Hallo in die Runde

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Kruemmelkeks
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Hallo in die Runde

Beitrag von Kruemmelkeks » 19:10:2017 22:56

Hallo zusammen,
Ich lese hier schon lange mit, ziemlich genau seit 12 Monaten. Ich finde es beruhigend und aufbauemd zu wissen: ich bin nicht allein mit dieser besch....Krankheit.
Letzes Jahr im August habe ich meine kleine Maus leider mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Im Kh ging es mir leider 6 Tage wegen Blutverlust sehr schlecht. Zu Hause bin ich dann in ein richtiges Loch gefallen. Ich hab keine Freude mehr empfinden können, habe Zwangsgedanken mit Selbstmordgedanken, etc gehabt. Gott sei Dank habe ich sehr viel Rückhalt von meinem Partner und Familie erhalten. Als mein Mann nach einem Monat wieder arbeiten musste, habe ich gemerkt, dass ich es allein aus der Depression nicht schaffe. Ich hatte also das Glück gut aufgegangen zu werden und habe schnell einen Therapieplatz bekommen und wurde auf Ad eingestellt.
Ich weiß, ich liebe meine Tochter über alles,.aber so oft überweigen die schlechten Gedanken, die Freude fehlt und das Gedankenkarusell dreht und dreht sich...
Es gibt Phasen an denen es mir gut geht aber dann aucj wieder schlechte.
Ich weiß auch, was mögliche Auslöser sind, ich bin sehr ungeduldig, perfektionistsich und dachte ich bin die "perfekte" Mutter. (Mein Kind schreit nie und es fällt mir alles total leicht)
Auch die Geburt hatte ich mir so anders in der rosaroten Schwangerschaftsbrille ausgemalt. Mit dem KS bin ich immer noch nicht fein.

Gerade bin ich wieder an dem Punkt, wo ich mir denke: wann hört das endlich auf? Wann bin ich wieder normal? Was stimmt nicht mit mir?
Alles Fragen, die ihr bestimmt kennt. Ich will das endlich hinter mir lassen.
Meine Ärztin meinte auch, dass die eigentlichen Symptome vorbei sind, ich aber mitten in der Bewältigung bin.
Ich habe hier in einem anderen Thema vo einer Leidensgenossin gelesen: "ich habe mir nicht verziehen,krank geworden zu sein". Und genau so ist.

Wie habt ihr damit Leben können bzw es hinter Euch gelassen?
Hat jemand von Euch eine Hormontherapie gemacht bzw nimmt welche? Ich lasse nächste Woche mal meinen Hormonspiegel testen und die Schilddrüse checken.

Ich würde mich sehr über Euren Zuspruch und bin allen dankbar, die hier im Forum anderen Mamis Mut zusprechen.

Euch einen schönen Abend.
Kruemmelkeks

Regenbogen
Beiträge: 44
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Regenbogen » 20:10:2017 9:25

Hallo Kruemmelkeks,

erstmal willkommen im Forum. Ich habe im ersten Jahr nach der Geburt meines Kindes, als es mir so schlecht ging meine Schilddrüse bei einem Nuklearmedizininer überprüfen lassen. Es wurde Hashimoto diagnostiziert und seither nehme ich Schilddrüsenhormone. Die Einstellung ist noch nicht abgeschlossen, erst vor kurzem wurde die Medikation schon wieder geändert. Bitte achte darauf, dass nicht nur der TSH Wert bestimmt wird sondern auch die ft3 und ft4 Werte und Antikörper. Dies machen eigentlich nur Endokrinologen oder Nuklearmediziner.

Zudem habe ich einen Hormonspeicheltest machen lassen (die ganzen Sexualhormone). Dies habe ich im Internet bestellt. Es wurde mir ein Befund und eine Stellungnahme geschickt, welches einem Arzt bzw. Therapeuten vorgelegt werden soll. Gestern hatte ich meinen Termin bei der Ärztin.
Ergebniss: Cortisol Tagesprofil zu hoch, Östrogen-Progesteron-Verhältnis passt nicht (Progesteronmangel), Testosteronmangel. (Beim Bluttest bei der Endorkrinologin wurde übrigens nichts festgestellt).
Habe nun ein Rezept erhalten für eine (bioidentische) Progesteroncreme, Testosteron und ein Aminosäurepräparat was sich Gaba Max nennt. Ich bin gespannt, ob dies hilfreich sein wird.

lg
März 14: Geburt Kind
Mai 14: PPD mit Angst- und Zwangsstörung
Jan 15 - März 16: Therapie (keine VT leider)
Okt 15 - Feb 16 : Opipramol 100
Nov 15 - April 17 : Escitalopram 10 (Jan 16 - Aug 17 beschwerdefrei)

August 17 : Rückfall
Januar 18: Beginn Verhaltenstherapie

Alice2304
Beiträge: 97
Registriert: 01:04:2016 15:08

Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Alice2304 » 20:10:2017 20:07

Hallo
Und herzlichen Willkommen.
Auch ich hatte nach meiner 2 Schwangerschaft zwangsgedanken,
die ist mittlerweile fast 5 Jahre her.
Ich dachte damals meine Welt bricht zusammen es war ganz schwer zu verstehen und damit umzugehen, andauernd habe ich mich gefragt warum ich?
Dieses Jahr im März hatte ich einen schweren Unfall, wobei ich mein ungeborenes verloren habe, und Peng der ganze Spuck ging von vorne los, der einzige Vorteil war dass ich wusste was es ist.
Habe mir schnell Hilfe geholt, und aktuell bin ich in der Tagesklinik.

Lg
Alice
Geburt 1. Kind 6/2011 keine Beschwerden
Geburt 2. Kind 2/2013 PPD mit ZG
Autounfall/FG Rückfall aktuell 10mg Escitalopram

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Marika
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Marika » 22:10:2017 10:33

Hallo du,

auch ich hatte ganz starke und widerliche Zwangsgedanken nach der Geburt meines Sohnes. Es war die schrecklichste Zeit meines Lebens. Heute aber bin ich gesund, ich bin glücklich und konnte aus dem ganzen Horror sogar Positives ziehen.

Ich finde es sehr gut, wenn du Schilddrüse bzw. Hormone checken lässt - das ganz hängt ja zusammen. Bei mir war die SD in Ordnung. Meine Helfer waren: AD, Therapie, Bachblüten, Kinesiologie, viel Lesen zum Thema und das Forum hier.

Zu Zwangsgedanken wirst du hier ganz viel finden und ich bin überzeugt, dass es dir helfen wird auf dem Weg zum Gesund werden.

"Hinter mir gelassen" habe ich die PPD nie - ich habe sie angenommen, habe auch die ZG gelernt an zu nehmen. Das war natürlich extrem schwer, aber mit dem Annehmen geschah dann auch das "Loslassen". Das geht nicht von heute auf morgen und erfordert viel Arbeit an und mit sich selber. Bei mir ist das ganze jetzt 12 Jahre her und ich bin immer noch im Forum aktiv :wink:. Ich bin heute nicht nur gesund, es geht mir besser als je zuvor in meinem Leben.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Astrid
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Registriert: 18:09:2017 11:34

Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Astrid » 24:10:2017 12:14

Hallo Du,

auch ich hatte eine schwere Depression mit suizidalen Gedanken. Von Zwangsgedanken bin ich verschont geblieben. Das ist jetzt 11 Jahre her. Es geht mir gut. Ich habe nach 4,5 Jahren noch ein Kind bekommen und hatte keine zweite PPD. Mir hat geholfen, AD, Therapie zur Verarbeitung meiner Schuldgefühle, Kinesiologie, Sport, und viel Zeit. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und Vitamin D Mangel. Ganz frei von Stimmungsschwankumgen und Ängsten bin ich nicht, aber sie überwältigen mich nicht mehr. Ich kann das Leben wieder genießen und bin sehr dankber für das Heute. Ich bin mit meiner Erkrankung im Reinen, ich habe die Zeit als einen Teil von mir angenommen. Das ich eine zweite Schwangerschaft und Geburt "normal" erleben durfte hat mir sehr geholfen. Vor allem meine Zweifel, ob mein Großer Schaden an der Seele durch mich genommen hat, ist dadurch viel besser geworden, weil ich sehe, dass meine Tochter sich genauso entwickeltv :-) , obwohl sie komplett andere Voraussetzungen hatte. Die Zweifel, ob man je wieder normal wird, hatte ich auch. Aber was ist schon normal... . Ich bin nicht mehr die Alte geworden. Ich bin an meiner Krankheut gewachsen. Ich lebe bewusster und genieße mehr. Gib Dir noch Zeit. 12 Monate sind für eine Krankheit wie unsere nicht so lang. Die Hormone zu überprüfen halte ich auch für sehr sinnvoll.

Alles Liebe von Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis

Kruemmelkeks
Beiträge: 2
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Kruemmelkeks » 11:12:2017 12:40

Hallo,
ich melde mich mal wieder zurück. Erst einmal vielen Dank für die Antworten, die mich erst einmal aufgebaut haben.
Es ging jetzt auch mal wieder ein paar Wochen gut. Ich habe meinen Hormonspiegel testen lassen und mit meinem Frauenarzt besprochen, dass ich Progesteron nehmen sollte. Die Werte sind nicht katastrophal aber man könnte hier ansetzen.
Seit 1 Woche nehme ich nun Kaspeln und warte täglich darauf, dass sich wieder eine Besserung einsetzt, so als ob dies ein Wundermittel wäre.
Dabei weiß ich, dass dies nie so passieren wird.
Generell bin ich wieder an einem Punkt, wo ich alles in Frage stelle. Ehrlich gesagt muss ich sagen, Job, Kind und Haus mit allem drum herum habe ich mir leichter vorgestellt, obwohl mein Mann mich sehr unterstützt und meine Maus meistens ein wahrer Sonnenschein ist, was es für mich aber umso schlimmer macht. Ich fühle mich oft emotional so ausgelaugt, zumal sie gerade von der Kita eine Phase mit "Hauen" mitgebracht hat. Ich werde da oft selbst so sauer und traurig darüber, dabei kann sie es ja noch gar nicht richtig verstehen.
Allgemein senke ich mir gerade wieder, wann wirst du wieder der lebenslustige Mensch sein, der Du vorher warst. Klar habe ich mir schon immer sehr viele Gedanken gemacht, aber ich fühle mich so Gefühlsgehemmt, zumindest bei den positiven Gefühlen.
Ich wäre so gern wieder ich..wobei man das mit Kind warscheinlich nie wieder mit, aber ich tue mir so schwer mit der Umstellung, auch dass sich einfach das Miteinander mit meinem Mann so verändert hat. Wir sind beide Abend einfach nur platt, so dass für alles andere keine Zeit bleibt. Wir könnten uns natürlich durch Familie und Freunde Freiraum schaffen, aber da hohlt mich direkt immer wieder das Schlechte Gewissen ein: WIe kannst Du nur dein Kind abgeben, wo sie doch dein absolutes Wunschkind war?
Nun hatten wir tatsächlich auch 1,5 Jahre keinen Sex mehr und ich habe auch ehrlich gesagt gar nicht das Bedürfnis danach.
Wir war das denn bei Euch in dieser schweren Zeit?

Zu allem kommt auch noch hinzu, dass wir uns im Sommer einen langersehnten Traum erfüllt haben und uns ein Haus gekauft haben. Da liegt natürlich auch einiges an und dazu hat mein Mann auch noch zum Ende des Jahres seinen Job verloren.
Also alles keine günstigen Punkte, aber früher habe ich das doch auch geschafft.

ich würde so gern wieder Licht sehen, dabei weiß ich auch, dass ich schon so viel geschafft habe und manche Gefühle und Phasen als Mutter ganz normal sind. Aber diese Zwangsgedanken die sich manchmal noch einstellen werfen mich jedesmal wieder zurück und das Gedankenkarusell beginnt sich wieder zu drehen und ganz vehement, die Angst vor dem Einschlafen oder nicht Schlafen können. Manchmal rede ich mir ein, ich würde meine Tochter zum Einschlafen brauchen oder zumindest den Gedanken, dass Sie bei mir ist.

Es tut so gut, dies alles mit Gleichgesinnten zu teilen und ich Danke allen, die andere unterstützen, die noch damit zu kämpfen haben. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass sich das soooo lange hin ziehen kann.

Liebe Grüße
Kruemmelkeks

Kenny
Beiträge: 6
Registriert: 10:10:2017 9:11

Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Kenny » 12:12:2017 8:57

Hallo Krümmelkeks,

auch ich kenne das alles sehr gut. Ich stecke noch mittendrin und kann mittlerweile schon gar nicht mehr sagen, ob ich je gesund war. 😣 Auch ich bin sehr perfektionistisch veranlagt und setzte mich damit immer sehr unter Druck, obwohl mit meiner Kleinen Maus alles gut läuft. Mit meinem Partner ist es gerade auch sehr schwierig, kann auch keine Nähe zulassen (wenig Sex). Ich hoffe auch so sehr das es bald vorbei geht, ich habe es so richtig schlimm seit der Geburt meiner Tochter (18. Mai). Ist wirklich eine bes...Krankheit, ich kann auch nicht aus meiner Haut. Weiss manchmal gar nicht wie ich den Tag überstehen soll...

Hoffe so sehr das es bald überstanden ist...Liebe Grüße von Kenny

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