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annana

Hallo zusammen

Beitrag von annana » 22:11:2016 20:08

Hallo in die Runde,
ich bin Ende 30 und schwanger mit meinem 2. Kind. Ich habe eine lange Geschichte mit psychischen Problemen durch Kindheitstrauma in Verbindung mit einer familiären Disposition. Die jüngste Diagnose ist bipolare Störung, leichte Form. Ohne psychotische Symptome (wobei ich die in meiner Jugend und im Studium hatte, nicht stark, nur hin und wieder, aber es hat mich halt ziemlich geängstigt und ich hab immer noch Angst, dass es in schlimmerer Form wiederkommen könnte).

Depression in der 1. Schwangerschaft und in der Stillzeit, um die Geburt herum ging es ganz gut.
Ich habe schwierige Lebensumstände, an denen ich selber schuld bin. Ich bin weder mit dem Vater des ersten noch mit dem des zweiten Kindes zusammen. Beim ersten Kind wollte er nicht - aber diesmal ist es so, dass ich mich vom Vater des Kindes getrennt habe, und das hätte ich nicht tun müssen, objektiv betrachtet. Ich hatte "nur" das Gefühl, ich kann nicht anders. Ich hatte einen schlimmen Schub und hab mich von ihm nicht verstanden gefühlt, was mir Angst gemacht hat im Hinblick auf Schwangerschaft und Wochenbett. Mein Vertrauen war weg und ich hatte Angst, auf ihn angewiesen zu sein (es geht hier aber "nur" um Gefühle, nicht um Gewalt oder so). Mir war in meiner ersten Schwangerschaft monatelang sehr übel und ich wusste, wie hilflos ich dann bin. Da bin ich schnell geflüchtet.
Jetzt hab ich es also geschafft, auch mit dem 2. Kind - auf das ich mich übrigens sehr freue - ohne richtige Familie dazustehen. Ich bin so eine Beziehungs-Null, scheint mir. Es macht mich so traurig. Ich bin schon lange in Therapie, es hilft auch immer irgendwo, aber trotzdem mache ich noch solche Sachen (extreme Entscheidungen, krasse Brüche usw), von denen ich schon oft dachte, so was passiert mir doch nicht mehr.

Gut ist, dass ich ein gutes Verhältnis zum Vater des großen Kindes habe, und er hilft mir sehr. Ich steh also nicht allein da und weiß das auch zu schätzen. Aber trotzdem. Ich schäme mich, es zu sagen, aber ich denke immer, ich dürfte mich gar nicht freuen, Leute wie ich sollten gar keine Kinder bekommen, die armen Kinder... Ihr merkt vielleicht, ich hab ein Tief gerade.

Ich nehme gerade keine Medikamente, weil ich zu Beginn wegen der Übelkeit einfach nichts schlucken konnte und jetzt lohnt es sich wohl nicht mehr so richtig - meine Psychiaterin meinte, ich müsste ja vor der Geburt rechtzeitig ausschleichen wegen möglicher Entzugserscheinungen beim Baby. Einerseits ist mir das auch lieber so, andererseits, wenn es mir so schlecht geht, hab ich immer Angst, dem Baby und natürlich auch meinem großen Kind mehr zu schaden.

Ich weiß gar nicht so genau, was ich erwarte, ich suche irgendwie Trost, aber ich bin auch so in Schuldgefühlen vergraben, dass ich mich zwingen muss das zuzugeben. Ich denke halt, andere trifft es einfach aus dem blauen Himmel, die können gar nichts dafür, und ich hab es selber verpatzt und meinen Kindern diese schwierige Lage zugemutet. Was ja auch stimmt, leider. Auch wenn ich "das Gefühl hatte", es ginge auf Leben und Tod nicht anders. Was vernünftig betrachtet bestimmt Unsinn ist, aber diese Sicht ist mir in solchen Zuständen dann überhaupt nicht zugänglich.
Naja, jetzt hab ich mich jedenfalls ein bißchen vorgestellt.
Liebe Grüße
A

Medikamente bisher: Fluoxetin, Opipramol, Diazepam, Sertralin, momentan nichts.

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