fragen "wann nimmst du sie denn mal"!

Gruss S.

Bommelchen

Beitrag von Bommelchen » 20:02:2013 1:37

Hallo Stefan,

wohnt Deine Frau immer noch in Eurem Haus, oder ist sie mittlerweile ausgezogen? So wie Du die Symptome schilderst, denke ich schon, dass Deine Frau an einer Depression erkrankt ist. Meinst Du, sie ist sich dessen bewusst, oder würde es etwas bringen, wenn Du sie darauf ansprichst? Es wäre ganz wichtig, dass sie selbst einsieht, dass sie psychiatrische Hilfe braucht, damit sie sich in ärztliche Behandlung begibt. Gegen seinen Willen kannst Du einen psychisch erkrankten Menschen nicht therapieren.

LG Bommelchen

sonnenblume

Beitrag von sonnenblume » 20:02:2013 7:09

Guten Morgen Stefan, beim Nachdenken über eure Situation kam mir der Gedanke, dass es für euch beide, auch für dich, hilfreich sein könnte, wenn ihr professionelle Unterstützung annehmt, ein Paartherapeut oder ein Mediator, jemand von der Erziehungsberatungsstelle. Ich könnte mir vorstellen, dass deine Frau grade in der Trennungsphase Fragen von dir als Vorwurf auffassen würde. Mit Hilfe eines Mediators könnte auch das Thema des "Umgangs" mit den Kindern geklärt werden. Auch dir könnte es in dieser belastenden Situation helfen. Ich bin selbst alleinerziehend (seit der 26 SSW),
habe auch immer den Umgang mit dem Vater unterstützt, aber nicht "erzwungen", auch hilft mir therapeutische Unterstützung. Konntest du je deine Frau auf die Symptome ansprechen?
Bist du berufstätig? Ich habe zwar nur ein Kind und arbeite Vollzeit als Lehrerin!
Ich wünsche dir, alles erdenklich Gute für dich, deine Kinder und deine Frau.
Viele Grüße Sonnenblume

Stefan

Beitrag von Stefan » 21:02:2013 22:25

Hallo Bommelchen und Sonnenblume

danke für eure Beiträge. Ja, meine Frau ist ausgezogen ohne die Kinder. Wir /Ich hab vor zwei Jahren mehrfach darüber gesprochen uns Hilfe zu holen. Aber sie hat immerzu abgelehnt.
Ich hatte sie auch schon mal darauf angesprochen das sie Depressionen hat. Sie hatte jedoch sofort abgelehnt sich Hilfe zu nehmen.

Ich gehe vollzeit arbeiten und habe somit im Moment einen ganz schönen Stress. - Obwohl es geht, da meine Situation ja - im Grunde genommen - nicht plötzlich entstanden ist. Ich habe eh schon viel mit den Kindern gemacht und im Haushalt mitgearbeitet.

Gut zu erfahren, dass du den Umgang auch nicht erzwingst. Danke hierfür!

Gruss

Stefan

omi

Beitrag von omi » 22:02:2013 5:58

Hallo Stefan, tut mir leid für euch. Sich kann dich gut verstehen, meiner Situation ist zur zeit ähnlich. Nur geht es bei mit um meine Tochter (Briefe an meine Enkelin). Man ist so machtlos, wenn das Gegenüber nicht wahrhaben will, das was schief läuft. Kann dir leider auch nichts Raten, aber mir tut es schon gut, wenn ich weiß, mir geht's nicht alleine so. Ich wünsche dir viel Kraft, die wirst du brauchen.
Lg omi

sonnenblume

Beitrag von sonnenblume » 22:02:2013 8:24

Guten Morgen Stefan,
ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du viel Stress hast! Hast du Hilfe durch Großeltern, Freunde oder Nachbarn, die zur Not einspringen können und dich mal entlasten? Ich habe u.a. eine tolle Babysitterin, die seit meinem letzten Rückfall in starke Depressionen, einmal in der Woche mit meinem Sohn etwas unternimmt, er ist begeistert und ich kann mich regenerieren.
(Inzwischen geht es mir wieder viel besser!)
Mein Sohn ist wie deine Tochter fünf Jahre alt. Wie gehen deine Kinder mit dem Auszug der Mutter um? Hat sie Kontakt aufgenommen? Der Vater meines Kindes war über die Geburt willentlich im Ausland, hatte Kontakt zu unserem Sohn vom 6. Lebensmonat bis zum 1. Lebensjahr, hat den Kontakt dann abgebrochen bis zum 3. Geburtstag! Als ich durch seine Mutter erfahren habe, dass er den Kontakt gerne wieder aufnehmen möchte, habe ich ihm den Weg dazu bereitet. Seitdem sieht er ihn einmal in der Woche, die beiden haben ein gute, fröhliche Beziehung.
In meiner depressiven Phase habe ich meinem Sohn ein altersgerechtes Buch über Depressionen vorgelesen, damit er evt. negative Gefühle von mir nicht auf sich bezieht: "Mamas Monster: Was ist nur mit Mama los?"
(Mir ging es zum Glück nicht so schlecht wie der Mutter in diesem Buch).
Ein anderes empfohlenes Buch für Erwachsene und ältere Kinder ist:
"Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren."
Es ist nur ein Gedanke, vielleicht hilft es euch mit der Situation umzugehen.
Ich wünsche dir viel Kraft für euren Alltag!
Liebe Grüße Sonnenblume

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