In die Puschen kommen..

Austausch von Erfahrungen mit Therapieformen, Infos, Tipps

Moderator: Moderatoren

Antworten
Filomena
Beiträge: 90
Registriert: 06:02:2017 21:51
Wohnort: BW

In die Puschen kommen..

Beitrag von Filomena » 16:05:2017 21:51

Hallo zusammen,

War heute mal wieder bei meiner Psychiaterin und sie meinte, zum Thema wie es mir jetzt ginge mit der Trennung, sie hätte immer den Eindruck gehabt, ich sollte mal mehr "in die Puschen kommen". Mein Mann hätte sich ja immer so fürsorglich um mich gekümmert. Ich hätte doch viel mehr Kraft als ich glaube.ist ja auch nett.
Aber, so ein bisschen angekäst bin ich ja schon.

Bei mir ist es eher immer so, dass ich überkompensiere- d.h. So im Hamsterrad bin und oft die Starke sein muss - v.a. Wegen den Kindern. Auch sonst, ich weiß nicht welche Lehrbuchmeinung sie von Menschen mit Depressionen hat. Aber ich lag sicherlich nicht monatelang weinend auf der Couch und konnte nichts mehr machen. IM Gegenteil! Ich bin oft über meine Grenzen hinaus und hab es dann erst zu spät bemerkt, wenn die Luft völlig raus war.
Klar ist es für den Partner eine Belastung, aber ich hatte ja viel mehr gute Phasen die letzten Jahre als schlechten!
Ich meinte dann zu ihr, dass man ja wohl auch irgendwo mal jammern und weinen darf. (Jetzt denke ich, ja wenn nicht beim Nervenarzt wo denn sonst?! Was meint ihr dazu? Bin gerade echt noch aufgeregt deswegen..Zum Glück ist meine PT verständnisvollen..
Danke für Feedback!

Liebe Grüße
You can't stop the wave but you can learn how to ride it.

lotte
power user
Beiträge: 1779
Registriert: 05:09:2008 7:58

Re: In die Puschen kommen..

Beitrag von lotte » 17:05:2017 16:47

Hey Du,

komische Aussage Deiner Doc. Ich meine, wenn Dein Mann sich immer recht viel um Dich gekümmert hat, war das doch seine Entscheidung. So liest es sich, als wärest Du die "kleinere und hilflose", die sich bewusst von ihm umsorgen liess? Und jetzt müsstest Du eben mal runter von deinem Ruhesofa? Sie nimmt irwie SEINE statt DEINE Perspektive ein.

Du machst doch ausserdem gerade total viel und stemmst das alles. Was will sie denn?

Und ja: gerade beim Doc ist jammern mal so was von erlaubt ;)

LGL
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 7709
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: In die Puschen kommen..

Beitrag von Marika » 18:05:2017 8:40

Hallo,

ich finde die Äußerung auch komisch und unpassend. Wenn es dich wurmt, dann würde ich ihr das auch sagen - du bist mündig und meiner Meinung nach hast du gekämpft wie eine Löwin. Und "gesund werden" kann man nicht erzwingen.... Gekümmert oder nicht, er hat sich getrennt. Und: warum sollst du "in die Puschen kommen" - worauf bezieht sie sich da?

Schreib ihr doch eine E-Mail?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Filomena
Beiträge: 90
Registriert: 06:02:2017 21:51
Wohnort: BW

Re: In die Puschen kommen..

Beitrag von Filomena » 18:05:2017 12:25

Gut zu lesen, dass ihr es auch seltsam findet.

Ja, eigentlich unpassend, die Perspektive von IHM im Gespräch mit MIR, wo es um mich und meine Gesundheit geht, zu ergreifen.
Klar habe ich das Thema Trennung angesprochen, aber dennoch..

Ich schau mal, ob ich es bald gelassener sehen kann. Ansonsten schreibe ich ihr vielleicht echt eine Mail - gute Idee Marika :-)

Liebe Grüsse!!
You can't stop the wave but you can learn how to ride it.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast