PPD - ich bin leider Mitglied

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jacky
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PPD - ich bin leider Mitglied

Beitrag von jacky » 03:10:2017 14:25

Hallo! Ich bin leider unfreiwilliges Mitglied der postpartalen Depression. Der Beginn war wohl die schwere Geburt. Wir brauchten sehr viel Hilfe, damit unser Sohn das Licht der Welt erblickte. Anschließend folgten unendlich lange Schreiphasen, die ich als Mama nicht mehr aushalten konnte. Ich sah es als Inkompetenz, dass ich mein Kind nicht beruhigen konnte. Mein Selbstbewustsein schwand dahin und ich hatte kein Bauchgefühl mehr, wie ich mit meinem Kind umgehen soll. Ein Gedankenstrudel begann und alles drehte sich nur noch um Negatives....Es gipfelte dann in schweren Schlafstörungen, die mich Nächte lang wachhielten. Da begann ich dann mit einer psychotherapeutischer Behandlung und muss auch Antidepressiva nehmen. Das ist jetzt 2 Monate her. Der Weg ist steinig aber geht bergauf...Mein Sohn ist jetzt 5 Monate. Ich hoffe, dass ich hier auf Leidensgenossinen treffe, die dasselbe erleben. Im eigenen Umfeld stößt man auf sehr viel Unverständnis.

Graureiherin
power user
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Re: PPD - ich bin leider Mitglied

Beitrag von Graureiherin » 03:10:2017 21:06

Hallo Jacky,

jetzt heiße ich Dich erstmal herzlich willkommen hier im Forum auch wenn es ein schwieriger Anlass ist!

Du wirst hier viele gute Beiträge lesen, die Dir helfen. Sicherlich hast Du Dich auch schon durch alten Beiträgen geklickt. Das habe ich am Anfang gemacht und es hat mir viel geholfen. Wichtig ist für Dich zu wissen, dass es sehr, sehr viele Frauen gibt, die mit Thera und Medis und viel Kraft und Geduld heute wieder ein gutes und reiches Leben führen. Es ist eine Krise und eine anstrengende Zeit, aber Du wirst viel lernen. Gerade auch durch die schwierigen Seiten der PPD.

Deine Beiträge zeigen, dass Du die ersten wichtigen Schritte bereits eingeleitet hast, was sehr gut ist. Wenn das eigene Kind schreit geht das an die Substanz. Ich konnte das auch kaum aushalten. Allerdings ist es ein flascher Rückschluss zu denken, es liegt an der eigenen Inkompetenz. Wir PPD lerinnen verlangen uns da viel zu viel ab. Da zeigen sich oft schon die ersten eingefleischten, schlechten Verhaltensweisen. Oft ist es ein zu hoher Anspruch an sich selber, immer die Kontrolle behalten wollen, ein übergroßes Verantwortungsgefühl etc.

Welche Themen habt ihr denn in der Thera schon angesprochen?

Mit lieben grüßen die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
seit Mai 2016 Escitalopram 10 mg
seit Juni 2017 6 mg Escitalopram
Verhaltens- und Gesprächstherapie

jacky
Beiträge: 13
Registriert: 01:10:2017 12:59

Re: PPD - ich bin leider Mitglied

Beitrag von jacky » 04:10:2017 19:54

Hallo, du sprichst mir aus der Seele. Es ist echt schwierig mit diesen ups and downs zurechtzukommen. Vorallem auch der Partner. Ich hab in der Therapie schon sehr viel gelernt, vorallem mich wichtig zu nehmen. Es ist das erste mal in meinem Leben, dass ich so etwas durchlaufe und dass ich selber Hilfe brauche. Die Anlaufstelle war auch richtig gut, die Therapeutin sehr erfahren und auf emotionale erste Hilfe spezialisiert. Am Beginn der Therapie gings hauptsächlich um die Schreiphasen des Kleinen und wie man das zusammen durchstehen kann. Das hat mir sehr geholfen.
Wie bist du hier ins Forum gekommen? Geht es dir mittlerweile wieder besser?

Liska
Beiträge: 13
Registriert: 01:10:2017 18:21

Re: PPD - ich bin leider Mitglied

Beitrag von Liska » 06:10:2017 11:39

Liebe Jacky,

mir geht es ganz ähnlich wie Dir. Dieses übermäßige Verantwortungsgefühl und das Gefühl zu versagen wenn das Kind schreit. Mir hilft es immer, zumindest nach so einer Schreiphase, mir selber zu sagen, dass Babys eben schreien. Jeder Baby. Und dass das sogar etwas positives ist. Es zeugt von Gesundheit und Kraft und das Kind hat keine anderen Mittel zu erzählen. Ich versuche manchmal, wenn ich die Kraft habe daran zu denken, dass es mir erzählt und höre einfach zu, gebe ganz viel Nähe und das beruhigt ihn manchmal. Natürlich nachdem ich alles andere ausgeschlossen habe: Hunger, kalt, warm usw.

Viele Grüße und viel Kraft!

P.S.: Wielange musstest du auf einen Therapieplatz warten?

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