Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

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Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

Beitrag von Less » 11:11:2016 0:00

Hallo ihr Lieben!

Möchte mich zuerst etschuldigen für meine grammatikalische Fehler, Deutsch ist nicht meine Muttersprache.
Ich leider unter starken Angststörung, Panische Attacken und Psychosomatische Schmerzen (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen). War in der Klinik, habe Paroxetin 20 mg und Perphenazin 4 mg bekommen. Seit zwei Jahren nehme ich Tabletten, allerdings Perphenazin ausgeschlichen.

Ich bin schwanger geworden, bin jetzt in der 10 Woche ( seit drei Jahren wurde mir gesagt ich kann nicht schwanger werden). Und wegen Angst um mein ungeborenes Kind habe ich mit meine Psychiaterin versucht Paroxetin abzusetzen. Bin leider in tiefsten Loch gefallen, alle meine Beschwerden waren da. Ich musste das Medikament wieder nehmen. Habe mich mit Embryontoxilogie in Verbindung gesetzt, die meinen das hätte ich nicht machen dürfen. Jetzt nehme ich Paroxetin 20 mg wieder seit 3 Wochen und es wirkt nicht mehr wie früher. Ich habe meine Schmerzen wieder, Panische Attacken in der Nacht. Ich weiss nicht mehr weiter. Meine Frauenärztin war auch dagegen, dass ich das Medikament absetze. Jetzt hat meine Psychiaterin noch Diazepam 10 mg aufgeschrieben. Ich habe einfach Schuldgefülle gegenüber mein Kind und schreckliche Angst das etwas passieren kann. Aber ich weiss auch, dass ich nicht noch 7 Monate in so ein Zustand leben kann.

Ich danke Euch im Vorraus für Eure Antworten.
Liebe Grüße
Less

Steph
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Re: Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

Beitrag von Steph » 11:11:2016 15:45

Liebe Less,
ich kann Deine Verzweiflung sehr gut verstehen. Zum einen willst Du Deinem Kind keinen Schaden zufügen, zum anderen musst Du natürlich so schnell wie möglich wieder aus diesem Loch heraus kommen. Paroxetin ist ein SSRI. In dieser Wirkstoffgruppe gibt es noch viele andere Medikamente, die als Alternative in Frage kommen und auch in der Schwangerschaft genommen werden können. Citalopram zum Beispiel. Paroxetin ist zwar nicht das Mittel der ersten Wahl, wenn man einer Schwangeren ein Antidepressivum verschreibt, es gibt aber auch tausende Frauen, die während der Schwangerschaft NICHT auf ein anderes AD umgestellt wurden, als die Schwangerschaft eingetreten ist, weil sie unter Paroxetin stabil waren.
Diese Information ist auf der Seite von Embryotox zu lesen:

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Neben bewährten trizyklischen Antidepressiva gehören die SSRI Sertralin und Citalopram zu den Mitteln der Wahl bei pharmakologisch therapiebedürftiger Depression in der Schwangerschaft. Doch auch Paroxetin ist akzeptabel, zumal wenn dieses sich bei einer Patientin nach schwieriger Einstellungsphase als vorteilhaft erwiesen hat. Ist die Situation jedoch unkompliziert, sollte bei Planung einer Schwangerschaft ggf. auf Sertralin oder Citalopram umgestellt werden.

In welcher Region Deutschlands lebst Du denn? Hast Du Dir schon eine Entbindungsklinik ausgesucht? Es wäre gut, wenn die Klinik Deiner Wahl eine Neonatalogie hätte. Vielleicht könntest Du eine solche Klinik in Deiner Nähe kontaktieren und Dir einen Psychiater empfehlen lassen, mit dem sie schon häufiger zusammen gearbeitet haben und der sich somit mit Antidepressiva während der Schwangerschaft auskennt. Oder Fu lässt Dir von Embryotox einen Fachmann empfehlen, der schon viele schwangere Frauen behandelt hat. Ich würde in einem solchen Fall wirklich keinen Psychiater empfehlen, der in diesem Gebuet keine Routine hat. In guten Händen zu sein, gibt Dir einfach ein sicheres Gefühl.
Außerdem wäre es sicher gut, parallel eine Psychotherapie zu machen. Das kann Dir helfen, mit Deinen Sorgen und Ängsten besser umgehen zu können.
Deinem Baby hilft es nicht, wenn Du Dich tief depressiv durch die Schwangerschaft schleppst. Das kann sich auch negativ auswirken. Du versuchst Dein Bestes fürs Baby und dazu gehört es, Deine psychische Stabilität wieder zu erreichen. Von daher ist ein schlechtes Gewissen absolut überflüssig!

In einer solchen Situation ist es leider nicht gerade hilfreich, wenn Ärzte aus allen Fachbereichen ihren Senf dazu geben. Eine Frauenärztin beispielsweise hat nur bedingt Ahnung von Antidepressiva und den Auswirkungen auf das Ungeborene. Lass Dich nicht verunsichern, sondern baue Dir ein Netzwerk aus Spezialisten um Dich herum auf, dem Du vertrauen kannst!

Ich wünsche Dir alles Gute!
LG,
Steph
2006-07 schwere postpartale Depression mit Panikstörung und Zwangsgedanken.
Zuerst Insidon, dann nacheinander Paroxetin, Citalopram, Trevilor.
2007-2015 Überwiegend beschwerdefrei, nur wenige und kurze Tiefs.

Herbst 2015-Frühsommer 2016 schwere depressive Episode.
Im Moment 300mg Elontril und 75mg Trevilor
und stabil- yipee :D

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Re: Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

Beitrag von Less » 11:11:2016 16:23

Liebe Steph,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich habe mich mit Embryontoxilogie in Verbundung gesetzt, die haben zu mir gesagt, dass ich Paroxetin weiterhin nehmen durfte, die haben gesagt, wenn ich stabil war, sollte ich keine Versuche abzusetzen machen. Aber ich habe das gemacht und jetzt weiss ich nicht mehr weiter. Meine Psychiaterin bemüht sich auch. Hilft aber alles nicht. Liege im Bett, kann nicht aufstehen, habe Schmerzen, Angstzustände, kann kaum schlafen. Bekomme keine Unterstützung von meinem Mann. Bin ganz alleine. War mehr als ein Jahr beim Psychotherapeut, jetzt kann ich ihn nicht besuchen, weil ich nicht raus gehen kann. Ich lebe in Raum Stuttgart.

LG
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Steph
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Re: Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

Beitrag von Steph » 13:11:2016 0:20

Liebe Less,
es kann verschiedene Gründe haben, dass das Paroxetin im Moment nicht wirkt. Es könnte zum Beispiel daran liegen, dass Dein Körper sich erst wieder daran gewöhnen muss und einen Spiegel entwickeln muss. Das kann ein paar Wochen dauern. Leider kommt es auch ab und zu vor, dass ein Medikament bei einer erneuten Einnahme nicht mehr die selbe Wirkung erzielt. Kenne persönlich jemanden, in deren Fall das so war. Leider kann man den Grund nur mit Geduld herausfinden. Das ist sehr hart, ich weiß.
Es ist schade, dass Du keine Unterstützung von Deinem Mann bekommst, ich habe das damals leider ähnlich erlebt. Leider sind nicht alle Ehemänner so einfühlsam und unterstützend, wie wir es uns wünschen würden... Hast Du sonst noch jemanden, der für Dich da sein könnte? Deine Eltern zum Beispiel? Panik- und Angstzustände sind die Hölle auf Erden, ich weiß es aus eigener Erfahrung.
Ich kenne eine Betroffene, der es sehr geholfen hat, sich während der Schwangerschaft für eine Weile in eine Klinik zu begeben, um wieder Kraft zu schöpfen. Dort wird man intensiv umsorgt und bezüglich der Medikamente optimal betreut. Könntest Du Dir das vorstellen?
LG,
Steph
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und stabil- yipee :D

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Re: Bitte um Hilfe, Trost und Mut.

Beitrag von Steph » 22:11:2016 16:34

Hallo Less,
wie geht es Dir denn mittlerweile? Musste öfters mal an Dich denken...
LG, Steph
2006-07 schwere postpartale Depression mit Panikstörung und Zwangsgedanken.
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