Für alle Angehörigen

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Sas

Für alle Angehörigen

Beitrag von Sas » 01:04:2006 21:48

Hallo, ich habe gerade im Internet diesen Text für Angehörige von Frauen mit PPD gefunden.

Ich finde, er ist ganz gut geschrieben:



Sich um jemand kümmern,
die an postnatalen Depressionen leidet


"Ich habe sie gehalten, während sie geweint hat und bin dann zur Arbeit gefahren und habe im Auto selbst geweint."

Wenn Sie glauben, daß jemand, um den Sie sich sorgen, PND hat, versuchen Sie folgendes zu tun:

Akzeptieren Sie, daß sie nicht wie bisher weitermachen kann.
Zeigen Sie, daß Sie sich sorgen. Ohne das Gefühl zu haben, geliebt zu werden, kann es ihr schwer fallen, sich besser zu fühlen.

Hören Sie zu. Lassen Sie sie es auf ihre Weise erzählen. Sie müssen der Geschichte vielleicht einige Male zuhören, bevor sie sie selbst im richtigen Licht sieht.

Lesen Sie ihre Körpersprache. Es kann Dinge geben, die sie fühlt, aber nicht aussprechen kann.

Akzeptieren Sie die guten und die schlechten Gefühle. Zu sagen " Das meinst Du nicht wirklich" kann sie dazu bringen, in Zukunft ihre Gedanken für sich zu behalten. Ein schlechtes Gefühl, das nicht ausgesprochen wird, wächst.

Seien Sie nicht abweisend und urteilen Sie nicht. Zu sagen "Reiß Dich zusammen" oder "Jeder fühlt sich so" hilft nicht und ist auch nicht wahr. Sie fühlt sich sowieso schon schuldig.

Lassen Sie ihr Zeit - das ist Ihr wertvollstes Geschenk.

Ermutigen Sie sie, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn sie dies nicht schon getan hat.
Versuchen Sie herauszufinden, ob es in Ihrer Gegend eine Gruppe PND-Betroffener gibt.

Zeigen Sie, daß Sie Vertrauen in sie haben. Sie mag im Moment nicht an sich selbst glauben, aber sie wird glauben wollen, was Sie ihr sagen.

Überzeugen Sie sie davon, sich selbst Zeit zu geben. Jede Mutter hat ein Recht und ein Bedürfnis auf eine Zeit für sich selbst.

Jemanden mit postnatalen Depressionen zu unterstützen kann einen selbst sehr erschöpfen. Sorgen Sie dafür, daß Sie sich auch um sich selbst kümmern und versuchen Sie, die Last zu teilen.

Quelle: "Postnatal depression", The national childbirth trust, London

Liebe Leute, Ihr brauch jetzt sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen für Eure Frauen/ Freundinnen. Und sucht Euch selbst auch Hilfe, denn auch für euch ist die Situation nicht einfach. Wir sind hier auch für Euch da!!

LG, Saskia

Jenny

Beitrag von Jenny » 01:04:2006 22:17

Liebe Angehörigen,
schaut vielleicht auch einmal auf folgende Seite:

http://www.medizinfo.de/kopfundseele/de ... prtips.htm

Ihr erfahrt hier, was eine Depression ist, wie sie sich äußert und was man dagegen tun kann.

Muschelkalk

Beitrag von Muschelkalk » 05:04:2006 9:37

Mich berührt das sehr, wenn ich lese, dass "er" "sie" getröstet hat, wenn "sie" geweint hat, um dann ins Auto zu steigen und insgeheim selbst zu weinen...oh, je, da kullerts schon. Ist so seltsam, dass ich, seit ich krank bin, Dinge lese und sofort weinen kann. Hatte ich früher nicht. Ich bin wohl so was wie ein riesiger Seismograf...

Jedenfalls ein sehr eindrucksvoller Text...glaube, der ist sehr nah an der Realität!

Muschelkalk

sunshine

Beitrag von sunshine » 05:04:2006 10:36

Liebes Muscheltränchen,

ich kanns so gut verstehen, das beste daran ist aber: genau diese Tränen sind so wertvoll weil sie aus MitGEFÜHL bestehen - sprich jemand der denkt gar keine Emotionen mehr zu haben, aber doch weinen kann, der ist noch voll aktivierbar!!!

Zu mir haben sie im KH gesagt (weil ich Dauergeschluchzt hab) sind Sie doch froh, dass sie weinen können, die meisten Patienten hier haben sich so eingegraben das keine Emotion mehr möglich ist!!!

Juhuschluchzzitterheul, die Welt ist noch in Ordnung!!!!!

Mir gehts bei so Fernsehsendungen mit realem traurigem Hintergrund so, aber ich reiss mich immer zusammen obwohl meine Tränen schon in den Startlöchern stehen....

Alles Liebe,
Christine

Wolfgang

Gefühle

Beitrag von Wolfgang » 05:04:2006 21:54

Hallo Ihr lieben, alles auch wenn es noch so schlecht ist hat auch eine gute Seite.
Auch wenn man denkt die PPD wäre nur schlecht, nein uns hat sie gezeigt, dass man seine Augen wieder für die kleinen und schönen Dinge im Leben öffnen kann.
Denn die schönsten Dinge im Leben kann man weder sehen noch anfassen, man muss sie im Herzen spüren.
Da kann und darf auch dann und wann mal eine Träne vor Freude kullern.
Liebe Grüße
Wolfgang

Jenny

Beitrag von Jenny » 05:04:2006 22:07

Ach das hast du gut gesagt! Mit diesem Satz kann ich schlafen gehen.
Gute Nacht, Wolfgang.

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