PPD mit Zwangsgedanken

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Muhkuh
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PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Muhkuh » 22:11:2017 22:25

Hallo ,
Ich bin neu hier und möchte gerne Erfahrungen austauschen . Ich bin 29 Jahre weiblich und Mama von 2 tollen Kindern 5jahre und 8 Wochen . Meine Geschichte beginnt mit der Geburt von meinem ersten Kind ( Kaiserschnitt Beckenendkage) 2 Tage nach der Geburt Panikattacke im KH mit zittern wie epileptischer Anfall . 6 Wochen nach der Geburt kamen ständige Gedanken an den Sinn des Lebens , warum leben wir wenn wir eh sterben ? Warum tun die Menschen das was sie tun ? Warum denkt keiner so wie ich ? Dann dachte ich mir es wird nur hell und dunkel jeden Tag machen wir das selbe . Warum aufstehen ? Warum schlafen . Usw dann kam noch ich will nicht mehr leben doch ich wollte das nicht denken angstzustände und Panikattacke kamen dazu . Habe dann Venlafaxin Tavor und Mirtazapin bekommen ich weis nicht wie lange es gedauert hat dann wurde es besser müsste Venlafaxin aber noch 3 Jahre nehmen dann angesetzt. Wir wollten dann noch ein Kind und im Januar 2016 war ich ss dann ging es wieder los wo ich im 8. Monat ss war die Gedanken an den Sinn des Lebens , das ich nicht will usw . Nach der Entbindung September 2017 war 3 Tage im KH alles gut zu Hause wurde es wieder mehr und mehr bin dann wieder zu meinem Psychiater habe dann mit Venlafaxin 37,5 angefangen und Tavor 1 Woche später 75mg Venlafaxin dann 112,5 mg und jetzt seit 2 Wochen 150mg Venlafaxin und 1 Tavor . Es wird nicht schlimmer , aber auch nicht besser 😕. Jetzt frage ich mich wirkt das AD nicht oder braucht es noch mehr Zeit ? Ich weis das es nicht innerhalb von 6 Wochen mit Medis weg geht auf einmal , aber ich hoffe einfach das es bald weg ist . Kennt das jemand evtl . Oder hatte das auch ? Jeden Tag hoffe ich es ist weg , aber jeden Tag kämpfe ich mit den Gedanken es ist auch das Gefühl zur Welt komisch da meine Gedanken ja sagen gibt kein Sinn sterben eh alle irgendwann . Und dann kämpfe ich gegen an und sage es wird alles gut werde bald wieder normal usw .

katl0607
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von katl0607 » 22:11:2017 22:46

Hi mu!

Habe in deinem Post viele Ähnlichkeiten zu meiner Geschichte gefunden. (Wie wahrscheinlich die Meisten hier).
Ich finde es toll, dass du dich hihr öffnest. Du bist nicht allein. Eins vorweg : hab Geduld.
Wenn der Hormonhaushalt im Gehirn durch Medikamente wieder ins Lot kommt, wirst du ein zufriedenes Gefühl bekommen. Dann wird es wieder langsam besser.
Leider dauert das halt. ..
Die gleichen Gedanken wie du, hatte ich auch in meiner Akutphase. Ich fühlte mich auf dieser Erde, in meinem Leben, in meiner Familie einfach überall, nicht wohl. Hatte auch ständig hinterfragt, warum man jeden Tag wieder wach wird, warum ich geheiratet habe, warum wir ein Kind bekommen wollten, usw.....
Ich zweifelte ziemlich alles an.
Ich ging damals für 7 Wochen in eine Tagesklinik.
Obwohl dort intensiv mit mir gearbeitet wurde, dauerte eine fühlbare Besserung ca 5 Wochen.
Erst dann stellte sich in mir ein zufrieden sein ein. Langsam wuchs dieses Gefühls.
Wäre ich nicht in die Klinik gegangen, hätte es wahrscheinlich länger gedauert, bis es mir besser ging.
Heute ist meine Entlassung ziemlich genau 2 jahre her.
Meine Medikamente nehme ich immer noch so wie es mir die Klinikärztin empfohlen hat.
Natürlich habe ich auch an mit gearbeitet. .
Und Geduld ist bei unserer Krankheit sehr wichtig.
Also, lenke dich ab, struktuiere deine tage durch. Such dir jemanden, dem du dich anvertrauen kannst.


Lg
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Quetiapin 75 mg
Promethazin Trpf

Muhkuh
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Muhkuh » 22:11:2017 23:50

Hallo , vielen Dank für deine Antwort .
Ich war 2012 auch in einer Klinik 3 Monate lang , leider wurde nur an mir ausprobiert jeden 3 Tag ein anderes Medikament es war so schlimm mir fehlen sogar 2 Wochen deswegen . Habe mich dann selber entlasse und meinen jetzigen Arzt gefunden der mir sehr geholfen hat . Ich bete jeden Tag das ich aufwache und es ist alles weg und ich bin wieder normal . Was hast du zu Hause dagegen getan ? Ich habe am 27.11.17 wieder Termin bei meinem Arzt mal sehen was er sagt ich soll eigentlich noch Lithium zum Venlafaxin nehmen als unterstützende Wirkung nur hab ich Angst zu zu nehmen hatte 2012 vom mirtazapin 30 kg zugenommen 22 sind dann wieder weg gegangen 8 kg sind noch übrig . Dies war auch wiederum depremierend für mich . Ich meine es geht schon 5 Monate und seit 6 Wochen nehme ich Tabletten es muss doch werden . Hab dann auch immer Angst ich halt das nicht durch werde nie gesund usw 😭LG

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Marika
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Marika » 23:11:2017 9:18

Herzlich Willkommen hier bei uns!!!

Meine erste Frage wäre: Hast du jemals auch Therapie gemacht? Viele unterschätzen das und denken, bei mir gibt's nichts zu therapieren. Aber Medikamente alleine sind meistens nur die halbe Miete. Ich kann dir diesen Weg nur wärmstens ans Herz legen.

Natürlich würden wir alle gerne aufwachen und der Horror wäre einfach weg. Leider ist das eine Illusion, zum Gesund werden braucht es ganz viel Geduld und Arbeit an sich selber. Oft sind es versteckte schlechte Verhaltensmuster, die einem nicht mal bewusst sind, die ständig das Gesund werden untergraben. Daher war für mich die Therapie soooo immens wertvoll und wichtig.

Es gibt natürlich die Meinung, Therapie braucht es nicht, Medikamente reichen aus. Dem widerspreche ich zu 100 %, denn die Erfahrung zeigt eines: Therapie und Medikamente ZUSAMMEN (evtl. noch andere Wege z.B. Naturheilkunde, Homöopathie usw...) bringen die besten und nachhaltigsten Erfolge!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Astrid
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Astrid » 24:11:2017 14:55

Hallo Du,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Darf ich dich fragen, ob die Medikation damals gut geholfen hat, und in wieweit sie sich heute unterscheidet?
Ich habe auch eine lange Odyssee mit Medikamenten hinter mir. Ich habe mit Medikamenten, die auf der Serotoninseite (z.B. Cipralex; Fluoxetin) wirken angefangen, ohne Erfolg, dann die Mittel bekommen, die beide Seiten ansprechen (Serotonin und Noradrenalin Seite) wie Mirtazapin, aber ohne durchschlagenden Erfolg bis auf die starken Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, Sedierung), und bin dann bei den ganz alten Mitteln gelandet, die nur die Noradrenalin Seite ansprechen (Trimipramin und Imipramin), was mir endlich den Durchbruch gebracht hat. Vielleicht kannst du deinen Arzt noch einmal dazu befragen, welche Mittel damals bei dir eingesetzt wurden. Marika hat Recht, eine Therapie ist sicherlich sinnvoll, auch ich habe das erkennen müssen, aber in dem schlechten Zustand in dem ich mich zu Beginn befunden habe, hätte ich ohne Medikamente sicher nicht überlebt. Eine gewisse Festigkeit/ "Gesundheit" war für mich nötig, um Therapie überhaupt machen zu können. Warst Du vor deinen Entbindungen schon einmal psychisch erkrankt? Hattest Du vorher schon solche Lebenskrisen?
Ich wünsche Dir erst einmal viel Geduld und möglichst viel Unterstützung von außerhalb.

Ganz liebe Grüße Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis

Alice2304
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Alice2304 » 28:11:2017 13:31

Hallo
Deine Geschichte könnte auch meine sein. Vor meinen beiden Mädels hatte ich eine FG in der 9. Woche, am ET bekam ich eine. Panikattacke so extrem das mein Mann den Notarzt rief.
Danach gingen mir auch so komische Gedanken durch den Kopf genauso wie du sie beschreibst.
Ich wurde erneut schwanger, und diese fiesen Gedanken waren erstmal weg, ohne Therapie und ohne Medikamente.
Erst 2013 nach meiner 2. Tochter kamen sie in Form von ZG gegen meine kinder mit geballter Ladung zurück.
Da bekam ich auch das erste mal Medikamente.
Noch heute befinde ich mich in Therapie, war 9,5 Wochen in der Tagesklinik.
Lese auch sehr viel über Das Thema, das beruhigt mich meistens.

Lg
Alice
Geburt 1. Kind 6/2011 keine Beschwerden
Geburt 2. Kind 2/2013 PPD mit ZG
Autounfall/FG Rückfall aktuell 10mg Escitalopram

Muhkuh
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Muhkuh » 29:11:2017 20:29

Hallo ,
Also um auf Astrid ihre Fragen zu kommen : nein
Ich hatte vor den Geburten keine Depressionen
Oder ähnliches . Eine Therapie habe ich auch nie gemacht ich glaub aber , das ich weis wo meine Angst her kommt . Ich habe mit 10 Jahren meine Mutter im Bad gefunden mit aufgeschnittenen Pulsadern bis heute beschäftigt mich das . Ihre Diagnose Schizophrenie und ich habe so Angst auch so zu werden usw . Auch Angst vor dem Tod ich verstehe nicht wo zu sind wir da wenn wir irgendwann gehen müssen 😭? Ich nehme die selben Medikamente wie 2012 Venlafaxin 150 mg 450 mg Lithium 1 Tavor bei Angst 1mg . Damals
Hat es glaub paar Monate gedauert bis es soweit war das die Gedanken leider wurden jetzt nehme ich ja erst 6 Wochen die Meditation.
Mein Arzt sagt es wird werden es dauert nur . Am Anfang hatte ich böse Gedanken wegen meinem Baby das ich es ersticken würde , aber würde ich nie tun ich wollte das nicht denken das ist jetzt weg nur der Rest mit dem Sinn des Lebens . An manchen Tagen ist es echt heftig da fragt mein Kopf sich dauerhaft warum wir jeden Tag das selbe tun usw usw da komm ich auch nicht aus dem Strudel raus .
Alice und wie hast du es geschafft das es bei dir dann weg war ? Und wie lange hat es gedauert ? Ich versuche jeden Tag was zu machen eine Runde spazieren Haushalt und dann mit dem großen spielen us das ich mich ablenke

Alice2304
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Alice2304 » 29:11:2017 23:54

Hallo,
damals verschwand es mit der erneuten Schwangerschaft urplötzlich so als wenn nie was gewesen wäre.Vielleicht durch die Hormone? Nach meiner ersten SS stellte man eine Schilddrüsenüberfunktion fest, ob sie eventuell damals schon in mir schlummerte 🤔und das ganze dadurch ausgelöst wurde? Die Frage stellte ich mir oft. Die Zeit auch nach der Geburt war ok nicht einfach aber ok.
Nun ja ich wurde erneut schwanger musste bis zum 7 Monat Hormone nehmen und dann wurde es von heute auf morgen abgesetzt. 6 Wochen nach Leonies Geburt fingen die ZG an, es war schrecklich.
Heute 7 Monate nach meinen Unfall und Verlust des Kindes hänge ich genau in der selben Spirale wie du. Frage mich häufi das selbe und komme aus dem Karussell nicht raus. Durch das AD ist
es schon deutlich besser geworden aber noch nicht völlig weg.
Es tut mir leid was du da erleben musstest das geht an keinem so spurlos vorbei.

Lg
Alice
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Muhkuh
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Muhkuh » 17:12:2017 20:01

Guten Abend euch allen und ein schönen 3. Advent . Ich war eine Weile nicht online bei 2 Kindern ist es etwas schwierig etwas Zeit zu finden . Ich hatte ja berichtet das ich ZG wegen dem Sinn des Lebens habe wo gegen ich Venlafaxin 150 mg einnehme und seit neusten noch litthium dazu . Vor paar Wochen habe ich mit 450 mg Lithium angefangen 2 Wochen später 900 mg und jetzt 1125 mg . Vor 2 Wochen dachte ich es ist ein Stück besser geworden nun seit 3 Tagen ist es wieder schlechter wieder ganzen Tag die Gedanken müde und ich komme in meinem Kopf einfach auf keinen Nenner mit dem Sinn warum Menschen das alles tun was sie tun Tag für Tag 😭. Ich weis das ich das Leben eigentlich liebe meine Kinder liebe Spaß an der arbeit habe , aber das im Kopf hört nicht auf .seit Oktober nehme ich jetzt Venlafaxin und seit November Lithium wann wird denn das besser ? Will wieder normal sein

Alice2304
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Alice2304 » 17:12:2017 22:52

Hallo
Das kenne ich, meine 2 rauben mir im Moment auch den letzten Nerv. Die Grosse ist im Moment extrem schlimm, sie fängt wieder an sich das große Geschäft zu verkneifen jeden Tag Theater das zerrt ganz schön an unseren Nerven.
Ich kann nur von mir aus sagen dass man zwecks Medikamenten Geduld haben muss, ich weis es ist in so einer Situation schrecklich.
Ich wünsche dir dass es bald besser wird.
Mich macht das im Moment auch alles irre, es kostet verdammt viel Kraft 😢
Lg
Alice
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Marika
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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Marika » 19:12:2017 9:33

Hallo,

du schreibst, du hast nie eine Therapie gemacht - hier sehe ich ein ganz großes Potenzial. Du hast ein traumatisches Erlebnis gehabt in deiner Kindheit, ich glaube, das gehört aufgearbeitet.

Die Medikamente können sehr viel, aber nicht alles. Ich rate dir von Herzen zu einer therapeutischen Begleitung. Denn um gesund zu werden, gehört ganz viel Arbeit an und mit sich selbst. Und das gelingt am besten mit einer guten Therapie!
Liebe Grüße von
Marika

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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Muhkuh » 20:12:2017 18:10

Hallo , ich habe schon mal überlegt eine Therapie zu machen ,nur weis ich nicht an wen ich mich wenden muss an einen Psychotherapeut nur gibt es da verschiedene Diplom Psychotherapeut usw . ?!

LG

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Re: PPD mit Zwangsgedanken

Beitrag von Marika » 21:12:2017 8:52

Du kannst dich an deinen Hausarzt wenden, der kann dir eine Überweisung ausstellen und dir auch evlt. auch Namen nennen. Sonst gibt es in Deutschland glaube ich bei jeder Krankenkasse Listen mit Namen von Therapeuten.

Weiters findest du auf unserer Startseite unter der Rubrik "Fachleuteliste" eine Menge an Therapeuten die mit Schatten und Licht zusammen arbeiten. Auch da kannst du anfragen.

Geh es mutig an - ich habe enorm von meiner Therapie profitiert!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
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