Wie lange sollte man es ertragen?

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Marsel

Wie lange sollte man es ertragen?

Beitrag von Marsel » 30:08:2006 19:49

Hallo!

Nach längerem bin ich wieder mal zurück und es ist nicht besser geworden. Die Vorgeschichte ist hier http://www.schatten-und-licht.de/forum2 ... ght=marsel zu finden. Nachdem ich zum Schluß optimistisch war, dass meine Frau jetzt zum Psychologen geht und Medikamente nimmt, kam jetzt das böse Erwachen: Sie war nur einmal dort und hat mich seitdem immer belogen, erzählt, was sie in der Praxis besprochen haben, dass die Dosis erhöht werden muss... etc. alles nur Lügen. Wie reagiert man da? Seit über zwei Jahren versuche ich meine Frau zu bewegen, etwas gegen die PPD und die krankhafte Eifersucht zu unternehmen und nun das... ich kann nicht mehr.

Also wann sollte man den Schritt tun und seine Frau verlassen um sich selbst und seine Gesungheit und das Kind zu schützen? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

ubure

Beitrag von ubure » 30:08:2006 22:58

Hallo Marsel,

jetzt bin ich "leider" keine Angehörige, sondern eine Betroffene, aber ich kann mich noch gut an die ähnliche Situation damals bei uns erinnern. Ich wollte zwar unbedingt Hilfe, habe mich aber mehr schlecht als recht mit allem möglichen Zeug über Wasser gehalten (damit will ich jetzt NICHT sagen, dass Homöopathie, Bachblüten etc. Humbug sind - denn meine Kindern sprechen auf Globuli sehr gut an, nur ich eben überhaupt nicht :lol: ).

Schließlich war alles schon so schlimm, dass mein Mann endlich die Nerven verloren hat und mich sozusagen gezwungen hat, Tabletten zu nehmen, da er mich andernfalls sofort und auf der Stelle in eine Klinik stecken wollte (das klingt jetzt auch wieder so negativ mit der Klinik, aber das liegt einfach an meiner Krankenhaus-Phobie...jaja, ich bin ein Wrack). Resultat war ein Riesenkrach, der mich letztendlich aber zur Vernunft gebracht hat.

Was ich damit sagen will: vielleicht ist es notwendig, dass Du sie wirklich etwas (stärker) unter Druck setzt, damit sie begreift, um was es wirklich geht. Wie ist denn ihr Verhältnis zu Eurem Kind? Bei mir war es so, dass ich einfach gestorben wäre, hätte mich jemand von meinem Kind getrennt (deshalb hab ich ja nachgegeben...). es ist vielleicht gemein, solche Mittel in Erwägung zu ziehen, aber ich denke we die andern auch, dass Deine Frau zu ihrem Glück gezwungen werden muss.

Ich stehe natürlich auch jederzeit für Gespräche zur Verfügung - PN genügt!

Alles, alles Gute!!

bärenmama

Beitrag von bärenmama » 31:08:2006 8:37

Hallo Marsel,

ich habe Dir eine PN geschrieben...

lebenstraum

Beitrag von lebenstraum » 01:09:2006 20:26

Hallo,

auch ich bin zwar keine Angehörige aber auch bei mir war es so das ich mich total gegen eine Behandlung gewehrt habe,
warum weiß ich nicht genau, aus Scharm, aus Verdrängung....ich weiß es nicht,
jedenfalls war es so das mein Mann total am Ende war,
jeden Tag das gleiche, seine Frau von "früher" gab es nicht mehr, ständig die Heulerei, ständig diese Zweifel, negative Stimmung überall,
auch ich habe mich nur behandeln lassen,
weil er und meine Mutter mich unter Druck gesetzt haben,
sie haben mir deutlich gesagt das ich dabei bin alles zu verlieren,
mein Kind und meinen Mann,
und dann bin ich zum Facharzt gegangen, gemeinsam mit meinem Mann, er konnte dann auch erzählen wie er die Situation empfindet (hat ihm glaube ich auch gut getan) und die weitere Vorgehensweise wurde besprochen,
ich habe ja keine Therapie gemacht sondern nur Antidepressiva eingenommen,
vielleicht mußt Du (falls nicht schon geschehen) Deiner Frau ganz klar sagen wie es in Dir ausschaut, was sie alles aufs Spiel setzt und das sie dabei ist Dich zu verlieren und vielleicht auch ihr Kind!!!
Gibt es keine Freunde oder Familie die sie zur Behandlung motivieren können?

Ich kann mir vorstellen wie sehr Dich diese Lügen verletzt haben,
es ist keine Entschuldigung, aber sie ist wirklich krank, und PPD ist wirklich eine so gemeinde Krankheit,
auch ich hätte nie für möglich gehalten das ich einmal so fühlen, so denken oder so reden würde.....!!

LG
Anke

Ava

Beitrag von Ava » 01:09:2006 22:03

Lieber Marsel,

ich möchte Dir einfach ein paar Gedanken zu dem wie ich finde ziemlich provokativen Titel Deines threads schreiben: "Wie lange sollte man es ertragen?" - ich glaube ehrlich gesagt, dass Du Dich schon längst entschieden hast, Dich von Deiner Frau zu trennen. Vielleicht suchst Du hier im Forum Unterstützung für diesen Schritt, oder ganz einfach Zustimmung, oder wir sollen Dir Mut machen, vielleicht hast Du auch ein schlechtes Gewissen, oder Skrupel, wie auch immer, der Schritt ist kein kleiner, und Du bist noch ein bißchen hin und hergerissen. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, nach dem, wie ich die Geschichte wahrnehme, dass ihr - von Deiner Seite - noch eine Chance habt. Du schreibst sehr kühl über "Deine Frau" - sehr lieblos, distanziert. Verständlich, nach der langen Zeit und bei so wenig "Mitarbeit" von ihrer Seite - wobei wir hier leider mit ihr keinen Kontakt haben, warum auch immer sie hier nicht schreiben möchte.
Vielleicht ist die Trennung auch für Deine Frau eine Chance - für mich war es so. Mir geht es viel besser, seit wir getrennt sind. Ohne Liebe, Zuneigung, Vertrauen mit dem Ehemann unter einem Dach zu leben und nach außen so zu tun als ob, jedenfalls mehr oder weniger - das war für mich einfach nur Horror - hast Du einmal daran gedacht, dass es für Deine Frau auch so sein könnte? Hast Du ihr von diesem Forum erzählt?
Zeig´ ihr doch einfach mal diesen thread! Ich bin sicher, dass die Frauen hier im Forum gerne ihre Erfahrungen mit Deiner Frau teilen würden - viele haben hier Hilfe erfahren!!!!
Also bitte, Du anonyme Frau von Marsel, rühre Dich doch einfach und suche Dir Hilfe hier im Forum, damit sich diese miese Situation endlich ändern kann!!!!!

Alles Gute für Dich, Marsel, und für Dich (noch?) unbekannterweise, die Mutter seines Kindes! Und: ihr müßt es selbst anpacken, von alleine ändert sich nichts!!!

Ava

Jenny

Beitrag von Jenny » 01:09:2006 22:19

Lieber Marsel,

dass du leidest, ist klar.
Dass deine Frau leidet, ist auch klar.
Ginge es nur um euch Erwachsene, würd ich mich hier gar net einmischen. Versteh mich recht, net, dass es mir egal ist, aber man kann in so einer Angelegenheit weder zu- noch abraten.

Aber es sind Kinder da und nach denen musst du schauen.
Wie geht es denen?
Leiden sie unter der Situation?
Sind sie in irgendeiner Form verhaltensauffällig?
Wirken sie bedrückt?
Sind sie vielleicht besonders "brav" und angepasst?

Dann solltest du dir für die Kinder dringend Hilfe in einer Therapie suchen, damit sie alles aufarbeiten können und ihnen auch das Gefühl genommen wird, sie könnten in irgend einer Form Schuld sein an dem, was geschieht.

Eine Therapie für die Kinder solltest du ohnehin auch machen, falls ihr euch trennt.

Vielleicht siehst du, wenn die Kinder regelmäßig psychologisch betreut werden, auch klarer, wie du dich entscheiden sollst.

Wie auch immer, ich wünsche dir viel Kraft!!!

Anke
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Beitrag von Anke » 04:09:2006 15:58

Hallo Marsel,

mich errinnert Deine/Eure Situation ein bißchen an meine eigene vor 6 Jahren - und die war alles andere als leicht und angenehm.

Natürlich sind 2 Jahre PPD eine ewig lange Zeit; dennoch fände es nicht gut, wenn Du Dich von Deiner Frau in der jetzigen Situation trennst. Sicher ist ihr Verhalten (sie sagt sie geht zum Arzt, nimmt Tabletten und es stimmt nicht) in Deinen Augen nicht o. k. Aus ihrer Sicht sieht es wahrscheinlich anders aus. Vielleicht sieht sie sich gar nicht als (so) krank? Könntest Du sie vielleicht ab und zu zum Arzttermin begleiten? Dass sie auch da das Gefühl hat, Du stehst hinter ihr. Da Deine Frau anscheinend keine Kontakte mehr zu anderen Personen hat, die ihr zusätzlich helfen könnten, würde sie ja Dich, als einzige Stütze, bei einer Trennung auch noch verlieren.

Es ist natürlich auch ganz arg wichtig, dass Du nach DIR schaust; Mann zu sein von einer PPD-kranken Frau ist sehr schwierig. Aber Deiner Frau geht es noch schlechter, da sie krank ist. Deshalb, hol Du Dir auch Hilfe, sei es in Form von Gesprächen bei Freunden oder aber in Form eines Hobbies/Ausgleichs. Wichtig für Dich und Deine Frau ist, dass es (auch) DIR gut geht; sonst kannst Du nicht so gut helfen.

Wie sieht der Alltag bei Euch aus? Wer macht den Haushalt, kümmert sich ums Kind?

Auch wenn sich Deine Frau während der PPD verändert hat, solltet Ihr den Zeitpunkt einer evlt. Trennung aufschieben, bis es ihr besser geht oder sie ganz gesund ist. Kurze Zeit nach meinem Klinikaufenthalt habe ich mich von meinem Ex-Mann getrennt; er hat mich in meiner schwersten Zeit nicht unterstützt und auch gefühlsmäßig konnte ich mir ein Leben mit ihm nicht mehr vorstellen.

Alles, alles Gute für Euch drei!!! Deine Hilfe und Unterstützung ist nach wie vor viel wert!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

lola

Beitrag von lola » 05:09:2006 1:39

Lieber Marsel!


Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du am Ende deiner Kräfte bist. Diese Krankheit kann zum Teil sehr lange dauern, ich weiss wovon ich spreche.
Ich bin zwar auch keine Angehörige, aber meine PPD dauerte fast 4 Jahre und ich bin immer noch nicht ganz vollständig gesund. Aber es ging immer Schritt für Schritt bergauf und ich konnte mir vor zwei Jahren auch noch nicht vorstellen, dass ich jemals wieder Freude am Leben empfinden kann. Auch unsere Beziehung wurde auf eine harte Probe gestellt.
Wenn es wirklich noch nicht besser geworden ist, rate ich wirklich dringend, dass deine Partnerin doch versucht Medikamente zu nehmen. Sag ihr, dass auch ich riesen Horror vor Medikamenten hatte und mir auch überlegt habe, soll ich sie wirklich nehmen. Aber das war die Wende in meinem Leben. Dank diesen Medikamenten bekam mein Leben wieder Sinn. Ohne sie hätte ich es NICHT GESCHAFFT, weil es immer schlimmer wurde!!! Erst nach einem Jahr Leidenszeit nahm ich sie endlich und ich muss sagen- GOTT SEI DANK! Hätte ich sie nich genommen, ich wüsste nicht was mit mir jetzt passiert wäre. Bitte bitte versuch sie zu überzeugen...ich weiss das ist schwierig, aber bitte geb nicht auf. Denk an dein Kind.....
Ich stehe jederzeit auch für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Ich wünsche euch alles alles Gute und viel Kraft!

Lola

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