Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

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Marika
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Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Marika » 19:01:2016 13:29

Hallo,

selbstverständlich kannst du auch eine Therapie ohne Medikamente machen. Allerdings hast du recht - hier gibt es so gut wie niemanden, der ohne Medikamente aus dieser Kriese heraus gefunden hat. Was aber nicht heißt, dass es keine Ausnahmen geben kann. :wink:

Auf jeden Fall ist es ohne Medikament um einiges schwerer und dauert auch viel länger, wenn es dann überhaupt möglich ist. Jeder Mensch ist anders, und ich würde es dir wünschen, dass du kein Medi brauchst, wir alle hier hätten das gerne. Die allermeisten haben am Anfang sehr gemischte Gefühle oder gar eine starke Ablehnung gegen die entsprechenden Medikamente - bei mir war das auch so. Aber im Nachhinein kann ich nur sagen: Sie sind ein SEGEN, denn sie haben mir mein Leben wieder gegeben.

Ich hoffe, du findest für dich eine gute Lösung!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Pippilotta
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Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Pippilotta » 20:01:2016 10:16

Bei mir konnte ich ohne Medikamente gar nicht aus meinem Loch krabbeln geschweige denn eine Therapie beginnen. Das ging erst, als ich stabil war. Ich bin froh, dass es diese Medikamente gibt, ich hätte nicht die Kraft gehabt, den Zustand viel länger auszuhalten, was ich ohne Tabletten hätte machen müssen.
Tochter geboren 02/2013 --> PPD 03/2013 mit 40mg Citalopram; 8 Wochen psychiatrische Klinik
Citalopram ausgeschlichen ab 01/2014 und abgesetzt 04/2014
Beschwerdefrei und glücklich bis 10/2015
Schwangerschaftsdepression 10/2015
2. Tochter geboren 11/2015 --> PPD direkt nach Geburt mit 40mg citalopram; 5 Wochen psychiatrische Klinik
Seit April 20mg Citalopram

Graureiherin
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Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Graureiherin » 20:01:2016 10:31

Hallo,

zwei Bekannte von mir haben eine diagnostizierte "Angst und Panikstörung" und leben damit (meist gut, nach Jahren) ohne Medis. Sie tun aber beide sehr viel: Therapie, Kunsttherapie, Meditation... jeder ist anders und jede Erkrankung ist anders... evtl gelingt es Dir ohne, wenn doch Medis ist das kein "Beinbruch" sondern eine Hilfe und man sollte sich nicht grämen.


Grüße die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

Sanna
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Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Sanna » 20:01:2016 10:38

Hallo!

Es ist toll, wenn man es ohne Medis schafft. Das ist jedoch leider eher selten der Fall. Es kommt da auf die Schwere der Erkrankung an und wie man gelernt hat, damit umzugehen. Ich denke, bei einer schweren Depression ist es unumgänglich ein Medikament zu nehmen. Keine Angst davor, diese Medikamente helfen dabei wieder auf Spur zu kommen. Mir ermöglichen sie ein normales, gesundes Leben. Und ich bin unendlich dankbar dafür.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Sabrina

Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Sabrina » 20:01:2016 20:43

Hallo sid,

habe gerade deine Geschichte gelesen. Das ist das aller letzte was dir im KH passiert ist. Wenn ich könnte würde ich die Leute sofort feuern.

Du schreibst, dass Zeit für dich auf der Strecke bleibt. Wenn du meinst, dass es hauptsächlich davon kommt, dass du dich so fühlst, solltest du dir schleunigst Zeiten für dich verschaffen. Dann klappt es vll auch ohne Medikamente.

Ich kann leider auch nur sagen, dass ich überaus froh bin, dass es diese Medikamente gibt.
Sie machen nicht abhängig, falls du das denkst. Das ist ein Mythos!

Astrid77
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Re: Raus aus dem Tief ohne Medikamente...

Beitrag von Astrid77 » 21:01:2016 12:09

ich war eigentlich auch die meiste Zeit ohne Medikamente. Und ich kann dazu sagen, dass man dann so vor sich hin dümpelt. Mein Zustand war tragbar, aber auch nicht gerade gut, besser wurde es auch nicht. Und man hat keinen Schutzschild - wenn Stress kommt (und das waren für mich Sommerurlaub und Weihnachtsferien), reißt es einen gleich bis in alle Tiefen herunter. Eindeutige Schübe der Verbesserung habe ich bisher nur mit Medikamenten erlebt! Daher rate ich dir, es einmal auszuprobieren, es passiert dir ja nichts. Wenn du dich vollkommen unwohl fühlst, setzt du es eben wieder ab, das geht ohne Probleme.
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1. Kind 1/2013 keine PPD

2. Kind 12/2014 PPD 1 Monat später

Sertralin, Cymbalta, Venlafaxin, Mirtazapin, Lyrica durchprobiert und wieder abgesetzt.
Momentan ohne Medikament - mal mehr und mal weniger stabil.

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