Nicht in eigener Sache

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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mici

Nicht in eigener Sache

Beitrag von mici » 01:01:2010 23:05

Hallo Angehörige von PPP / PPD erkrankten Frauen, hallo Mädels,

ich habe eine entfernte Bekannte, die ihren Mann (unberechtigterweise) verdächtigt, sie betrogen zu haben. In den letzten Tagen ist sie deswegen total ausgerastet, sie ist auch schon in der Schule, wo sie als Lehrerin tätig ist, aufgefallen, weil sie dort der vermeintlichen Affaire ihrers Mannes aufgelauert hat und sie bedroht hat. Wie auch immer: Sie zeigt ganz klare psychotische Symptome, bedroht ihren Mann, fühlt sich von allen verfolgt, hat hin und wieder auch klare Momente, dann aber wieder, von einer Minute auf die andere, geht sie total an die Decke und ihr Verhalten ist von keinem mehr nachvollziehbar. Sie ist überhaupt nicht einsichtig, dass sie behandlungsbedürftig ist. Und genau das ist das Problem. Meine Frage ist, wie man diese Frau dazu bringt, sich in Behandlung zu begeben, sich medikamentös helfen zu lassen, in die Klinik zu gehen, oder was auch immer. Hat einer von Euch Angehörigen Erfahrungen damit, wie man seine schwerst psychisch erkrankten Mitmenschen vor sich selbst schützen kann, notfalls auch gegen ihren Willen? Weiß jemand, wie da die Rechtslage ist? Ab wann kann jemand zwangseingewiesen werden? Wie sollte sich der Ehemann jetzt am besten verhalten? Intuitiv würde ich sagen, er sollte sich von ihr fernhalten, weil er ja durch seine Anweisenheit immer wieder auch ihren Zorn und psychotische Anfälle bei ihr auslöst. Ich weiß, dass die Bekannte Tabletten verschrieben bekommen hat, ich werde noch in Erfahrung bringen, welche es sind. Aber die Bekannte nimmt sie nicht regelmäßig, manchmal drei auf einmal, manchmal tagelang keine.

Was kann man tun? Ihr Ehemann hat neulich nachts bei meinen Eltern vor der Tür gestanden, weil er sich vor ihr in Schutz bringen musste, nachdem sie handgreiflich gegen ihn geworden war. Als er den RTW gerufen hatte, konnten die Sanitäter außer einem erhöhten Puls nichts feststellen, sie war auch klar, konnte sich ausdrücken und den Eindruck vermitteln, als sei alles in bester Ordnung, als habe es Handgreiflichkeiten nicht gegeben. Damit sind sie wieder abgerückt.

Aber die Lage spitzt sich zu.... Was muss passieren?!!

Danke für Eure Antworten!

MICI :cry:

claudia

Beitrag von claudia » 03:01:2010 0:03

Liebe Mici,

so aus der Ferne ist da immer schwer etwas zu sagen...vielleicht wäre es sinnvoll,wenn der Ehemann sich mal beim sozialpsychiatrischen Dienst in seinem Wohnort wendet.

Außerdem muß seine Frau die Tabletten ja von irgendeinem Arzt verschrieben bekommen haben.Es müßte doch möglich sein trotz Schweigepflicht über den behandelnden Arzt etwas erwirken zu können.

Mehr fällt mir im Moment auch nicht ein,aber bestimmt hat noch jemand anderes eine Idee?!

LG,Claudia

Nora

Beitrag von Nora » 04:01:2010 9:23

Hallo Mici,

ich kenne die Problematik aus dem eigenen Umfeld. Eine Bekannte von uns zeigt seit mehreren Monaten starke psychobtische Symptome - das geht bis hin zum Verfolgungswahn. Sie ist der Meinung der BND beschattet sie. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt. Dieser ist zu eine Sprechstunde ins UKE gegangen und hat sich dort informiert. Zwangseinweisungen sind nicht so schnell möglich - erst, wenn sie ein Strafdelikt begeht. Solange dies nicht der Fall ist, kann die Familie nichts tun. Es ist so ähnlich wie bei einem Drogenabhängigen - sie muß erst ganz unten ankommen und selbst zu der Erkenntnis gelangen, dass sie Hilfe benötigt. Die Ärzte haben sämtlichen Angehörigen und auch Freunden geraten, ihr keine Geld mehr zu leihen und sie auch nicht mehr bei sich zuhause aufzunehmen. Das ist natürlich ziemlich schwer, aber es ist die einzig sinnvolle Vorgehensweise. Sehr traurig, vor allem, wenn man so gerne helfen möchte.
Ich denke, Dein Bekannter sollte sich im UKE auch mal informieren - die scheinen das sehr gut zu machen und können einem auch die Rechtslage erklären.

Viele Grüße
Nora

mici

Beitrag von mici » 04:01:2010 11:44

Danke Euch beiden schon mal für Eure Antworten! Ich habe es irgendwie geahnt, dass es rechtlich sehr schwierig sein dürfte, etwas gegen ihren Willen zu unternehmen. So, wie Du es schilderst, Nora, geht es wohl auch darum, diese teil-psychotischen Anwandlungen nicht mittelbar zu unterstützen, indem man beispielsweise Geld verleiht. Sollte sich der Mann von seiner kranken Frau eher fern halten, auch auf die Gefahr hin, dass sie sich oder anderen etwas antut, oder sollte er sich eher immer in ihrer Nähe aufhalten und ihr beistehen, auch, wenn er teilweise der Auslöser für ihre Ausbrüche ist?

Der Tipp mit dem UKE ist gut, ich werde mich da mal näher informieren - eine Rechtsberatung scheint wirklich geboten!

MICI

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