Zwangsgedanken

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Cassable
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Zwangsgedanken

Beitrag von Cassable » 29:03:2017 21:10

Hallo,
ich bräuchte nochmal eure Hilfe. Ich bin so verunsichert. Mir ging es jetzt etwas besser ich habe eine liebe Therapeutin und einen guten Psychiater, aber ich zweifel immer wieder an mir. Ich habe so Angst das ich doch ein böser Mensch bin oder irgendwie psychpathisch oder sowas. ich komme durch viele Grübeln immer zu dem wissen dsas ich nichts schlimmes tun will und das ich Gewalt schrecklich finde aber dann kommt immer ein aber wenn dieses und jenes und muss dann immer wieder neu nachdenken. Z.B. denke ich auch dann sowas wie finde ich es am schhlimmsten meiner Tochter was anzutun oder finde ich es schlimmer deswegen in Gefängnis zu kommen und alle Hassen mich. Ich weiß das dass schlimmste für mich wäre sie zu verlieren, aber ich zweifel dann immer und versuche durch nachdenken zu einer 100% antwort zu kommen. Ich will dann ja auch das ich weiß ich mache es nicht weil es das schlimmste für mich ist und ich sie liebe und nicht weil ich angst vor der Bestrafung habe. Wisst ihr was ich meine?
Und dann habe ich noch eine Sache die mich verunsichert. Am Anfang hat es mich immer beruhigt wenn ich mir die schlimmen Gedanken intensiv vorgestellt habe und dann Angst verspürt habe, das hat mich immer beruhigt. Jetzt ist es so das ich z.B. letztens mir ihr abends für eine halbe Stunde mit ihr alleine war (das habe ich jetzt länger vermieden) und ich dann dachte jetzt könntest du ihr was antun und dann habe ich überlegt ob ich vierlleicht meinem Mann weh tun möchte und es deswegen machen würde. Dann hab ich zu mir gesagt Ja dann mach es doch und habe mich mit der Situation konfrontiert und bin ins Schlafzimmer gegangen und habe mich vor ihr Bett gestellt. Ich habe gemerkt das ich ihr nichts antun will und es ist nichts passiert sie sah so süß aus beim schlafen, aber die Anspannung war in diesem Moment sehr groß. Auch habe ich Bilder im Kopf wie ich ihr mit meinem Mann zusammen was antue so richtige Horrorszenarien wie sie dann tod ist und wir sie vergraben oh gott ich werde verrückt wie in so schrecklichen psychofilmen und in den Nachrichten. Kennt ihr das in so einem ausmaß? es ist wirklich so schrecklich. Und ich fühle mich dann so gegruselt das wie wenn man so einen film sieht. (Ich schaue iegntlich keine psycho oder Horrorfilme, aber in der Jugend an Filmeabenden hat man sowas dann ja schonmal gesehen. Und mich haben diese Filme früher schon sehr verstört und ich musste viel darüber nachdenken.)
Ich habe dann aber darüber gegrübelt ob diese Angst und Anspannung wirklich Angst ist oder ob das Gefühl da war weil ich es machen möchte und ich aufgeregt bin und es vielleicht toll fände. Wisst ihr was ich meine? Das ist so schrecklich man traut sich selbst nicht mehr. Ich trau mir und meinen Gefühlen nicht. meine Therapeutin sagt das es Lehrbuchmäßig bei mir ist. Aber ich habe solche Angst das sie sich doch irren und ich gefallen an solchen Dingen haben könnte, das da so etwas in mir schlummert und irgendwann ausbricht. Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen helfen. Bitte um schnelle Antwort die letzten Tage habe ich wieder gedacht es wäre besser ich wäre nicht mehr da und das mein Mann das auch alleine mit unserer Maus schaffen würde aber Abends lässt sie sich dann doch nur von mir ins Bett bringen und hört auf zu weinen und dann hoffe ich einfach immer das es irgendwann besser wird und ich endlich wieder glücklich sein kann so an sich zu zweifeln und die Angst man könnte böse sein macht mich unendlich traurig.

Liebe Grüße, Anja

plueschi06
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von plueschi06 » 29:03:2017 21:46

Hallo liebe Anja ;-)

Genau das gleiche ist bei mir auch. ZB wenn ich diese aggressiven ZG habe, lese ich zur Beruhigung immer hier im forum. Mich beruhigt es,wenn andere zu mir sagen " es passiert wirklich nichts.
Ich habe Angst das ich die Kontrolle über mich verliere.aber ich glaub, wir mamis hier denken alle so wie du.
Aber ich finde es Klasse,das du dich der Situation gestellt hast und zu ihr ans bettchen gegangen bist.
Diese ZG sind schon echt doof.
Fühle dich ganz lieb gedrückt. Wie gesagt ich denke bzw habe auch schlimme Bilder im Kopf,so wie du

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Marika
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von Marika » 30:03:2017 8:07

Hey Anja,

es ist als hättest du über mich geschrieben - genau so wirklich haargenau so war es bei mir auch! Und deine Therapeutin hat recht: es ist tatsächlich "Lehrbuchmäßig" bei dir - hat mein Psychiater damals zu mir auch gesagt. :wink:

Auch wenn es jetzt schwer ist das aus zu halten, mach weiter!!! Du hast es super gemacht - hast dich mit der Angst konfrontiert und bist vor das Bettchen deines Kindes gestanden und hast gemerkt "ES PASSIERT NICHTS!" Genau DAS, dieses "aktive HANDELN und BEMERKEN DASS EBEN NICHTS GESCHIEHT" ist für das Gehirn so wichtig um das Zwanghafte zu verlernen. Je öfter du das machst, umso mehr schwächst du den Zwang und wirst immer sicherer. Natürlich und leider geht das nicht von heute auf morgen, aber es geht in die gewünschte Richtung.

Ein guter Tipp ist wirklich der von Plüschi: wenn es dir schlecht geht, komm hier her und rede mit uns - so wie du es jetzt gemacht hast. Auch das mag der Zwang so gar nicht - wenn man ihn am besten zusammen mit anderen analysiert und zerpflückt. :wink: Mir hat auch lesen über die Thematik geholfen, wieder mehr Selbstsicherheit auf zu bauen. Selbstvertrauen ist ebenfalls ein sehr wichtiger Eckpfeiler um den Zwang zu überwinden. Im Alltag dieses Auf zu bauen ist gar nicht so schwer: Mach aktiv Dinge, vor den du eigentlich Angst hast. Bei mir war so was banales wie selber Bestellen im Restaurant - das musste immer mein Mann machen oder alleine einkaufen bzw. über einen großen Platz gehen. Immer wenn man so eine Hürde genommen hast und das Gehirn merkt dass da keine Gefahr lauert und nichts passiert, wird die Angst minimiert. Daneben steigert das Gefühl "etwas geschafft zu haben" das Selbstvertrauen und das wieder um hasst der Zwang! :wink:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von Graureiherin » 31:03:2017 13:49

Hallo Du,

ich kann mich den anderen nur anschließen. Dein Psychologe hat Recht, Du bist wie in einem Lehrbuch beschrieben. Bei mir war es fast genauso wie Du es beschreibst. Ich fand schon das Wissen darüber, dass ich im Rahmen der Zwangsstörung "ganz normal" bin beruhigend.

Genauso beruhigend war der Austausch mit Betroffenen hier. Einfach um immer wieder zu lesen, dass ich nicht alleine bin und eben keine Psychopathin. In meiner ersten Zwangsepisode habe ich alle aggressiven Gedanken für mich behalten und mit mir selber ausgemacht. Das war schrecklich.

Überhaupt ist Wissen unendlich wichtig. Das gibt eine realistische Distanz, die uns Zwänglern fehlt, wenn wir uns auf der "Zwangsbühne" befinden. Wir glauben dann, was wir denken.

Auch das sich 100 % sicher sein wollen, kenne ich sehr gut. In der Therapie gibt es sogar Übungen, in denen man die Wahrscheinlichkeit dessen einschätzt, das das was wir denken wirklich passiert. Und selbst wenn die Wahrscheinlichkeit bei 0,0000001 liegen sollte, beißen wir uns genau daran fest. Wir vertrauen uns nicht. Du würdest Deiner Tochter nie etwas antun. Der Mangel an Selbstvertrauen liegt in viel tieferen Lebenserfahrungen. Der Zwang ist ein Ausdruck dafür und gibt uns den Hinweis , grundlegend an uns zu arbeiten. Zum Glück weiß man viel mehr über Zwange also z. B. vor 25 Jahren. Das kommt hier allen zu Gute.

liebe Grüße Dir und viel Mut und Kraft bei sicherlich folgenden Konfrontationen mit der Angst.

die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

Cassable
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von Cassable » 02:04:2017 13:21

Hallo ihr Lieben.
Ich danke euch für die schnellen Antworten.
Wenn irgendjemand bereit wäre mit mir zu telefonieren wäre ich sehr froh, weil es zu viel wäre alles hier rein zu schreiben und ich so angst habe und traurig bin. Kann aber auch verstehen wenn das zu privat wäre. Wenn doch jemand erfahrenes mit mir reden würde könnte ich über pn meine Handynummer geben. Ansonsten versuche ich nochmal hier alles zu schreiben.
VG Anja

plueschi06
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von plueschi06 » 02:04:2017 14:46

Huhu

Habe dir eine Nachricht geschrieben

plueschi06
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Re: Zwangsgedanken

Beitrag von plueschi06 » 02:04:2017 14:49

Hey

Ich habe nun auch eine Psychologin.aber ich glaub sie hat keine Ahnung was Zwangsgedanken angeht.
Sie meinte ich soll mich einfach nur ablenken.
Der Psychologe den ich stationär hatte,hatte wirklich Ahnung davon.er meinte das ablenken nicht so gut wäre, da ich mich ja den ZG stellen muss.
Vorige Woche hat sie mit mir die "Tresor übung" gemacht.
Kennt diese Übung jemand?

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