Zurück aus der klinik

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Mone
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Zurück aus der klinik

Beitrag von Mone » 14:04:2017 18:02

Nach 5 Wochen in der Klinik bin ich nun wieder seid 2 Wochen daheim. Ich hatte nach 12 Jahren zum zweiten Mal versucht die ads abzusetzen und wieder heftige Angstzustände bekommen. Da das Einschleichen sehr schwer fiel bin ich in die Klinik. Nach anfänglichem hadern mit der Situation und dem Absetzversuch bin ich froh über die Entscheidung da ich mich dort sicherer fühlte und mich nur um mich kümmern konnte. Außerdem waren in der Klinik mehr unterstùtzende Medis (4mal am Tag atosil) möglich um mir über die einschleichzeit zu helfen. Zusätzlich gab es einiges an Therapieangebot wie Bewegung und Biofeedback. Gottseidank haben die Medis nach ein paar Wochen wieder gegriffen und mir ging es in der Klinik wieder viel besser. Nach dem heimkommen musste ich allerdings feststellen dass morgens nach dem Aufwachen wieder Ängste sich gemeldet haben. Dies hat mich völlig irritiert und ich dachte schon an einen Rückschlag. Allerdings hat mir dann die Psychologin gesagt dass das nach so einem langen Zeitraum im schutzraum Klinik völlig normal am Anfang sei und schnell wegginge. Und das stimmt tatsächlich. Mir geht es täglich besser. Nur in der sbahn kommt immer wieder die Erinnerung an die panikattacke hoch. Hier hilft mir die atemtechnik vom biofeedback (auf 3 zählen einatmen durch die Lippen ausatmen bis 5 zählen. ). Das biofeedback hab ich mir jetzt auch im Anschluss verschreiben lassen. Im Geschäft fange ich im Rahmen der Wiedereingliederung erst langsam an. Zunächst ein Tag in der Woche für wenige Stunden dann langsam steigern. Wollte zunächst schneller mehr machen musste aber feststellen dass ich einfach noch nicht so belastbar bin. Jedenfalls bin ich total froh dass es wieder aufwärts geht und ich das Schwerste überstanden hab! Ich werde sicher keinen Absetzversuch mehr Wagen! Nächste Woche fange ich auch mit der VT an.

Filomena
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Re: Zurück aus der klinik

Beitrag von Filomena » 20:04:2017 9:48

Liebe Mone,

das klingt nach einem mühsamen, aber auch erfolgreichen Weg, den du da hinter dir hast! Weiter so! :D
Die Atemtechniken sind echt toll, helfen mir auch sehr.

Bei mir war es nach dem 3 monatigen stationären Aufenthalt auch so, dass ich erst mal gar nicht belastbar war - Stichwort Schutzraum. So eine Klinik ist ja auch immer ein bisschen eine Welt in der Seifenblase.
Aber es ging auch immer besser, und heute schaffe ich viel mehr, als ich mir jemals vorstellen konnte.
Mir hatten sie auch gesagt, dass man nicht gesund entlassen wird, aber stabilisiert. ..
In diesem Sinne mach weiter so!

Liebe Grüsse,
Filomena
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kadisha
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Re: Zurück aus der klinik

Beitrag von kadisha » 20:04:2017 22:25

Oh man, ich drück dich mal.
Nehme jetzt auch seit ca 8 Jahren Cipralex und ohne geht es nicht.
Frage mich immer, ob ich es ewig nehmen muss. Kenne auch einige, die nach einem Absetzversuch wieder einen Rückfall bekommen haben und sich dann gesagt haben, dass sie nie wieder absetzen werden.
Wirst du das AD nun auch nicht mehr absetzen? Wie denkst du darüber?
Liebe Grüße!!!!

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Hashimoto -> 150 Mikrogramm L-Thyroxin
15mg Cipralex

Mone
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Re: Zurück aus der klinik

Beitrag von Mone » 24:04:2017 18:55

Vielen Dank für eure lieben Worte. Das tut gut :D
Ich denke ihr hier im Forum könnt am besten nachvollziehen dass es nach so einem tiefgreifenden Erlebnis (Rückfall, wieder panikattacken zu erleben,krankenhaus, sich wieder rauszukämpfen) eine Weile dauert bis das Vertrauen in den Körper wieder da ist und auch der Glaube daran dass die Krise überwunden ist. Für andere so lieb und verständnisvoll sie auch sind ist dies schwieriger. Ich habe das Gefühl da ich ja jetzt entlassen bin und wieder die alltäglichen Dinge mache und vermutlich auch fit wirke ist es schwieriger nachzuvollziehen dass alles noch nachklingt und ich mich noch nicht traue mich gesund zu fühlen. Wer schon einmal panikattacken hatte Weiss was für ein bedrohliches Gefühl das ist. Nachdem ich nun zum zweiten Mal beim Versuch ganz abzusetzen einen massiven Rückfall hatte und dies wieder erleben musste, werde ich das Risiko nicht mehr eingehen. Ich muss froh und dankbar sein, dass ich über Jahre hinweg durch die Medikamente keine Symptome hatte und auch keine Nebenwirkungen hatte. Ich habe viele im Krankenhaus kennengelernt die regelmässig stationär gehen mussten und bei denen nicht so schnell eine positive Wirkung eintrat. Ich glaube bei mir hatte der erneute Absetzversuch viel damit zu tun, dass ich erstens dachte dass die Medikamente auf Dauer organschädlich sind und natürlich am meisten um das Label loszubekommen. egal weswegen ich auch zu einem Arzt ging,sobald ich beim anmeldeformular meine Medis eingetragen habe, hatte ich immer das Gefühl der beurteilt meine Beschwerden anders. Ist vielleicht blöd aber vielleicht kennt ihr das auch. Inzwischen ist es mir aber wichtiger dass es mir gutgeht und ich für meine Familie das sein kann und wenn ich dafür halt die Tabletten brauche dann ist das in der Abwägung immer noch besser. Es gibt halt vielleicht manche bei denen der Stoffwechsel ansonsten einfach nicht richtig funktioniert. Ich bin jedenfalls auch total stolz auf meine beiden Mädels (12 und 14) dass sie mit der schwierigen Situation die letzten Wochen so toll umgegangen sind und alles mit der schule und auch damit auch manchmal sich selbst zu versorgen so gut geklappt hat. Ich hoffe jetzt einfach dass ich mich weiter stabilisiere und wieder Vertrauen in mich finde und dass ich auch etwas von den Dingen bei denen ich im Krankenhaus merkte dass sie mir gut tun in den Alltag übernehmen kann.

Filomena
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Re: Zurück aus der klinik

Beitrag von Filomena » 02:05:2017 13:20

Liebe Mone,

das Thema "Label Psychokrankheit" kenne ich auch zu gut..;-)
Bei mir war es ein langer Prozess, einen erst gelasseneren und inzwischen auch mal humorvollen Umgang mit
meinen Depressionen zu finden.
Wenn wieder fiese Selbstzweifel kommen, sage ich mir auch: Andere müssen bei Diabetes täglich Insulin spritzen, oder Beta-Blocker fürs Herz nehmen, .. - Beispiele gibt es genügend für andere, eher physische Krankheiten!
So lange du mit den Nebenwirkungen klar kommst und die Medikamente bei dir helfen, würde ich auf jeden Fall dabei bleiben!

Liebe Grüsse und alles Gute weiterhin für deine Familie!
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