sertralin und queniapril

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katl0607
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sertralin und queniapril

Beitrag von katl0607 » 16:10:2015 19:15

Hallo!
Die ein oder andre hat meine geschichte vielleicht schon gelesen. Habe seit august 2015 immer wieder Zwangsgedanken. Und auch die angst vor der angst. Gestern war ich soweit, dass ich alles mögliche gezählt habe... die strassenpfosten, die mittelstriche auf der strasse, ecken vom schrank und vom tisch. Und das tat ich ständig. Am abend rauchte mir der Kopf so dermaßen. Heute hatte ich ein gespräch mit meiner Therapeutin. Sie meinte, dass dies von der aufgestauten wut in mir kommt. Das kann ich mir sehr wohl vorstellen. Habe heute neue Medikamente bekommen, die das leichter machen sollen. Werde jetzt dann die erste neue Tablette zum schlafen nehmen. Kennt ihr diesen zwang auch zu zählen?

Lg
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Quetiapin 75 mg
Promethazin Trpf

Graureiherin
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Re: sertralin und queniapril

Beitrag von Graureiherin » 19:10:2015 10:24

Hallo Du Liebe,

ich kenne den Zählzwang auch , allerdings meistens in Miniausprägung. Als ich vor vielen jahren einmal richtig, richtig viel Arbeitsstress hatte (drei Jobs, Studium und Diplomarbeit) hat er sich in etwa so gezeigt wie bei Du beschreibst. Bei ist es also wohl ein Indikator für Stress. Ich habe dann zwei von drei Jobs gekündigt und auch sonst konsequent versucht Stress zu reduzieren.

mit lieben Grüßen
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
seit Mai 2016 Escitalopram 10 mg
seit Juni 2017 6 mg Escitalopram
Verhaltens- und Gesprächstherapie

katl0607
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Re: sertralin und queniapril

Beitrag von katl0607 » 19:10:2015 18:26

Hi!

Hast du den zählzwang sozusagen gut im griff?
Ich merke halt auch, dass er nur bei stress auftritt.
1. Kind geboren 7/14
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Marika
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Re: sertralin und queniapril

Beitrag von Marika » 20:10:2015 8:58

Hallo,

jede Form von Zwang hat auch sehr viel mit Sicherheitsbestreben zu tun. Du befindest dich in einer Krise - das IST eine Stress Situation in der du dich logischerweise UNSICHER fühlst. Mit Zwängen nun - egal ob Zähl-, Wasch-, oder sonstiger Zwang bzw. auch Zwangsgedanken sind nun ein Mechanismus, wieder Sicherheit zu erlangen. Mein Arzt hat mir klar gesagt, das hinter Zwängen immer die Suche nach SICHERHEIT steht, der Versuch alles "unter Kontrolle" zu haben. Wut hat bei mir z.B. gar keine Rolle gespielt.

Sertralin wäre ein AD aus der Gruppe der SSRI, die bei Zwängen sehr gute Erfolge erzielen kann. Gerade bei Zwängen ist es sehr schwer, das ganze nur mit Therapie hin zu bekommen. Da ist zusätzlich ein AD wirklich eine der besten Lösungsansätze. Ich bin langjährige Zwänglerin, mit Angst-und Panikattacken seit meiner Pubertät. Richtig akut wurde es nach der Geburt meines Sohnes - da wurde es zum grausigen Horrortrip. Aber mit Therapie, AD, Alternativen Heilmethoden und allem was mir einfach gut tat - bin ich heute nicht nur gesund, es geht mir besser als all die Jahre mit latenten Symptomen davor. Ich nehme zwar eine kleine AD-Erhaltungsdosis, aber das macht mir längst nichts mehr aus, ich bin einfach nur dankbar, dass ich heute eine tolle Lebensqualität habe. Ich war nie in einer Klinik, habe aber 2,5 Jahre Therapie gemacht und wie gesagt die AD Einstellung war bei mir ausschlaggebend.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin
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Re: sertralin und queniapril

Beitrag von Graureiherin » 20:10:2015 17:44

Hallo Ihr Lieben,

das was Marika mit Sicherheit meint, passt sehr gut. Eine Freundin von mir mutmaßte damals, dass ich sozusagen zähle um wieder Struktur zu erlangen. Das gehört ja auch zum Thema Sicherheit. Damals dachte ich überhaupt nicht an Zwänge/Zwangsstörung... also war kein Arzt involviert.

Wie geschrieben, ich zähle zwar ab und an z.B. Fensterlichter in der Nacht... aber nur wenig und es stört mich nicht, ich kann mich auch ohne Probleme davon ablenken.

mit lieben Grüßen
eure Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
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Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
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seit Juni 2017 6 mg Escitalopram
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