Fehlt mir was? Hallo von Abalon

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Abalon
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Fehlt mir was? Hallo von Abalon

Beitrag von Abalon » 05:11:2017 9:05

Guten Morgen liebe Foris,

ich möchte mich gerne bei euch vorstellen und auch gleichzeitig die Frage stellen, ob ich depressiv bin oder eher nicht?
Darüber bin ich mir unschlüssig...

Nun aber zu mir:

Ich bin jetzt 39, habe zwei wunderbare Kinder im Alter von 2 und 3 Jahren, die 13 Monate auseinander sind und ganz schön Leben in die Bude bringen.
Mit jedem Kind war ich 1 Jahr in Elternzeit. Dadurch, dass die beiden nur 13 Monate auseinander sind, bin ich quasi 1 Woche nach Ende der ersten Elternzeit in den Mutterschutz mit dem zweiten Kind gegangen.
Im September 2016 fing ich wieder an zu 80% zu arbeiten, seit September dieses Jahr zu 100%.
Soweit, so gut.

Jedoch geht es mir seit der zweiten Geburt nicht so gut. Ich bin quasi dauermüde, selbst jetzt, wenn die Kinder mal ein Wochenende bei den Großeltern sind, ich ausschlafen kann und auch Zeit für mich habe, bin ich nicht ausgeruht. Es fühlt sich so chronisch an...

Wie fing alles an:
Früher, also noch bis zu meinem 36 Lebensjahr war ich immer sehr leistungsfähig. Ich brauchte nur 4-5 Stunden Schlaf, ging in Vollzeit arbeiten, danach traf ich Freunde, hatte Hobbies. Mein Leben war sehr ausgefüllt, aber ich fühlte mich nie überlastet.
Meine erste Schwangerschaft verlief ganz gut, allerdings musste ich mir Insulin spritzen - bis zu 12x pro Tag den Zucker messen und häufig genauso oft Insulin spritzen.
Machte mir wenig aus, ich war fit. So fit, dass wir in meinem 7. Schwangerschaftsmonat eine Europarundreise für 4 Wochen mit dem Auto machten.
Nach meiner Tochter ging es mir auch sehr gut. Sie kam nach 30 Stunden Wehen spontan zur Welt. Es war keine einfache Geburt, aber ich fand sie gut, bekam auch keine Schmerzmittel oder sonstiges. Aber es musste ein Dammschnitt gemacht werden.
Ich war recht schnell wieder fit, ganz so wie ich mich kannte, ging viel raus mit meinem ersten Kind. Alles war gut. So gut, dass wir nach 3 Monaten beschlossen noch ein weiteres Kind zu bekommen.
Gesagt getan, geklappt.
Auch die zweite Schwangerschaft verlief mit Insulinspritzen, allerdings schon nach der 7. Schwangerschaftswoche.
Zeitgleich stillte ich mein erstes Kind noch voll und ich stillte sie noch bis 3 Monate vor der zweiten Geburt.
Auch hier waren wir in meinem 8 Schwangerschaftsmonat und mit einem 10 Monate altem Kind 8 Wochen durch Europa reisen.
Es ging gut.
Mein zweites Kind lag in Beckenendlage, also haben wir einer äußeren Drehung zugestimmt. Es klappte auch. Selbst wenn nicht, dann hätte ich das zweite Kind eben mit dem Po zuerst geboren. Ich bin da recht unerschrocken.
Auch die zweite Geburt verlief gut. Nach nur 9 Stunden Wehen bekam ich mein zweites Kind auch spontan und ebenfalls ohne medizinische Interventionen, also Schmerzmittel oder ähnliches. Allerdings hatte ich wieder einen Dammschnitt.

Nun aber lief es völlig anders als bei meinem ersten Kind. Das zweite Kind fand ich schon 2 Wochen nach der Geburt "anstrengend".
Beide Kinder hatte fast direkt nach der Geburt starke Neurodermitis, was sich so äußerste, dass wir gute 2-3 Stunden täglich mit Körperpflege und viel bei Ärzten verbrachten.
Mein zweites Kind hatte, ebenso wie das erste Kind, Anpassungsstörungen mit dem Darm, was sich in häufigem Schreien äußerte. Ich weiß noch, da war mein erstes Kind mit dem Papa wegen einer Blasenentzündung im Krankenhaus für 3 Tage und bekam Infusionen, weil es nichts mehr trinken wollte wegen dem "Aua beim Pipimachen" und mein zweites Kind schrie.
Eine Nacht war ich so dermaßen fertig, dass ich wirklich mein zweites Kind 2 Stunden schreien lies, alleine in Bettchen und ins Wohnzimmer ging und dort einfach nur dasaß und mir dachte "Was mach ich jetzt bloß?"
Da war das zweite Kind gerade einmal 3 Wochen alt.
Es war auch so gespolt, dass es volle 10 Monate nur voll gestillt werden wollte, was ich auch tat, und das alle 2 Stunden. Tag wie nachts!
Meinem ersten Kind pumpte ich auch noch Muttermilch für morgens und abends ab. Weil mir das lieber war, als ihr Kuhmilich oder sowas zu geben.
Ich war ein Zombie.
Aber schlimmer noch, ich wurde immer gereizter, übellauniger, konnte kaum Geduld aufbringen.

Da dachte ich mir, es wird schon noch, du schläft eben kaum, das Kind ist andauernd am Milchtrinken. Mein erstes Kind war da schon in der Kinderkrippe.
Ich freute mich sogar schon wieder auf das Arbeiten, weil ich einfach auch keine gute "Vollzeitmutter" bin und das weiß.
Also dachte ich mir, wenn sich einfach die Kleinen etwas verwachsen, ich wieder arbeite und mein Gehirn wieder gefordert wird und ich nicht nur über "Pipi, Kacka, Brei, Pupse" spreche, wird es mir besser gehen.
Beim ersten Einstieg in die Arbeit wechselte ich die Firma, beim Aufstocken auf Vollzeit auch. Und es sind immer ziemlich anspruchsvolle Jobs mit Verantwortung die ich habe. So verdiene ich auch mehr als mein Mann, der aber auch Manager ist.
Es ist nicht einfach für uns und es war immer klar, wir müssen Familie und Vollzeitjob wuppen. Sonst bleibt einer außen vor und wird im Job niemals wieder gut Fuß fassen. Gleichzeitig gönnten wir uns aber Elternzeit, ich 2 Jahre, er 1 Jahr in Summe.

Nun sind meine Kinder beide quasi "trocken", wir haben beiden mit 2 Jahren die Windeln weggelassen. Das bedeutet aber vieeeeel Wäsche für mich gerade. Beide sind von 8-16 Uhr im Kindergarten. Ich stehe um 5 Uhr auf und hole die zwei dann auf ca. 16 Uhr von Kindergarten ab.
Mein Mann macht unglaublich viel. Schon immer.
So hatte er je 6 Monate Urlaub, Elternzeit, Überstundenabbau und hat beide Kinder in der Kita eingewöhnt. Auch macht er morgens alleine beide und sich fertig und bringt sie in den Kindergarten.
Auch abends gehe ich so ca. 1-2x im Quartal mit einer Freundin weg, mein Mann passt auf die Kinder auf und anders herum. Wir teilen uns die Arbeit schon gut auf 50:50 ein, denn wir arbeiten beide Vollzeit.

Aber ich bin einfach immer so müde und verstehe es nicht. Meine Schilddrüse ist gut eingestellt, ich habe Hashimoto schon seit 2006. Das Insulin konnte ich jeweils nach der Geburt weglassen, mein Blutzucker hat sich normalisiert.
Meine Haare sind mir nach der zweiten Stillzeit unglaublich ausgefallen, also nehme ich ohnehin Mineralstoffe und Vitamine ein.

Was mich sehr stört ist, dass ich nicht "die Alte" von früher bin. So voller Energie und immer der Meinung, das geht schon alles. Man muss halt einfach machen!

Wie ist eure Meinung darüber?


Danke und schöne Grüße,
Abalon
Liebe Grüße,
Abalon

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Marika
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Re: Fehlt mir was? Hallo von Abalon

Beitrag von Marika » 10:11:2017 9:45

Liebe Abalon,

erstmal herzlich Willkommen hier in unserer Runde - schön dass du da bist.

Darf ich ehrlich sein? Schon alleine beim Lesen wie dein Leben lief und läuft, hat mich fast eine große Erschöpfung überkommen... aber nicht weil du langweilig schreibst, sondern weil mich persönlich soooo viel Aktivität, Tun, Machen, Wollen... völlig überfordern würde. Mich wundert es ehrlich gesagt, dass du "nur" müde bist - ich wäre völlig erschlagen bei deinem Aktionismus. :wink:

Du hast immer viel von dir gefordert und tust es noch. In jungen Jahren geht das noch eher, aber schon alleine das älter werden zeigt einem dann klar immer mehr und immer deutlicher Grenzen seiner Belastbarkeit auf. Ich glaube, da solltest du dir klar werden. Dein Leben ist so ausgefüllt Ereignisreich, dass ich glaube du solltest langsamer machen, mehr auf dich achten, es ruhiger angehen. Aber halt nicht nur ein Wochenende - sondern langfristig. Ich befürchte du betreibst da ein bissl Raubbau an deinem Körper und deiner Seele... Müdigkeit und Erschöpfung sind die ersten Anzeichen, die deine Seele dir schickt und dir sagen will: Hey, es ist zu viel, mach langsamer...

Weißt du wie ich meine? :wink:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Filomena
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Re: Fehlt mir was? Hallo von Abalon

Beitrag von Filomena » 21:11:2017 13:50

Liebe Abalon,
Auch von mir ein herzliches willkommen hier!
Mir geht es ähnlich wie Marieka: Du hast die letzten Jahre unglaublich gepowert!Allein 13 Monate Abstand der Kinder, das lange Stillen, dazu viel arbeiten..puuh!
Hast du mal über eine Mutter-Kind-Kur nachgedacht?
Depressiv wirkst du auf mich nicht, aber es gibt ja auch Burn-Out..pass auf dich auf und Versuch mal, einen Gang runterzuschalten.
LG
Filomena
You can't stop the wave but you can learn how to ride it.

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