Verschlechterung des Zustands in Klinik?

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Steph
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Verschlechterung des Zustands in Klinik?

Beitrag von Steph » 16:03:2016 11:31

Hallo zusammen,
ich bin seit gestern in eimer vollstationären Klinik und seit meiner Aufnahme nur am Heulen. Ich vermisse meinen Sohn jetzt schon so sehr, dass es mich fast zerreißt. Ich darf den kompletten SA und SO inklusive Übernachtung nach Hause, was ich mir im Vorfeld als große Hilfe vorgestellt hatte. Aber anstatt die positiven Dinge zu sehen, fühle ich mich wie ein weggeschicktes Kleinkind, das nach Hause möchte. Ist das normal? Meine Depression ist dadurch noch stärker geworden und ich weiß kaum, wie ich die Tage hier rumkriegen soll... Eine andere Patientin hat wohl aus dem selben Grund ihre Therapie abgebrochen. Nun habe ich Angst, dass ich es ebenfalls nicht schaffe, hier zu bleiben. Ich habe so große Hoffnungen in den Klinikaufenthalt gesetzt....
LG,
Steph
2006-07 schwere postpartale Depression mit Panikstörung und Zwangsgedanken.
Zuerst Insidon, dann nacheinander Paroxetin, Citalopram, Trevilor.
2007-2015 Überwiegend beschwerdefrei, nur wenige und kurze Tiefs.

Herbst 2015-Frühsommer 2016 schwere depressive Episode.
Im Moment 300mg Elontril und 75mg Trevilor
und stabil- yipee :D

Sanna
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Re: Verschlechterung des Zustands in Klinik?

Beitrag von Sanna » 16:03:2016 13:18

Hallo!

Ich war acht Mal stationär, ohne Kinder. Und das ist echt scheiße. Aber das geht vorbei und dann kannst du wieder die Mutter sein, die du gerne wärst.

Dir muss jetzt geholfen werden. Dafür bist du dort und das ist auch sehr gut so. Es ist normal, dass man sich erst daran gewöhnen muss, dass man nun in der Klinik ist und es braucht ein paar Tage bis man ankommt. Du solltest nicht erwarten, dass du aufgenommen wirst und sofort wird es besser. Oftmals ist es so, dass man dort erstmal einknickt, weil einem bewusst wird, in was für einem Schlamassel man eigentlich steckt. Dann kommt noch die Sehnsucht nach Mann und Kind(ern) hinzu und schon geht es bergab.

Sieh es als Chance. Darauf zu gesunden und sag dir immer wieder selbst, dass der Weg ja IMMER wieder heim geht. Du bleibst ja nicht fürimmer dort. Und wenn du dann gehst, wird es dir besser gehen, so dass auch dein Sohn was davon hat. Dein ganzes Umfeld, du am meisten.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Und sei mal ehrlich, wenn du wegen einer somatischen Erkrankung in die Klinik müsstest, wäre es doch auch kein Problem, oder? Na also. Behalte auch immer im Hinterkopf, dass dich ja niemand zwingt dort zu bleiben. Du bist freiwillig gekommen, also kannst du auch jederzeit gehen, wenn es WIRKLICH nicht geht.

Ich würde dir raten, erstmal ein paar Tage durchzuhalten. Du wirst dich Schritt für Schritt besser fühlen. Nicht von jetzt auf gleich. Vielleicht schreibst du all die kleinen Dingen auf, die du bemerkst. Ich habe z.B. irgendwann wieder angefangen zu essen. Das war so der erste Schritt.

Ich wünsche dir alle Gute für deinen Aufenthalt. Machd as beste daraus.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Steph
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Re: Verschlechterung des Zustands in Klinik?

Beitrag von Steph » 16:03:2016 15:54

Liebe Sanna,
vielen vielen Dank für Deine aufmunternden Worte!!!! Ich bin froh zu hören, dass es nicht immer gleich steil bergauf gehen muss. Das macht mir Hoffnung. Im Moment bin ich einfach nur total am Boden, die Syptome sind sehr stark und ich habe Heimweh...
LG,
Steph
2006-07 schwere postpartale Depression mit Panikstörung und Zwangsgedanken.
Zuerst Insidon, dann nacheinander Paroxetin, Citalopram, Trevilor.
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und stabil- yipee :D

kitty
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Re: Verschlechterung des Zustands in Klinik?

Beitrag von kitty » 17:03:2016 14:58

Hallo Steph,

kann es mir sehr gut vorstellen, wie stark du mit Heimweh zu kämpfen hast. Und in dem Zustand in dem man sich sowieso befindet und dann dieses starke Heimweh - das ist doch eigentlich "normal" das es einem nicht dabei gut gehen kann.
Wenn ich auch mal in der Vergangenheit nur eine Nacht mal weg war, da hatte ich auch schon immer arges Heimweh gehabt.

Aber wie Sanna schon schrieb - nach Hause kannst du immer! Versuche erst mal durch zu halten. Nimm dir Zeit für dich. Ja, das ist schwer - aber es wird!!! Nicht von heute auf morgen, aber in Zukunft.

LG
Sandra
Geburt Tochter März 2015 / PPD direkt nach der Geburt

Mirtazapin 15mg seit April 2015 (im Juni 2015 eine Zeit auf 30 mg erhöht - keine Verbesserung)
Citalopram 20mg seit Oktober 2015, seit März 2016 30 mg

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