So große Angst vor der Klinik

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nina1114

So große Angst vor der Klinik

Beitrag von nina1114 » 21:02:2016 8:55

Hallo ihr lieben,
Ich bin ziemlich verzweifelt. Ich habe mich ja nun für eine stationäre Therapie entschieden und nächste Woche könnte es schon losgehen. Ich habe nur so große Angst davor. Ich werde viel viel mehr alleine mit meinem Sohn sein. Zu Hause habe ich Unterstützung von meinem Mann und meiner Mutter. Ich bin dann auch sehr weit weg von zu Hause. Mehrere Stunden Fahrt. Ich bin ziemlich schüchtern und vielleicht verstehe ich mich mit den anderen Müttern gar nicht. Vielleicht kommt mein Sohn dort nicht zur Ruhe.
Ich glaube ich habe mir das alles einfacher vorgestellt. Aber ich bin dann ja so auf mich alleine gestellt. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe :cry:

Julikeks
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Re: So große Angst vor der Klinik

Beitrag von Julikeks » 22:02:2016 12:19

Toll das Du den mutigen Schritt gehst und Dir Hilfe in der Klinik holst. Aber in der Klinik bist Du doch nicht allein sondern hast hoffentlich Unterstützung von Kinderkrankenschwestern/Erzieherinnen, die Dir Dein Baby auch mal abnehmen können, wenn Du grad nicht mehr kannst, oder?

Bestimmt wirst Du auch andere Mütter treffen denen es ähnlich geht wie Dir. Ich möchte Dir gerne Mut machen, es wird schon nicht so schlimm kommen und abbrechen kann man ja eine Therapie auch immer wenn man den Eindruck hat sie destabilisiert eher. Sieh es doch eher als einen Therapieversuch und nicht als unbedingtes "muss".
Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende! :D

Zyprexa (Olanzapin) 10 mg
Citalopram 25 mg

Sanna
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Re: So große Angst vor der Klinik

Beitrag von Sanna » 22:02:2016 13:03

Hallo!

Mir ging es genau wie dir. Ich hatte so eine Panik davor für meinen Sohn verantwortlich zu sein, dass ich am liebsten die Therapie gar nicht erst angetreten wäre.

Meine Erfahrung ist die: Ich hatte von Anfang an IMMER jemanden an meiner Seite, wenn ich Hilfe brauchte. Das waren Kinderpfleger/innen oder Schwestern der MuKi-Station. Ich war gerade ein paar Tage dort, da wurde mein Sohn krank. Man hat mich super unterstützt damit fertig zu werden. Durch die Mutter-Kind-Therapie konnte ich dann Schritt für Schritt immer mehr allein, bis ich auf die Hilfe gar nicht mehr angewiesen war.

Natürlich wird man auch ein Stück weit ins kalte Wasser geschubst. Am ersten Tag als mein Sohn zu mir kam, sagte eine Schwester zu mir, ich soll ihn doch in den Kinderwagen packen und eine Runde durch den Park gehen. Ich dachte, die spinnt wohl!! Aber ich hab's gemacht und das war ein tolles Gefühl, als ich es geschafft hatte!! Ich hätte aber auch nein sagen können, das wäre kein Problem gewesen. Aber ich dachte, wenn die mir das hier zutrauen, dann wird da wohl was dran sein. Also hab ich mich durchgerungen. Und das war gut so!!

Man wird dir in der MuKi-Therapie nicht über den Kopf streicheln. Du wirst gefordert, aber nicht überfordert, werden. Das ist richtig und gut so. Denn schließlich willst du doch ganz normal für dein Kind da sein und dich allein kümmern, oder?! Na also, dann musst du es angehen. Und besser als auf einer Muki-Station kannst du es nicht haben. Dort hast du professionelle Unterstützung in jeder Hinsicht.

Trau dich! Es wird der erste wichtige Schritt zur Gesundung sein! Nur Mut!

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

nina1114

Re: So große Angst vor der Klinik

Beitrag von nina1114 » 23:02:2016 10:31

Danke für eure Antworten.
Das macht mir schon etwas Mut und Hoffnung, dass es nicht ganz so schrecklich wird.
In meinen Gedanken wird es alles furchtbar. Man kann den Kopf ja leider nicht ausstellen.
Heute nachmittag geht es nun los. Ich hoffe mein Sohn kommt dort auch zur Ruhe. Er ist nun schon 15 Monate alt und die Klinik macht eine Ausnahme. Normalerweise ist die Station nur für Säuglinge ausgerichtet.
Drückt mir die Daumen, dass es eine positive Erfahrung wird und meinem Sohn und mir hilft.
LG Nina

Sanna
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Re: So große Angst vor der Klinik

Beitrag von Sanna » 23:02:2016 10:35

Ich drücke dir alle Daumen, dass du dort gut ankommst und stabil wirst. Ganz, ganz toll, dass die Klinik eine Ausnahme macht und deinen Sohn mit aufnimmt. Das spricht absolut für die Klinik! Man ist offensichtlich bemüht, dir dort zu helfen.

Gib dir Zeit. Es wird nicht nächste Woche alles gut sein, nur weil du in der Klinik bist. Aber Schritt für Schritt wird es bergauf gehen. Halte uns gerne auf dem Laufenden!

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

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