Riesige Angst vor der Zukunft

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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emliy10
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Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 09:11:2017 10:04

Hallo ihr Lieben,
meine Angst überollt mich jeden Tag.

-ich habe Angst nicht für meine Kinder da zu sein
-ich habe Angst das die Depression in ein paar Jahren wiederkommt und das ich dann nicht mehr kämpfen kann
-ich habe Angst das meine Kinder selbst eine Depression bekommen
-ich habe Angst das ich mit meinen Kindern überfordert sein werde
-ich habe Angst alleine zu sein
-ich habe Angst das was ganz schreckliches passiert
-ich habe Angst das meine Kinder nicht gut aufwachsen
-ich habe Angst das ich irgendwann nicht mehr Leben möchte, ich will nicht das meine Kinder ohne mich aufwachsen
...

Wird das jemals besser?
Ich bin zur Zeit mit mir selbst überfordert. Ich kann einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Die Angst hat mich komplett eingenommen.

Liebe Sanna, hast du keine Angst das es dir wieder schlecht gehen wird?

Nickolakala
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Nickolakala » 10:11:2017 8:24

Liebe emily,

versuch Dich selbst nicht so verrückt zu machen !

Kennst Du schon die zwei Bücher von Waltraud Gauglitz? Magst Du in amazon mal gucken? Sie sind ein wahrer Segen !

Alles Gute
Nicole

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Marika
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Marika » 10:11:2017 9:29

Hallo Emily,

diese Ängste kennen hier eigentlich alle. Sie können die Symptome der PPD sein und es kann sehr gut an ihnen gearbeitet werden.

Du stehst noch sehr Anfang, daher ist es normal, dass dich all diese Ängste noch sehr einnehmen. Aber das wird besser - nach und nach. Bist du noch in der Tagesklinik, nimmst noch dein Medi? Und Therapie - wie läufts da?
Und: Bücher lesen zu diesem Thema ist sehr wertvoll - wie eine Minitherapie für zu Hause!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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emliy10
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 10:11:2017 11:21

Hallo ihr Lieben,
Ich habe gerade eine schöne Erfahrung gemacht. Ich war gerade bei meiner Psychologin und sie hat mit mir Tapping gemacht. Diese Methode kommt aus dem Fernosten und ist mit Akkupressur zu vergleichen.
Damit kann man Ängste behandeln. Das hat mir wirklich gut getan. Wer mehr erfahren möchte kann gerne eine PN schreiben.
Meine Psychologin meint auch das ich dazu neige alles zu katastrophisieren. Ich steigere mich immer zu sehr rein. Das wird noch eine große Portion Arbeit.
Ja Marika ich bin noch bis 19.12. in der Tagesklinik und Venlafaxin wurde auf 150mg erhöht. Seroquel nehme ich 25mg.
Liebe Nicole danke für den Buchtipp, ich werde es lesen. ☺

Sanna
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Sanna » 11:11:2017 23:07

Hey!

Da du mich direkt angesprochen hast, will ich dir mal antworten. 😊

Doch, ich habe Angst, dass ich nochmal einen Rückfall haben könnte. Alles andere wäre, nach der Erfahrung, die ich machen en musste, auch ein Wunder. Allerdings verblasst diese Angst mit jedem Tag, an dem es mir gut geht, immer mehr. Mittlerweile bricht mir nicht mehr der Angstschweiß aus, wenn ich an einen Rückfall denke. Ich hätte da echt überhaupt keinen Bock drauf, aber ich WEIß, dass auch eine erneute Erkrankung vorbei gehen würde. Das hilft mir, es etwas gelassener zu sehen.

Liebe Grüße, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Astrid
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Astrid » 12:11:2017 20:09

Liebe Emily,

ich glaube die Ängste, die Du da nennst wird man nicht los, und jeder von uns hat sie und kennt sie.
Der Unterschied liegt in dem Maß, den die Angst in unserem Alltag einnimmt. Bei mir ist das auch Tagesform abhängig... . Und hormongesteuert... . Ich komme jetzt langsam in die Wechseljahre und kämpfe mit den Symptomen, und auch die Ängste gewinnen wieder mehr Raum. Trotzdem ist unser Leben immer gleich lang, egal, ob man es traurig oder glücklich verbringt. Die PPD hat dich noch stark im Griff, aber die Zeiten ohne erdrückende Angst werden sich wieder länger. Die Ängste bleiben, aber sie lähmen einen nicht mehr völlig, und zwischendurch vergisst man sie auch mal völlig. Der Vertrauen in das Leben kehrt zurück. Auch ich denke immer erst an die schlimmen Seiten des Lebens, ewiger Pessimist eben :). Daher ist dieses Aufschreiben von Glücksmomenten ein gutes Mittel, einen Gegenpol zu allem Negativen zu bilden. Ich habe früher nur meine Ängste und Nöte aufgeschrieben, aber das hat mir nicht gut getan. Ich hoffe es geht dir bald besser, halte durch... . Wir denken an dich.
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis

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emliy10
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 23:11:2017 12:46

Hallo ihr Lieben, ich wollte mich auch mal wieder melden. ☺ Mir geht es momentan ganz gut soweit. Entweder wirkt die höhere Dosis Venlafaxin oder die Tagesklinik zeigt Wirkung. Vielleicht wirkt auch einfach beides zusammen gut ☺👍
Meine Ängste schleichen sich nur noch ganz selten am Tag ein. Ich versuche der Angst dann keine Beachtung zu schenken. Das klappt ganz gut.
Aber eines hat mir wirklich die Augen geöffnet, das Buch von Waldtraud Gauglitz. ( Danke Nicole) ☺ Es ist so wunderbar und verständlich erklärt und für jeden der mit Ängsten zu kämpfen hat zu empfehlen.
Von meiner Psychologin habe ich das Buch “ Das Kind in dir muss Heimat finden“ empfohlen bekommen.
Auch von mir eine absolute Empfehlung, um mehr über sich selbst zu erfahren.

Ich danke euch das ihr mir gezeigt habt, das wirklich wieder Licht am Ende des Tunnels kommt.
Ihr seid wunderbar.

Graureiherin
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Graureiherin » 30:11:2017 21:32

Hallo Du Liebe,

das freut mich ungemein für Dich!!!

So soll es weitergehen. Das Buch "Das KInd in dir muss Heimat finden" ist auch eines meiner "Bibeln".

fühl Dich in Gedanken begleitet von uns/mir.
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
seit Mai 2016 Escitalopram 10 mg
seit Juni 2017 6 mg Escitalopram
Verhaltens- und Gesprächstherapie

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emliy10
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 14:12:2017 7:08

Hallo ihr Lieben,
Ich bin seit Dienstag aus der Tagesklinik entlassen und ich merke das ich seit 1 Woche wieder in einem Tief stecke. Ich muss aber dazu sagen, das ich nach Empfehlung von meiner Therapeutin das Seroquel wieder abgesetzt habe. Sie meinte, dadurch ich keine Schlafstörungen habe, hänge ich nur aus Angst an dem Seroquel. Da hat sie auch Recht. Jetzt kommt leider
wieder verstärkt die Angst und Hoffnungslosigkeit durch.
Ich bin mir auch nicht mehr sicher ob ich überhaupt das Leben mit zwei Kindern meistern kann.
Vor kurzem habe ich das Leben wieder gespürt..

Liebe Grüße, Melanie

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emliy10
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 14:12:2017 9:31

Ich habe solche Angst das ich die ganze Situation nicht mehr aushalte kann.. Was ist wenn ich nicht mehr leben möchte.. ? Ich will mir nichts antun, ich habe nur Angst davor. Auch wenn ich die Oma's sehe, denke ich, was ist wenn ich später auch mal so einsam bin?
In meinem Kopf ist ein ziemliches Durcheinander..

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emliy10
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von emliy10 » 14:12:2017 9:56

Mir ist noch etwas eingefallen, wenn ich die Medikamente nehme geht es mir zwar gut , aber damit verdränge ich ja bloß meine Probleme. .. kann ich dann trotzdem an mir arbeiten?

Astrid
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Re: Riesige Angst vor der Zukunft

Beitrag von Astrid » 14:12:2017 14:29

Hallo Du,

vielleicht war es auch einfach noch zu früh, das Medikament auszuschleichen. Die Angst ist ja eines deiner stärksten Symptome, und wenn die dich jetzt wieder überrollt... . Seroquel unterstützt, glaube ich die Wirksamkeit von ADs. Greift dein AD denn gut?
Diese Ängste vor der Zukunft, oder dem Leben generell sind ganz typisch für unsere Krankheit. Bei mir sind sie nach der Krankheit wieder auf ein "normales" Maß gesunken. Sprich noch mal mit deiner Thera darüber. Erst einmal viel Kraft und halte durch

Astrid
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