Brauche dringend Hilfe

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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SabineL

Brauche dringend Hilfe

Beitrag von SabineL » 21:12:2005 6:08

Leider habe ich vor einigen Tagen erfahren, dass eine gute Freundin von mir ihr kleines Maedchen (3 1/2 Jahre alt) gelegentlich ins Gesicht haut, wenn sie mit allem nicht mehr fertig wird. Dies ist in letzter Zeit immer oefter passiert and ich habe auch gemerkt, dass sie sich sehr zurueckgezogen hat und so gut wie keine freundschaftlichen Beziehungen mehr unterhaelt. Die Beziehung zu ihrem Mann scheint auch zu leiden und angeblich kann sie zu einer richtigen Furie werden, wenn er was sagt. Da ich meine Freundin schon seit ueber 30 Jahren kenne weiss ich, dass sie nicht mehr sie selbst ist und ich moechte so schnell wie moeglich helfen. Sie ist im Moment schwanger mit dem zweiten Kind. Leider habe ich selbst keine Kinder und weiss gar nicht was ich machen soll und hoffe, dass mir jemand hier helfen kann. Erstens muss ich wissen, ob es sich bei den oben genannten Symptomen wirklich um PND handelt and zweitens was ich tun soll.

Nora

Beitrag von Nora » 21:12:2005 8:31

Liebe Sabine,

ich finde es ganz toll, daß Du Dir so Gedanken um Deine Freundin machst und ihr helfen möchtest. Es ist natürlich schwer auf die Distanz zu sagen, ob sie eine PPD hat. Einiges was Du schreibst gehört durchaus zu den Symptomen. Wie lange ist denn Deine Freundin schon so? Wann fing das an? Kannst Du mit ihr offen über ihre Gefühle reden?
Versuch doch einmal in einer ruhigen Stunde, wenn sie auch etwas entspannter ist mit ihr zu sprechen und schildere ihr, daß Du Dir Sorgen machst und ihr gerne helfen möchtest. Mach ihr keine Vorwürfe, denn das tut sie bestimmt schon selbst. Ich glaube, sie wird auch wissen, daß sie nicht mehr die alte ist. Möglicherweise hat sie Angst davor, sich und anderen einzugestehen, daß sie Hilfe braucht. Man darf ja nicht versagen als Mutter - so sieht das zumindest die Gesellschaft sehr oft.
Es kann auch sein, daß sie aufgrund der neuen Schwangerschaft einfach erschöpft ist und kaum noch Kraft hat, alles auf die Reihe zu bekommen. Wie geht es ihr denn in der Schwangerschaft? Läuft es soweit gut oder hat sie Beschwerden?
Es ist ja so, daß eine PPD innerhalb 1 Jahres nach der Entbindung jederzeit auftreten kann. Wenn sie nicht erkannt und behandelt wird, dann verschlimmert sich der Zustand. Deshalb ist es sehr wichtig, herauszufinden, wie lange eine Freundin sich schon so zurückzieht und verändert hat.

Nur Mut, sprich sie offen darauf an. Es wird ihr gut tun zu wissen, daß da jemand ist, der sich ernsthaft Sorgen macht und ihr sehr gerne helfen möchte - egal in welcher Form.

Alles Gute und meld Dich jederzeit, wenn Du etwas auf dem Herzen hast.
Nora

SabineL

Beitrag von SabineL » 24:12:2005 10:55

Liebe Nora, Vielen Dank fuer die netten Worte. Je mehr ich im Internet rumschaue und mich ueber PND informiere, je mehr bin ich davon ueberzeugt, dass sie darunter leidet. Leider ist es sehr schwierig mit ihr darueber zu reden and das Ergebnis sind entweder Traenen oder Geschrei. Was immer sie auch hat, ich glaube dass es nur helfen kann dass sie sich mit jemandem darueber unterhaelt, der was von Depressionen versteht. Im Augenblick versuche ich gerade eine Aerztin ausfinding zu machen and hoffe dann, dass ihr Mann sie ueberreden kann, mit ihm zusammen dorthin zu gehen. Es ist echt schwierig, weil ich nicht mehr in Deutschland wohne, daher kann ich erstens nicht so einfach mit ihr reden - nur uebers Telefon - and zweitens weiss ich nicht ob es richtig ist, direkt nach einem Arzt zu suchen, oder ob es ein Psychotherapeut sein sollte oder vielleicht eine Gespraechsgruppe, falls es sowas gibt. Es waere alles so viel einfacher wenn ich naeher wohnen wuerde und das alles organizieren koennte. Aber es muss auch so gehen. Nora, was meinst Du, eine Aerztin, Gespraechstherapeut oder Gespraechsgruppe? Oder etwas anderes? Vielen Dank fuer Deine Hilfe schon im Voraus. Sabine

Nora

Beitrag von Nora » 27:12:2005 8:50

Guten Morgen, Sabine,
entschuldige, aber ich komme heute erst dazu, Deine Nachricht zu lesen. Eine erste Möglichkeit für Deine Freundin wäre auch, ihren Gynäkologen aufzusuchen. Einige kennen sich mit PPD aus und kennen auch die richtigen Therapeuten. So wie sich das anhört, ist ein Therapeut schon das richtige für sie. Eine Selbsthilfegruppe ist eine gute Ergänzung dazu, denn es tut gut, sich mit Frauen auszutauschen, denen es auch so gut. Ich selbst habe einen Therapeuten und besuche eine Selbsthilfegruppe. Es wäre wichtig, daß Du Dich mit ihrem Mann kurzschließt und ihr beide das besprecht.
Berichte ihrem Mann doch von dieser Webite hier. Vielleicht können sie dann gemeinsam hier mal auf den Seiten lesen und sich informieren. Vielleicht traut sie sich auch, mit uns hier über das Forum in Kontakt zu treten und sich alles von der Seele zu schreiben. Einen Versuch ist es wert. Ganz wichtig ist, daß Deine Freundin vermittelt bekommt, daß sie keine schuld hat, wenn es ihr schlecht geht. Sie kann nix dafür und man kann ihr helfen. Wo wohnt denn Deine Freundin? Hier auf der Website gibt es ja die Adressen von Ansprechpartner/Ärzten, die eventuell in ihrer Nähe sind.

Ich finde es toll, daß Du Dich so für sie engagierst!

LG,
Nora

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