Sertralin und Tavor

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Marika
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Marika » 12:12:2017 9:26

Guten Morgen,

du bist gesundheitlich angeschlagen (Erkältung), psychisch auch und schleichst gerade ein AD ein. Da ist es fast logisch, dass du mit Reinsteigern und auch Hyperventilieren reagierst. Ich glaube da kann man jetzt nicht zuordnen: das kommt vom AD, das andere vom Tavor... Es ist ein Mix aus allem. Wenn es nicht mehr geht, dann nimm eine Tavor, dafür ist dieses Medi da und hat auch seine Berechtigung.

Natürlich kannst du auch mit deinem Hausarzt über eine Erhöhung reden, ob er sie dann vornimmt oder du warten sollst, entscheidet er dann eh.

Von mir kann ich dir sagen, dass ich damals von der Erhöhung (von der Einschleichdosis auf die erste wirksame) sehr profitiert habe. Gerade in diesem unteren Bereich eines AD´s kann es verstärkt zu NW kommen, die bei einer Erhöhung nachlassen. Das deshalb, weil dann ein Wirkungsspiegel aufgebaut werden kann, der sich positiv bemerkbar macht. Aber das entscheiden natürlich deine Ärzte.

Wichtig wäre jetzt auch, dich so oft wie möglich aus zu ruhen, dich hin zu legen und so viel Hilfe wie möglich an zu nehmen. Ich war damals in dieser Phase keine Stunde alleine, es war immer jemand bei mir. Das hat sehr, sehr geholfen.

Berichte uns, wie es beim Hausarzt war, ja!
Liebe Grüße von
Marika

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Astrid
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Astrid » 12:12:2017 10:22

Hallo Sandra,

ich glaube auch nicht, dass man deine Symptome genau zuordnen kann. Du hast mehrere Baustellen gleichzeitig zu bewältigen. Deine Erkältung, das Kind krank, die neue Medikation... . Das Tavor ist dafür da, die Nebenwirkungen des Sertalins, unter anderem auch suizidale Gedanken, abzufangen. Morgens war es bei mir auch immer am schlimmsten, das ist bei der Krankheit "normal"... :( . Ab Nachmittag ging es immer. Das du dir Gedanken um deine kleine Große machst, kann ich nachvollziehen, aber du kannst ihr erklären, dass du krank bist, aber wieder gesund wirst. Geht sie in die Kita? Oder hast du andere Möglichkeiten der Betreuung? Du brauchst jetzt wirklich Unterstützung. Es gibt auch Haushaltshilfen über die Krankenkasse. Du bist kein Versager, wenn Du Hilfe annimmst. Du verringerst nur den Leidensdruck. Bitte gib nicht auf, wenn ich an meine Zeit zurückdenke, kann ich es manchmal gar nicht fassen, wie schön und gut jetzt alles ist. Und wie leicht und einfach. Wenn ich überlege, wie panisch und aufgelöst ich sonst morgens war, völlig verkrampft, mit Herzrasen und allem Zick und Zack. Dein Körper ist krank! Das Gehirn ist auch ein Organ, das sollten wir nicht vergessen. Und eine Erkrankung im Stoffwechsel des Gehirns hat sehr große Auswirkungen. Aber unsere Krankheit ist heilbar. Es dauert nur sooooo lange und man verzweifelt. Vielleicht kannst Du einen Nottermin bei deinem Therapeuten bekommen, sonst eventuell in eine psychische Notfallambulanz? Du hast noch viele Möglichkeiten. Du darfst sie nutzen. Du bist krank und musst auf niemanden Rücksicht nehmen, oder das Durchhalten... . Kann Deine Mama nicht eine Weile bei Euch wohnen??

LG Astrid
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MiHe1417
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 12:12:2017 13:54

Hallo ihr beiden,

mein Hausarzt möchte der Psychiaterin glaube ich nicht dreinreden. Er meinte, ich solle Tavor nehmen und Geduld haben. Davon bräuchte ich jetzt viel, aber ich würde wieder gesund werden. Ganz sicher. Am Donnerstag möchte er mich wieder sehen. Da hab ich auch den nächsten Termin bei meiner Therapeutin.

Unsere Tochter ist vormittags im Kindergarten, ab halb eins ist sie wieder daheim. Habe jetzt auch mit meinem Hausarzt besprochen, dass wir eine Haushaltshilfe beantragen. Die sei in meiner Situation mehr als berechtigt meinte er.
Meine Mutter ist noch voll berufstätig und hat noch meinen Neffen, um den sie sich kümmert. Ihre Zeit, die sie mir widmen kann ist also nur begrenzt. Ist momentan wirklich alles sehr kompliziert.

Ist jetzt halt eine verdammt harte Zeit, die ich da bewältigen muss. Astrid, hättest du auch solche extremen Ängste? Wie ist das bei dir heute? Da wird man doch schon immer anfälliger sein, oder?
Ich hoffe bloß, dass ihr recht habt und ich wieder gesund werde. Momentan fällt es mir sehr schwer, dran zu glauben.
Viele liebe Grüße
Sandra

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Astrid
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Astrid » 12:12:2017 18:56

Hallo Sandra,

ich glaube, ich war schon immer ein ängstlicher, pessimistischer Mensch. Aber das die Ängste mich so überrollen, hatte ich nur während der Krankheit. Und Ängste, die überhaupt keinen Sinn machen. Und ich war unglaublich hilflos und antriebslos. Konnte nicht mal eine Tasche packen, geschweige denn Auto fahren... . Meine Mutter hat mich gefahren. Das war aber erst in der ganz schlimmen Phase. Da konnte ich auch schon nicht mehr kommunizieren, ich sah keinen Sinn mehr darin. Angst hatte ich hauptsächlich vor dem alleine sein mit dem Kind. Diffuse Angst vor dem nächsten Tag, vor dem Leben generell. So genau kann ich das gar nicht mehr beschreiben. Jetzt habe ich natürlich noch Angst. Wäre ja auch doof irgendwo vors Auto zu laufen, oder von einer Klippe zu springen :wink: .... Verlustängste habe ich auch, hatte ich aber immer schon. Angst, wenn ich in eine Situation komme, auf die ich keinen Einfluss nehmen kann, Hilflosigkeit ist für mich schwer zu ertragen. Nicht, was mich selbst angeht, aber wenn es um meine Lieben geht. Gott sei Dank habe ich einen lieben Mann, der mich immer wieder erdet. Er hat so ein unglaubliches Urvertrauen, um das ich ihn beneide. Aber diese Panik mit körperlichen Auswirkungen habe ich nicht mehr. Ich will nicht sagen, dass ich es nie wieder bekommen werde, aber ich weiss jetzt, das es ein Medikament gibt, dass mir dann wieder hilft. Das gibt sehr viel Sicherheit.
Ich finde du schlägst dich wirklich gut. Hast noch viel Kraft und schaffst es Dinge zu organisieren. Deshalb ist es so wichtig, früh zu reagieren, und nicht so lange abzuwarten. Mit der Haushaltshilfe, das finde ich richtig gut. Die kann auch dein Kind vom Kiga abholen, oder nachmittags mal damit zum Kinderturnen, etc. . Vielleicht kann dein Mann ja auch Elternzeit einreichen für ein paar Monate? Geht ja heute auch schon öfter. Viele Arbeitgeber sind verständnisvoller als vor 10 Jahren noch. Oder ein Babysitter zum bespaßen der Großen. Es ist so anstrengend sich zusammenzureißen.
Ganz liebe Grüße, du hast schon fast wieder einen Tag geschafft...

Astrid
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 12:12:2017 22:28

Hallo Astrid,

Ich war auch schon immer ein ängstlicher Mensch, aber sie haben mein Leben nie so sehr überschattet wie momentan.
Die Beschreibung Angst vor'm Leben generell trifft es in der jetzigen Situation glaub ganz gut. So könnte ich es auch nennen. Die einfachsten, alltäglichsten Situationen werden plötzlich zu fast unüberwindbaren Aufgaben.

Ja, ich reiß mich schon kräftig am Riemen. In erster Linie für meine beiden Lieblingsmenschen. Für die beiden muss es einfach ein gewisses Maß an Alltag geben und das pusht mich etwas. Die beiden geben mir auch unwahrscheinlich viel zurück und so wie heute Abend weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe. Und irgendwann in einigen Monaten schüttel ich nur noch den Kopf über diese Zeit.

Jetzt warte ich erst mal ab, dass Sertralin greift und MEIN AD ist und dann wird es Stück für Stück bergauf gehen. Und ich freue mich auf die Zeit, nach der postpartalen Krise oder was auch immer es bei mir ist. Alles wird gut!
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 13:12:2017 21:23

Hallo,

die erste Woche ist geschafft. Darüber bin ich wirklich froh. Die NW halten sich in Grenzen, könnte schlimmer sein. Ich schwitze mehr, habe wenig Appetit und bin ab nachmittags ziemlich müde. Auch wenn morgens um 7 Uhr der Wecker klingelt schaff ich es fast nicht, die Augen aufzumachen. Hoffe, dass das nicht so bleibt.
Die Gedanken sind heute etwas besser. Ich denke, es hing die letzten 2 Tage auch mit meinem Eisprung zusammen.

Ansonsten bin ich heute etwas hoffnungslos. Wie soll das alles wieder gut werden? Geht die Angst wieder weg bzw geht sie auf ein gesundes Maß zurück? Bei jeder Muskelzuckung, bei jedem Prickeln oder Stechen im Körper schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken. Abends einschlafen ist für mich sehr schlimm. Meine Tochter in den Kiga zu bringen fällt mir auch unheimlich schwer. Wie soll das nur alles wieder werden???
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 20:12:2017 20:21

Hallo,

Die 2. Woche ist rum und es geht mir so weit ganz gut. Ich nehme nach wie vor nur 25 mg täglich, aber es reicht mir im Moment. Meine Ängste sind auf ein normales Maß zurück gegangen, nur gelegentlich werden sie stärker, aber ich lenk mich dann ab und es funktioniert. Was mir sehr geholfen hat, war oder ist das Buch von Waltraud Gauglitz. Ich mach es so, wie die Situation mit dem unerwünschten Gast: ich ignorier die Angst.

Meine Stimmung ist auch wieder besser, meine Belastbarkeit kommt langsam zurück. Allerdings merk ich schon, wenn ich nicht gut oder wenig schlafe oder mich eine Situation stresst. Einschlafen ist momentan das "größte" Problem. Da hab ich noch Angst, aber nicht vergleichbar mit vor 2-3 Wochen.

Von den NW ist es auch aushaltbar. Bin jeden Tag ab ca 15 Uhr ziemlich müde. Hoffe, dass das noch besser wird. Außerdem hab ich an manchen Tage n ziemlich Kopfschmerzen. Aber ich will nicht jammern.

Was ich noch fragen wollte: wenn ich morgens das AD nehm, merk ich das nach ca 1 Stunde ziemlich arg. Da wird es mir auf einmal ganz komisch und ich werd auf einmal matschig. Außerdem hab ich Sehstörungen, also auf dem rechten Auge fliegt so ein schwarzer Punkt. Mal mehr, mal weniger, manchmal gar nicht. War aber glaub schon vor Sertralin da.
Kann mir jemand sagen, ob das noch weg geht?
Viele liebe Grüße
Sandra

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Marika
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Marika » 21:12:2017 9:03

Hallo du,

na das hört sich ja sehr gut an!!! :D Du hast einen sehr schnellen Erfolg von Sertralin und das bei so geringer Dosis und nach so kurzer Zeit. Das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen!

Ich habe es auch immer sehr stark gemerkt, wenn ich morgens meine Tablette genommen hatte - das ging aber alles total weg. Müdigkeit und Kopfschmerzen hatte ich auch und ein bissl Schwindel einhergehend mit Sehstörungen. Wie gesagt, alles hat sich nach und nach völlig gegeben. Aber wenn du unsicher bist, einfach beim Arzt nachfragen. Alles in allem hört sich aber alles nach NW an, die sich geben sollten.

Noch eine kleine Anmerkung: Auch wenn du merkst, dass deine Belastbarkeit zurück kehrt - bitte übertreibe es nicht und SCHONE DICH!!!! Nicht gleich wieder in das alte Muster "Vollgas" verfallen, nur weil du evtl. glaubst "etwas gut machen zu müssen". Leg dich so soft wie möglich hin, schlaf wenn (wenn möglich), sag "nein" wenn du etwas nicht willst. Kurz: lass dir so viel wie möglich unter die Arme greifen. Denn auch wenn es Bergauf geht - auch ganz gewöhnliche Alltagsbelastungen können noch einen Zeit lang zu einem Tief führen!

Alles Gute weiterhin für dich!!!
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 29:12:2017 9:00

Guten Morgen,

heute Nacht war furchtbar. Unser kleiner Mann war stündlich wach, nur am Weinen und nörgeln. Die Zähne machen es ihm schwer. Bin also kaum zum Schlafen gekommen. Noch dazu hatte ich gestern mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen. Auf jeden Fall überkamen mich heute Nacht wieder Anfänge von Panikattacken. Aber dadurch dass ich nach dem Kleinen schauen musste, war ich abgelenkt.

Jetzt beim Aufwachen war es ganz merkwürdig. Meine Gedanken waren wie so ein großer Kaugummi- total verklebt. Komisch zu beschreiben. Kann es sein, dass mein AD gestern nur so durchgerutscht ist, bevor es mein Körper aufgenommen hat ? Bin ja noch immer nur bei 25 mg, meine Ärztin ist erst im Januar wieder da. Weiß grade nicht, was ich machen soll. Ich spüre schon wieder die Panik!
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Marika » 29:12:2017 11:27

Hallo du,

ja - gerade bei Magen - Darm kann es (wie bei anderen Medis auch) zu einem Wirkungsverlust kommen. Wie du richtig sagst, kann es dann sein, dass die Tablette "durchflutscht". Mach weiter wie bisher, nimm dein Sertralin zur gleichen Zeit wie immer. Evlt. greifst du auch auf Tavor zurück, wenn es zu schlimm wird.

Du darfst nicht vergessen, dass du heute eine schlechte Nacht hattest - da kommen auch Mamas ohne PPD an den Rand des Machbaren. Schlafentzug ist eine Folter für den menschlichen Organismus - es ist daher völlig klar, dass du Symptome hast. Kannst du dich evtl. jetzt am Tag hinlegen? Gibt es jemanden, der/die den Kleinen für ein paar Stunden nehmen kann, damit du schlafen kannst? Gerade am Anfang der Erkrankung ist Schlafmangel sehr schlecht. Wichtig wäre im Jänner auch über die Dosis zu sprechen, um solche Krisen Phasen besser abfangen zu können. Hier könnte eine Erhöhung sehr helfen.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 01:01:2018 8:49

Guten Morgen,

erst einmal ein wunderschönes neues Jahr! Ich Hoffe, ihr seid alle gut reingerutscht. Ich hab den Jahreswechsel dieses Mal verschlafen... :roll:

Marika, ich brauch nochmal deinen Rat bzw Einschätzung. Hab am Samstag eine halbe Tavor genommen und gestern war ich extrem fertig. Ich denke, das waren auch mit die Nachwirkungen von Tavor.
Mittags müssten wir mit unserem Babyprinz in die Notfallambulanz, wo sich eine beidseitige Ohrenentzündung herausstellte. Muss jetzt Antibiotika nehmen. :( Als wir wieder zu Hause Waren, hab ich plötzlich einen richtigen Film geschoben. Was, wenn ich ihn nicht richtig versorg, wenn ich ihm nachts im Schlaf was antu ... total bekloppt. Hat mich echt fertig gemacht. Bekam dann auch sehr starke Kopfschmerzen und hab bemerkt, dass schon wieder Panik aufkommt. Die hab ich weggeatmet und bin auch schnell ins Bett. Dachte, Schlaf hilft mir. Hab auch wirklich gut geschlafen, fühl mich nur total gerädert.

Ich bin grade am Zweifeln, ob Sertralin doch das richtige ist. Soll ich es weiternehmen? Weiß grade nicht, was ich machen soll. Warum reagier ich jetzt so extrem? Sind es NE weil ich ja diesen Magen Darm Infekt hatte und nicht weiß, was von den Tabletten angekommen Ist? Sowas wie eine psychische Notfsllambulanz gibt es nicht bei uns, hab schon im KH angerufen....
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Marika » 01:01:2018 13:15

Hallo Sandra,

zunächst auch mal von mir: ein gutes neues Jahr - es wird ein gutes werden, wirst sehen!

Auf jeden Fall das Sertralin WEITER NEHMEN und sehr bald über eine evlt. Erhöhung der Dosis sprechen. Du hast im Moment extrem viel Stress von außen: Du bist selber krank, dann dein Kleiner Ohrenentzündung und in die Klinik... Es ist für mich völlig klar, dass du solche Symptome hast und so stark reagierst. Deine Psyche ist noch sehr, sehr angeschlagen. Stell sie dir vor wie eine frische OP Wunde: jedes Mal wenn du auch nur ganz leicht dran kommst, tut das am Anfang höllisch weh, erst mit der Heilung der Wunde wird das besser. So ist das auch mit der Psyche, mit der Seele. Dazu nimmst du Sertralin noch viel zu kurz um die richtige Wirkung schon zu haben und auch die Dosis ist noch zu gering.

Ein ganz wichtiger Gradmesser der FÜR Sertralin spricht ist, dass du schon sehr gute Tage hattest, ERINNERE DICH DARAN, immer wieder!!!! Bitte nicht in die Falle "das AD hilft nicht, ich setze ab" reintapsen, nur weil es dir im Moment wieder schlechter geht. Es leider der Charakter der PPD und auch mit AD dauert es eine ganze Weile, bis du keine Tiefs mehr hast. Auch in der Therapie wartet da noch ein ganzes Stück Arbeit auf dich.

Ich verstehe dich aber sehr, sehr gut. Man will dass das aufhört, sofort und gleich, man will einfach nur normal und glücklich leben. Man nimmt Medis, macht Therapie und doch kommen Tiefs. Das raubt einem manchmal fast die ganze Kraft um durch zu halten. Mir ging es damals nicht anders. Bei jedem Tief hätte ich oft am liebsten alle meine schlauen Bücher samt AD (und Therapeut... :wink: ) über den Balkon geschmissen ... so wütend und traurig war ich dann, weil ich nicht stabil blieb. Damals war ich es, die hier genau das selbe geschrieben hat, wie du heute - und damals waren die anderen Frauen hier, die mich aufgefangen haben und mir das sagten, was ich dir heute schreibe!!! HALTE DURCH, du hast glaub ich bald einen Termin - frag wegen einer Erhöhung nach. Mit 25 mg hast du eine Dosis die zum Einschleichen gut passt, aber um stabil zu werden, brauchen die allermeisten mehr. Und erkenne auch deinen extremen Stress den du im Moment hast. Einen gesunden Menschen haut das nicht um, aber du bist wie ein frisch Operierter, der logischerweise immer mal an seine Wunde dranstößt und sich dann vor Schmerz krümmt. Aber das wird, glaub es mir - ich habe es erlebt und so viele hier auch.

Wann ist dein nächster Arzt Termin?
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 01:01:2018 17:14

Hallo Marika,

danke, dass du einen immer wieder anspornst. Es tut gut. Es tut such gut, verstanden zu werden.

Ich habe erst am 22.01. wieder einen Termin bei meiner Ärztin. Das ist noch so lange bis dahin! Hatte am Samstag in einer nahegelegenen Psychiatrie angerufen und wegen einer Notfsllambulanz nachgefragt. Gibt es bei uns ja leider nicht. Die Dame meinte aber, dass der Hausarzt die Dosierung erhöhen kann und darf. Er könne sich auch gerne dort melden und sich rückversichern. Ich hoffe, dass er das macht. Der ist allerdings auch erst nächste Woche wieder in der Praxis. Oh Mensch! Das ist alles noch so lange!

Bin grade echt fertig. Hab auch ziemliche Muskelschmerzen in den Beinen. Kann ich bedenkenlos Magnesium nehmen?
Ja, ich hader schon etwas mit meiner Entscheidung für Sertralin. Gerade weil es mir die letzten 2-3 Tage so dreckig geht. Ich denke halt öfters mal, ob es ohne AD auch so furchtbar geworden wär. Aber dann fällt mir ein, dass es mir vor Weihnachten ja schon etwas besser ging und auch jetzt merk ich noch, dass ich gelassener und geduldiger bin. Das spricht ja schon alles für Sertralin. Ich verstehe nur nicht, warum ich plötzlich so extrem an mir zweifel und solche hässlichen Gedanken hab. Würde meinen Kindern niemals etwas antun! Und diese Gedanken lassen mich fast verrückt werden. Wie soll das denn nur alles jemals wieder gut werden?? Es ist so vieles schlimmer geworden...

Trotz der ganzen ekeligen Gedanken und Gefühle hatten wir heute Mittag einen tollen Spaziergang in der Sonne. Da konnte ich dann auch mal für einige Minuten abschalten und nur genießen. Das hat mir wieder etwas Kraft gegeben.
Viele liebe Grüße
Sandra

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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von Marika » 02:01:2018 9:30

Hallo Sandra,

Magnesium kannst du normaler Weise ohne Bedenken nehmen, aber auch hier solltest du dich z.B. in der Apotheke rückversichern.

Blöd, dass dein Arzt noch im Urlaub ist. Hat er eine Vertretung?

Hab dir noch eine PN geschrieben.
Liebe Grüße von
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Re: Sertralin und Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 02:01:2018 21:22

So, habe in der Praxis meiner Ärztin angerufen, da es dort noch 3 weitere Kollegen gibt. Konnte dann telefonisch mit einer ganz netten Ärztin sprechen, die mir grünes Licht für die Erhöhung auf 50 mg gab.

Jetzt schau ich mal, wie es mir so in den nächsten Tagen mit 50 mg geht.
Viele liebe Grüße
Sandra

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