Abilify zu schwach --> RÜCKFALL ---> alles Kacke!

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

Moderator: Moderatoren

Antworten
marc

Abilify zu schwach --> RÃœCKFALL ---> alles Kacke!

Beitrag von marc » 10:02:2008 12:46

Hallo,
leider muss ich mich wieder mal melden. Und zwar wieder voller Verzweiflung.

Meine Frau war jetzt 1 Woche zuhause. Die ersten 4 Tage waren echt super, aber dann ging es langsam wieder Berg ab und dann schneller. Einige Symptome der Psychose sind schon wieder da. Wie ständiges Grübeln, Schlaflosigkeit, usw.
Wir waren ab sofort bei den ersten Anzeichen bei Ihrer Ärztin und sie hat dann erstmal Dominal verschrieben, dass sie zum schlafen verwenden sollte.
Die Nacht war zwar gut, aber irgendwie hat sich alles aufgestaut und morgens als sie wach war. Ging es wieder sofort los. Den ganzen Tag nur gegrübelt und konnte sich gar nicht mehr freuen. Dann wurde sie auch zittrig, und immer unruhiger, was meiner Meinung nach Nebenwirkung vom Abilify war. Dann waren wir wieder bei der Ärztin und sie hat ihr Invega aufgeschrieben. Das nimmt sie jetzt seit Freitag. Aber so richtig wirkt es auch nicht.

Wir sind dann am Freitag gleich wieder in die Klinik gefahren, da ist sie jetzt auch noch, bzw.wieder. allerdings ohne mich und ohne unseren Sohn.
Sie schläft schlecht und hat Albträume, zudem seit heute eine taube Zunge. Was auch als Nebenwirkungen von Invega angegeben wurde.

Das ist jetzt das 4. Medikament, dass sie nicht verträgt!


Ich weiß jetzt tauch nicht mehr wie es bei mir weitergehen soll. Ich hab zwar Elternzeit genommen, aber die Elterngeldstelle macht zicken und will nicht so wie ich will. Auch die Krankenkasse meiner Frau glänzt mit Inkompetenz und Bürokratie pur.

Ich muss jetzt auch mal langsam Kinderbetreuung organisieren. Der kleine ist momentan bei meiner Mutter, was aber auch nicht längerfristig geht.

Hat jemand Tipps, bzgl. der Behördengänge?

Hat jemand Erfahrung mit Invega und vor allem, wie schaut es mit der Genesung aus, wegen dem Rückfall?

So langsam verliere ich die Hoffnung, dass sie wieder gesund wird!

Gruß Marc

hoernum97

Beitrag von hoernum97 » 10:02:2008 18:49

Hallo marc.......


ich kann dir leider nicht Helfen was das angeht weswegen du hier reingeschrieben hast.......
Ich kann nur schreiben Hut ab für das was du für deine Frau tust.......Meine Frau hat PPD!!!!!
Ich helfe meiner Frau auch über diese Zeit hinwegzukommen,was nicht immer leicht ist......
Aber wenn du Lust hast mal mit jemand anderes zu schreiben....Ich versuche gerne zu Helfen(zuhören)........
Hallo hier nochmal ein Link für dich:
http://www.medknowledge.de/neu/med/jahr ... eridon.htm

Mfg hoernum97(Heiko)

Sas

Beitrag von Sas » 10:02:2008 19:05

Oh je, Marc!
Das klingt echt alles krass. Ich hatte auch sowas wie eine PPP und bei mir tauchte das auf, als meine Kleine so 10 Tage alt war. Also, bei mir konnten sich die Ärzte nicht einigen, ob ich jetzt eine PPP habe oder "nur" eine sehr schwere Depression. Ich konnte noch ganz klar denken und ich habe mich selbst für irre gehalten, ohne dass das die anderen dachten. Aber wahnhafte Gedanken waren es irgendwie doch, also taufte man das Ganze "schwere depressive Episode mit psychotische Symptomen". Was Du bisher geschrieben hast, das klingt als hätte Deine Frau was ähnliches. Also auch diese psychotischen Zustände und diese "Traurigkeit". Ich habe auch ein Neuroleptikum bekommen, Risperdal (6mg...) und auch ich hatte anfangs Nebenwirkungen wie z.B. diese komische Zunge. Aber das war nur am Anfang, es hat sich mit der Zeit (so ca. 2 Wochen ) gegeben. Alles das was sie hat kann natürlich auch von der Krankheit selbst kommen. Z.B. hatte ich diese Unruhe, Weinerlichkeit und das Zittern auch schon vor den Medikamenten. Und so lange hat Deine Frau die Krankheit ja noch nicht (ich weiß, die paar Wochen fühlen sich so an wie Jahrzehnte, aber man braucht dafür das was man gerade dann nicht hat - Geduld). Ich finde mich in sehr vielem wieder, wqas Du über Deine Frau schreibst. Ich wollte auch nach Hause und am liebsten gleich wieder voll arbeiten. Dann dachte ich wieder, ach, meine Familie ist ohne mich ja sowieso viel besser dran, ich bin ja eh' nur eine Last. Darum wollen sie mich ja auch wegschieben.
Kommt Dir sicher bekannt vor. Natürlich war ich in keinster Weise arbeitsfähig oder fähig das Krankenhaus zu verlassen, aber das wollte ich damals nicht verstehen. Das hätte man mir auch nicht mit harten und klaren Worten erklären können, es hätte nichts gebracht. Aber irgendwann ging es mir besser und ich habe es kapiert. Mein Arzt sagte, jetzt, wo Sie verstanden haben, dass sie noch lange nicht arbeiten können, sind Sie im Grunde schon sehr viel arbeitsfähiger als vorher. Letztendlich war ich ein ganzes Jahr krankgeschrieben. Und da kommen wir auch zur eigentlichen Antwort. Ich weiß nicht, wie bei Euch die Sachlage ist, aber bei mir hat die Krankenkasse auch Theater gemacht und ich habe ca. 3 Monate kein Geld von denen bekommen. Ich hatte Elternzeit beantragt, aber noch kein Erziehungsgeld (waren damals vor 3 Jahren auch nur 300 EURO). Und weil ich dieses Erziehungsgeld NICHT beantragt hatte und weil die Krankheit nioch vor Beginn der Elternzeit eintrat hatte ich Anspruch auf Krankengeld. Ich weiß nicht, ob Dir das jetzt weiterhilft. Es gibt dazu auch in der Krankenkassenverordnung einen Paragraphen, aber der fällt mir jetzt nicht mehr ein. Ansonsten kann Dir bei dem Behördenkram sicher der Sozialdienst in der Klinik helfen. Geh mal zu denen hin!
Ganz liebe Grüße und viel Kraft. Es dauert, aber es vergeht. GANZ SICHER!!!

Saskia

marc

Beitrag von marc » 10:02:2008 20:55

Vielen Dank für Eure Worte!

Zu SAS: Ja was Du schriebst kommt mir sehr bekannt vor!
Ich werde gleich morgen mal den Sozialdienst aufsuchen und mal schauen, was der für mich tun kann.

claudia

Re.:Abilify zu schwach-Rückfall-alles Kacke!!!!

Beitrag von claudia » 15:02:2008 11:24

Hallo Marc,

Das Medikament Deiner Frau kenne ich nicht und kann Dir deshalb dazu nichts sagen.

Ich selber hatte nach den ersten beiden Kindern PPP und mußte jedes Mal ohne Kinder in die Klinik.Das 1.Mal war ich drei Monate "weg",beim 2.Kind 6 Wochen stationär.Beim 3.Kind(ungeplant und eine Zeitlang auch ungewollt)hab ich schon während der SS Neuroleptika bekommen,um den Ausbruch einer Psychose zu verhindern.Es hat auch funktioniert.

Im Anschluß an die Psychosen hatte ich noch depressive Phasen und beim dritten auch eine behandlungsbedürftige Depression .
Ich will Dich nicht mit meiner Krankheitsgeschichte langweilen,nur Hoffnung machen.Die Erfolgsaussichten auf Heilung bei einer adäquaten Behandlung sind doch recht gut.
Deine Frau läßt sich ja Therapieren,offensichtlich ist aber das richtige Medikament noch nicht gefunden?Hab ich das so richtig verstanden?
Versuch es vielleicht auch als Erleichterung zu nehmen,das Deiner Frau geholfen wird und Du Dir keinen Kopf machen mußt,ob sie sich oder dem Kind etwas antut,während Du nicht da sein kannst.
Kann Deine Frau den kleinen nicht in die Klinik mitnehmen?

Wenn Du Zeit findest antworte mal-ich würd mir Zeit für Euch nehmen.....


Liebe Grüße Claudia

marc

Beitrag von marc » 15:02:2008 20:14

Hallo Claudia,

meine Frau ist zwar auf einer Mutter-Kind Station, aber momentan darf der Kleine nicht 24h bei ihr bleiben. Leider.

Seit gestern bekommt meine Frau Trevilor und Invega wird langsam reduziert, da sich die Psychose in eine Depression "verwandelt" hat. Ob das nun besser ist, weiß ich nicht. Aber vielleicht lässt es sich besser behandeln.

PS: ich denke nicht das jemand hier gelangweilt wird! Jede Erfahrung zählt meiner Meinung nach.

Gehts Dir jetzt soweit wieder gut? Bist du wieder gesund und/oder nimmst du noch Medikamente?

Was mich auch interessieren würde ist, dass viele in der Psychatrie Diabetes haben. Davor habe ich auch Angst, dass es meine Frau bekommt. Hast du damit Probleme?

Gruß Marc

claudia

Abilify zu schwach

Beitrag von claudia » 16:02:2008 7:33

Hallo Marc,

ich muß gleich zur Arbeit,deshalb nur kurz. Später gerne noch mal ausführlicher.

Einen Diabetes habe ich in der Psychose und in der Nachbehandlung nicht gehabt.Ich höre das von Dir auch zum ersten Mal,aber das will nichts heißen.Ich wünsche euch,das euch dieses Krankheitsbild verschont-es ist schon so Schwerstarbeit.

Die Depression "nach" der Psychose kenne ich auch.Das war fast noch schlimmer als die Pychose.Denn ich hatte beide Male eine manische Form von Psychosen und kannte u.a.kein Schlafbedürfnis und war in meiner akuten Krankheitsphase auch nicht der Meinung,ich sei schwer krank.
Aber ich kann mich noch gut an die Zeiten danach erinnern...Wie schon beschrieben-es hat ungefähr ein ganzes Jahr gedauert(bis zum ersten Geburtstag der Kinder) bis ich wieder meinen Alltag in Angriff nehmen wollte und konnte.
Was mir dabei gut getan hat schreibe ich Dir später auf.

Ja,jetzt bin ich wieder ganz gesund-mit einer "vernarbten Seele und Herz",denn die Psychiatrie- und Psychoseerfahrungen habe ich nicht einfach so weggesteckt,aber toi,toi,toi ich brauche seit Mai 2005 keine Medikamente mehr nehmen.Ich hatte zuletzt "Citalopram" genommen,weil ich nach der Geburt mit dem dritten nochmal in eine Depression gerutscht bin.Diese Depression war aber meiner Meinung nach nicht als PPD begründet,sondern in meiner Überforderungssituation mit drei kleinen Kindern.(ein Stück weit wie Arbeitsverweigerung).

Ich war auch zwischen den Geburten der Kinder -nach dem ersten Jahr wieder gesund,austherapiert und ohne Medikamente.
Ich denke bei mir war es wirklich ein Ungleichgewicht der Gehirnstoffe verursacht durch die Geburt,das mich da so durcheinander gebracht hat.
Die Psychose war gerade beim zweiten Mal nämlich viel kurzfristiger zu behandeln,weil die Ärzte gleich wußten,was wie zu behandeln war.

Aber weil meine Mutter -angeblich keine Wochenbettpsychose,wohl aber zu anderen Lebensereignissen "normale Psychosen"-auch psychisch krank ist,versuch ich schon gut auf mich aufzupassen und mir nicht zu viel vorzunehmen(gelingt aber nicht immer).

Liebe Grüße Claudia

Sas

Beitrag von Sas » 17:02:2008 22:48

Hallo Marc, ich kenne das Invega jetzt auch nicht. Diabetes, bzw. erhöhte Zuckerwerte sind z.B. bei Zyrexa als Nebenwirkung bekannt. Deswegen bekam ich Risperdal, da ich eine Schwangerschaftsdiabetes davor hatte und das Risiko dadurch zu groß war(eigentlich wäre Zyprexa das Mittel der ersten Wahl gewesen...). Bei Zyprexa müssen haufig die Zuckerwerte geprüft werden. Muss sie das bei Invega auch? Wie geht es Deiner Frau jetzt?Auch wenn diese Schwankung/Rückfall jetzt sehr heftig war, das ist leider normal und gehört zum Gesundwerden dazu. Im günstigsten Fall geht man immer zwei Schritte vorwärts und einen zurück. Und gerade am Anfang kann man dann auch schon mal zwei Schritte zurückplumpsen. Das wichtigste ist, es ging ihr schon etwas besser und das heißt, der Weg ist richtig. Vielleicht war die Entlassung einfach doch noch ein wenig zu früh und sie war noch nicht belastbar genug für den Alltag. Oder sie hat sich selbst überschätzt. Wenn man aus der Klinik entlassen wird, ist man nämlich noch nicht wirklich geheilt. Die Klinik setzt einen auf den richtigen Weg, und versucht alle Vorraussetzungen zu erarbeiten, dass man den Weg dann alleine, bzw. mit Gesprächstherapeuten o.ä. gehen kann. Und das heißt, erstmal langsam machen... Ich war ca. 3 Wochen vollstationär und 3 Monate dann noch in der Tagesklinik. danch folgte eine Verhaltenstherapie. Und "gesund" war ich erst ein Jahr später!
Ich drücke Euch weiterhin die Daumen. Sie schafft das !
Und Du auch!

Lieben Gruß, Saskia

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast